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Golßens junges Musiktalent

Einige Stunden in der Woche verbringt Richard Bogula (13) am Klavier. "Ich kann nicht ohne Musik leben", sagt er über sich.
Einige Stunden in der Woche verbringt Richard Bogula (13) am Klavier. "Ich kann nicht ohne Musik leben", sagt er über sich. FOTO: Daniel Friedrich
Golßen. Richard Bogula qualifiziert sich am Klavier für den Landeswettbewerb von "Jugend musiziert". Am 23. März stellt er im Cottbuser Konservatorium sein Können unter Beweis. Daniel Friedrich

Der Golßener Richard Bogula (13) tritt in zwei Wochen beim Landeswettbewerb von "Jugend musiziert" in Cottbus an. Im Januar hat er sich dafür auf Regionalebene qualifiziert. Sein Antrieb? "Ich kann nicht ohne Musik leben. Es zieht mich einfach immer ans Klavier", so der Musikschüler.

Begonnen hat sein musikalisches Interesse schon im Kindergarten. Beim Xylophonspielen mit sechs Jahren stellte die Erzieherin fest: "Du brauchst ein richtiges Instrument!" Da seine Großeltern zu Hause ein Klavier zu stehen hatten, dieses aber niemand spielen konnte, war die Entscheidung schnell gefallen - es wurde schließlich das wuchtige Tasteninstrument. Mit der Zeit und dank jeder Menge Disziplin hat es Richard Bogula in den vergangenen Jahren schon mehrmals in Regionalwettbewerbe von "Jugend musiziert" geschafft. Einmal hat er sogar am Strand von Hiddensee auf einer Bühne vor zahlreichen Urlaubern gespielt. Nun aber geht es für ihn am 23. März zum "Jugend musiziert"-Landeswettbewerb. "Die Teilnahme ist eine tolle Auszeichnung und der Lohn für viel harte Arbeit. Richard hat ein sehr gutes Gehör und kann den Klang seiner Musik sehr präzise lenken, das kommt ihm zugute", lobt ihn seine Klavierlehrerin Kathrin Litzkow. Die Aufregung vor den Auftritten sei bei ihr sogar größer als bei ihrem jungen Musikschüler, scherzt sie.

Gemeinsam haben sich die beiden das Programm für Richards knapp 15-minütigen Auftritt ausgedacht: eine zweistimmige Invention von Bach, eine Sonate von Beethoven und ein poetisches Tonbild von Grieg. Der Gymnasiast spielt gefühlvolle Werke ebenso ausdrucksstark wie den lebhaften Galopptanz von Aram Chatschaturjan. Das haben ihm auch die Juroren beim Regionalwettbewerb in Senftenberg bescheinigt: "Du hast uns musikalisch mitgenommen, das war große Klasse", hatte ihm die Jury, unter anderem aus erfahrenen Musikern des Cottbuser Konservatoriums, gesagt. Dafür wurde er mit dem ersten Preis in der Kategorie "Klavier solo" und 23 Bewertungspunkten ausgezeichnet, die für ein Weiterkommen in die nächste Runde nötig sind. "Dummerweise hat bei meinem Vorspiel das Pedal am Klavier angefangen zu quietschen. Aber zum Glück haben mich die Geräusche nicht aus dem Takt gebracht", erinnert sich der Golßener.

Auf dem Weg zu einem Landeswettbewerb braucht es viel Zeit und Disziplin, erzählt Richard Bogula: "Ich übe täglich eine Dreiviertelstunde zu Hause und gehe einmal in der Woche in die Musikschule." Am liebsten spiele er Jazz-, Boogie- oder Klassische Musik. Außerdem improvisiert er gern, unter anderem zur berühmten Filmmusik aus dem "Fluch der Karibik". All das neben der Schule - wohl ein Grund dafür, warum viele andere Musikschüler mit steigendem Alter ihr Hobby aufgeben. Dabei ist der 13-Jährige nicht das einzige musikalische Talent aus seiner Familie: Seine Schwester Klara (9) und seine Großcousine Pia (9) haben beim Regionalwettbewerb jeweils den zweiten Platz belegt.

Ob Richard irgendwann auch beruflich der Musik treu bleibt, steht derweil noch nicht fest. Sein Wunsch ist es, Lehrer zu werden. Vielleicht wird er ja zumindest Musik-Lehrer.

Zum Thema:
Der Musikwettbewerb "Jugend musiziert" wird in Deutschland seit 1964 ausgetragen. Er wird von den Sparkassen gesponsert. Zum diesjährigen Landeswettbewerb vom 23. bis 25. März haben sich 414 Teilnehmer angemeldet. Die meisten Musikschüler treten am Klavier an. Unter den Instrumenten sind aber auch Harfe, Viola oder Marimbaphon.