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| 18:18 Uhr

Diskussions-Forum geplant
Einsatz für die Heimat

Pfarrarin Alina Erdem organisiert gemeinsam mit Laura Cancellieri, Andrea Weigt und Cyrus Khazaeli (v.r.n.l.) vom Projektraum Drahnsdorf ein Diskussionsforum zum Thema Heimat.
Pfarrarin Alina Erdem organisiert gemeinsam mit Laura Cancellieri, Andrea Weigt und Cyrus Khazaeli (v.r.n.l.) vom Projektraum Drahnsdorf ein Diskussionsforum zum Thema Heimat. FOTO: LR / Anja Brautschek
Golßen/Drahnsdorf. Golßener Pfarrerin organisiert Diskussionsforum für jedermann. Von Anja Brautschek

Heimat ist ein Begriff, über den vermutlich jeder schon einmal gesprochen hat. Doch was genau bedeutet eigentlich Heimat für die Menschen hier in der Region? Ist es ein Gefühl? Oder ein Ort? Wie hat sich die eigene Heimat über die Jahre hinweg verändert? All diesen Fragen möchte die Golßener Pfarrerin Alina Erdem auf den Grund gehen. Aus diesem Grund organisiert sie derzeit eine Art Diskussionsforum zum Thema Heimat. Unterstützung dafür bekommt sie vom Team des Projektraumes Drahnsdorf.

„Das Thema Heimat bewegt derzeit die Menschen, deswegen können wir nicht daran vorbeigehen“, sagt Alina Erdem. Im Juni ist sie als evangelische Pfarrerin im Pfarrsprengel Dahme-Bersteland eingeführt und war zuvor bereits seit zwei Jahren in der Region tätig. Das Thema Heimat will sie jedoch keineswegs nur auf kirchlichem Weg angehen. Ein Diskussionsforum, ähnlich einer Talkshow mit einem Moderator, soll verschiedene Blickwinkel zu diesem Thema beleuchten. Aus diesem Grund wollen die Organisatoren verschiedene Persönlichkeiten aus Politik, Kirche, Forschung, aber auch dem gesellschaftlichen Leben einladen – Menschen, denen Heimat am Herzen liegt. „Für den einen oder anderen ist das vielleicht ein Denkanstoß, über die eigenen Vorstellungen dazu nachzudenken“, sagt die Pfarrerin.

Kritisch sieht sie vor allem Vorfälle wie unlängst in Köthen oder Chemnitz. Dadurch bekomme der Begriff Heimat häufig einen negativen Beigeschmack vor allem in der Region. „Dabei ist Heimat wichtig und wir sollten diesen Begriff nicht anderen Organisationen überlassen“, fordert Alina Erdem. Andrea Weigt vom Projektraum Drahnsdorf hat dafür sofort Unterstützung angeboten und beteiligt sich mit weiteren engagierten Drahnsdorfern an der Organisation. „Viele haben vielleicht auch Angst davor, dass sich die Heimat verändert. Deswegen ist es wichtig, das zu thematisieren.“ Mit der Veranstaltung soll eine Plattform entstehen, in der jeder offen über Gedanken, Befürchtungen oder Gefühle sprechen kann. „Wir wollen es den Leuten leicht machen, sich dazu zu äußern und Hemmschwellen abbauen“, erklärt Andrea Weigt.

Neben der moderierten Podiumsdiskussion soll es deshalb auch für Gäste die Möglichkeit geben, sich selbst einzubringen – ob direkt durch Nachfragen oder indirekt über Kärtchen, auf denen Besucher anonym ihre Auffassungen zur Heimat eintragen. Vorstellbar sei auch die Einbindung eines Online-Tools. „Die Menschen, ob kirchlich oder nicht, sollen sich darüber austauschen können. Dort wird ihre Meinung gehört“, erklärt Andrea Weigt das Anliegen.

Stattfinden soll das Forum voraussichtlich im November im ehemaligen Gutshaus in Drahnsdorf. „Wir möchten mit dieser Veranstaltung bewusst in ein Dorf gehen und eben nicht nach Luckau, wo bereits vielfältige Veranstaltungen angeboten werden“, sagt Alina Erdem. Parallel dazu soll es zudem im kommenden Jahr eine Predigtreihe zu diesem Thema geben. Dafür ist die Golßener Pfarrerin derzeit in enger Abstimmung mit den Pfarrern Martin Meyer aus Luckau und Frank Gehrmann aus Langengrassau.