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| 01:09 Uhr

Golßener Kameraden kümmern sich um ihren Nachwuchs

Golßen.. Feuerwehr ist weit mehr zuständig, als nur Brände zu löschen. Das versucht Daniel Brost jungen Leuten zu vermitteln. Der Hauptfeuerwehrmann ist Jugendwart in der Freiwilligen Feuerwehr Golßen und kümmert sich um den Nachwuchs. Von Andreas Staindl

„Wenn Rauch aufsteigt und es brennt, sehen viele. Unsere Einsätze nach Verkehrsunfällen beispielsweise werden jedoch kaum wahrgenommen“ , bedauert Brost. Dabei rücken auch die Golßener Kameraden seit Jahren weit öfter zur Technischen Hilfeleistung aus, als zu Wald- oder Hausbränden. Rund 35 aktive Feuerwehrleute zählt die Golßener Wehr. Eigentlich ausreichend für den Ernstfall, doch die Realität sieht anders aus und wird auch von der beruflichen Belastung der Kameraden bestimmt. „Deshalb ist es wichtig, junge Leute an die Feuerwehr heranzuführen“ , sagt Daniel Brost, der mit Oliver Kletter und Sebastian Korb seine beiden ersten Jugendlichen der aktiven Wehr übergab.
Ende 2002 wagte er in Golßen mit anderen Engagierten einen Neuanfang. Die Nachwuchswehr war Ende der 90er Jahre eingeschlafen. Keine rosige Zukunft für eine der Stützpunktwehren im Amt Golßener Land. Mit der Wiederbelebung der Jugendwehr vor über zwei Jahren knüpfte man an die Tradition der Arbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer an, die 1962 gegründet wurde. Heute erlernen elf Jungen zwischen zehn und 16 Jahren das Feuerwehr-Abc.
Mädchen hat die Golßener Jugendwehr derzeit keine. Warum das so ist, vermag auch Daniele Brost nicht zu sagen. Einige der größeren Jungen muss er sich zudem noch mit den Fußballern teilen und stimmt seinen Ausbildungsplan mit dem Spielplan der Kicker ab. Am Samstag lud er zur ersten Ausbildung in diesem Jahr. Ins Feuerwehr-Gerätehaus gekommen waren die jüngeren Mitglieder der Jugendwehr, die älteren zog es zum Fußballturnier. Für Jan Hönicke jedoch zählt nur die Feuerwehr. „Hier lerne ich, wie man Menschen rettet und Brände löscht, das gefällt mir“ , erklärt er und erzählt: „Wenn es hier keine Jugendwehr geben würde, hätte ich in Sellendorf mitgemacht.“ Die Altgolßener Wehr, die Golßen näher liegt, lehnt er ab. „Dort wird ja nur für Ausscheide trainiert“ , ist der Siebentklässler überzeugt.
Franz Schröder aus der fünften Klasse ist noch neu in der Golßener Jugendwehr, spürt jedoch: „Feuerwehr macht Spaß. Hier zeigt man mir, wie gelöscht wird“ . Kasper Bock ist ein Jahr älter und findet die Feuerwehr „interessant. Besonders spannend ist es zu sehen, was so alles in einem Einsatzfahrzeug steckt. Und ich lerne, wie man anderen Menschen hilft“ .

Umfangreiche Ausbildung
Der Ausbildungsplan, den Daniel Brost am Samstag mit den Jungen besprach, zielt darauf ab. Theorie und Praxis wechseln sich ab. Vermittelt werden Kenntnisse in erster Hilfe, im Brandschutz sowie im Umgang mit der Löschtechnik. „Und wir betreiben außerschulische Bildung, ergänzen quasi den Unterrichtsstoff“ , erklärt der Jugendwart. In Sachen Brandschutzerziehung kooperiert er mit dem Löschzug in Lübben. Geplant ist ein Besuch in der Leitstelle des Dahme-Spreewald-Kreises und die Teilnahme am kreislichen Umwelttag im Oktober, außerdem eine Fahrt nach Lübbenau in das Kristallbad. Noch ist die Finanzierung für alle Projekte nicht gesichert. „Wir brauchen die Unterstützung von Sponsoren“ , sagt Brost.

Junge Mitglieder mehr fordern
Er wünscht sich auch, dass die Jugendwehr mehr gefordert, in das gesellige Leben der Stadt einbezogen wird. Der jüngste Weihnachtsmarkt sei ein guter Anfang gewesen. Von Bürgermeister Hartmut Laubisch erwartet Brost „mehr moralische Unterstützung. Ich habe das Gefühl, dass die Feuerwehr in Golßen keine Lobby hat“ , beklagt er. Mit seinem Stellvertreter jedoch ist er „sehr zufrieden. Tino Strauch war ein guter Griff, da er als Maschinist sehr vielseitig ist“ , würdigt der Jugendwart und bezieht in sein Lob Feuerwehrmann Mirko Borchert (27) ein, der die Jugendwehr kräftig unterstützt.
Noch bringt Daniel Brost sein Studium in Wildau und sein Engagement in der Golßener Feuerwehr unter einen Hut, sagt jedoch: „Ein Jugendwart vor Ort wäre schon wichtig.“