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Wwirtschaftlich benachteiligte Menschen
Golßener Tafel wird nach Wiedereröffnung genutzt

Backwaren und Gemüse gibt es bei der Golßener Tafel – und alle packen mit an: Käthe Strauch, Ilona Liebach, Jochen Stein und Jürgen Peter (v.l.).
Backwaren und Gemüse gibt es bei der Golßener Tafel – und alle packen mit an: Käthe Strauch, Ilona Liebach, Jochen Stein und Jürgen Peter (v.l.). FOTO: Friedrich
Golßen. Seit einem guten Monat gibt es in Golßen wieder eine Tafel. Sie bietet Unterstützung und soziale Teilhabe für wirtschaftlich benachteiligte Menschen in der Region. Daniel Friedrich

"Inzwischen läuft die Organisation gut und unser Angebot wird angenommen", berichtet Kai Noack, der die Tafel leitet.

Die neue Ausgabe am Stadtwall 16 ist eine Außenstelle der Luckauer Tafel. Sie wurde auf Initiative von Golßens Bürgermeister Harald Laubisch und der Landtagsabgeordneten Sylvia Lehmann (beide SPD) wieder in die Stadt zurückgeholt, nachdem eine Zeit lang die Tafel in Luckau Anlaufstelle für Bedürftige war. "Wir haben festgestellt, dass der Weg nach Luckau jedoch für viele aus der Golßener Umgebung zu weit war. Einige kamen sogar aus Petkus (Ortsteil von Baruth/Mark). Das ist kaum machbar", sagt Ilona Liebach, die mit neun weiteren Ehrenamtlern bei den Tafeln in Luckau und Golßen hilft. Viele der Besucher hätten ein Leben lang gearbeitet und trotzdem reiche ihre Rente nicht aus. Deshalb sei eine Ausgabestelle in der Nähe wichtig, findet Liebach.

"Wer als Einzelperson unter 850 Euro netto im Monat bekommt, der hat einen Anspruch auf unsere Unterstützung", erklärt Leiter Kai Noack. Viele wüssten gar nicht, dass es dieses Angebot gäbe, oder schämten sich. "Wer unsicher ist, kann sich telefonisch bei uns erkundigen oder einfach vorbei kommen", sagt er. Willkommen sind ihm zufolge auch jederzeit Helfer mit einem Führerschein, die das Ausfahren der Waren unterstützen könnten: "Das muss nicht täglich sein, wir teilen die Helfer je nach Verfügbarkeit ein."

Immer dienstags erhalten Bedürftige in Golßen von 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr hochwertige Lebensmittel wie Milchprodukte, Wurst und Gemüse. Zudem werden Waren des täglichen Bedarfs angeboten, die Supermärkte bereits aus aussortiert haben. Derzeit gibt es Überlegungen, in den Räumen der Tafel am Stadtwall auch eine Kleiderkammer einzurichten. Die Tafeln werden vom Albert-Schweitzer-Familienwerk betrieben.