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| 17:39 Uhr

Voraussetzungen für Inklusion werden geschaffen
Grundschule Golßen erhält Aufzug

 Links neben dem Haupteingang soll der Aufzug errichtet werden und den barrierefreien Zugang zu allen Etagen der Grundschule Golßen ermöglichen. Der Mitteltrakt soll zusätzlich eine Überdachung erhalten.
Links neben dem Haupteingang soll der Aufzug errichtet werden und den barrierefreien Zugang zu allen Etagen der Grundschule Golßen ermöglichen. Der Mitteltrakt soll zusätzlich eine Überdachung erhalten. FOTO: LR / Anja Brautschek
Golßen. Ein Aufzug soll künftig den barrierefreien Zugang zu allen Etagen ermöglichen. Sorgen macht den Lehrkräften jedoch weiterhin die Raumnot in der Einrichtung. Von Anja Brautschek

Die Grundschule von Golßen soll barrierefrei werden. Darüber sind sich Lehrkräfte, Verwaltung und Abgeordnete der Stadtverordnetenversammlung einig. Eine erste Vorplanung dafür wurde bereits 2016 entwickelt.

Damals sah das Architektenbüro Hunger aus Neuenhagen unter anderem eine Rampenlösung am Haupteingang der Grundschule vor. Nun wurde das Konzept aber noch einmal überarbeitet, die erste Vorplanung insgesamt war zu teuer. Danach soll künftig ein Aufzug links neben den Haupteingang angebaut werden. Dieser ermögliche den barrierefreien Zugang zu allen Etagen.

„Die Rampe ist damit nicht mehr notwendig“, erklärte der Architekt Ralph E. Hunger. Die Treppe soll nach seinen Ausführungen bleiben, aber auf fünf Stufen verringert werden. Außerdem soll der Haupteingang zusätzlich überdacht werden. Denn bei Minusgraden und feuchtem Wetter sind die steinernen Treppen schnell überfroren und dann spiegelglatt, eine Gefahrenquelle für die Mädchen und Jungen sowie die Lehrer.

Im Zuge dieser Arbeiten Umbauarbeiten könnte der Mitteltrakt gleichzeitig saniert werden, schlug er vor. Dieser sei in die Jahre gekommen und zum Teil undicht. Außerdem sollen dort künftig zusätzlich eine behindertengerechte Toilette und ein neuer Sanitätsraum untergebracht werden.

Seit mehreren Jahren diskutieren Stadtverordnete, Fachausschüsse und Verwaltung über die Schaffung der Barrierefreiheit an der Grundschule. Seit rund drei Jahren wird das Sanierungskonzept in mehren Bauabschnitten nach und nach realisiert. Bildungsausschuss-Vorsitzender Enrico Wendt (CDU) informierte zuletzt über den Stand der Planungen für die Schaffung des  barrierefreien Zugangs. Noch in diesem Jahr soll mit der Umsetzung der Maßnahme begonnen werden. „Das Vorhaben ist eine Grundlage für die Inklusion“, machte Bauamtsleiterin Michaela Schudek während der vergangenen Bauausschuss-Sitzung die Wichtigkeit deutlich. Bislang mussten Kinder mit einer Behinderung abgelehnt werden. „Wir sind glücklich, dass die Barrierefreiheit kommt. Aber es besteht auch dringender Handlungsbedarf bei der Erweiterung der Räume“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Nancy Rost.

Schon jetzt ist die Einrichtung mit rund 260 Schülern an der Kapazitätsgrenze. Tendenz: steigend. Hinzu kommt, dass auch der spezialisierte Unterricht weiter zunimmt. Derzeit werden mehr als 50 Kinder in einer Sonderbeschulung unterrichtet. „Wir haben zwei Sonderpädagogen, aber kaum Platz“, beschrieb Nancy Rost die Situation. Denkbar wäre, den Anbau um eine Etage aufzustocken, um Entlastung zu schaffen. „Die Räume könnten mit mobilen Trennwänden geteilt werden. So könnten die Größen je nach Bedarf variiert werden“, nannte Ralph E. Hunger einen Lösungsvorschlag für die Platznot.

In der vergangenen Sitzung des Bauausschusses herrschte darüber Einigkeit, dass etwas an der Situation getan werden muss. „Mann muss auch weiterdenken. Es ist das, was Golßen stark macht“, brachte es Michaela Schudek auf den Punkt. Michael Bock (CDU) entgegnete: „Als Bürger kommen wir damit an unsere Grenzen, solange Bund und Land uns nicht unterstützen.“

Geschaffen werden soll außerdem auf den Außenflächen ein Theatron. Dazu soll die alte Sammelgrube beseitigt und an deren Stelle überdachte Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Bis zu 66 Kinder können dort Platz haben. Bei schlechtem Wetter können die Kinder dort auf den Bus warten oder in der warmen Jahreszeit das Theatron eventuell wie ein „grünes Klassenzimmer“ nutzen.