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| 18:21 Uhr

Golßener Grundschule macht sich „medienfit“
Medienfit im Grundschulalter

Lehrer Toni Schwarkowski will für den Umgang mit Tablets eine angenehme Lernsituation schaffen. Aus diesem Grund dürfen sich Kinder in manchen Stunden mit den Geräte zu Gruppen zusammensetzen und Aufgaben in Mathe oder Deutsch bearbeiten.
Lehrer Toni Schwarkowski will für den Umgang mit Tablets eine angenehme Lernsituation schaffen. Aus diesem Grund dürfen sich Kinder in manchen Stunden mit den Geräte zu Gruppen zusammensetzen und Aufgaben in Mathe oder Deutsch bearbeiten. FOTO: LR / Anja Brautschek
Golßen. Golßener Grundschule erstellt Medienbildungskonzept und testet Nutzung digitaler Medien aus. Von Anja Brautschek

Gebannt sitzen die Zweitklässler der Grundschule Golßen über leuchtende Bildschirme. Die Mädchen und Jungen wischen gekonnt mit ihrem Finger über die Tablets. Nur kurz blicken sie zu Klassenlehrer Toni Scharkowski auf, dann senkt sich der Blick wieder auf die Bildschirme. Mit den Geräten überbrücken die Grundschüler jedoch nicht die Pausen. Vielmehr sind die Tablets seit einigen Wochen fester Bestandteil des Unterrichtes. Denn die Grundschule Golßen will sich medienfit machen. Sie ist Teil des gleichnamigen Schulentwicklungsprojektes des Landes Brandenburg.

Seit Beginn des Schuljahres arbeiten die Lehrer in diesem Zusammenhang daran, einen Medienentwicklungsplan für die Einrichtung aufzustellen. Die Tablets sind ein erster, praktischer Versuch, um die Möglichkeiten und Funktionsweisen der Geräte auszutesten. Es handelt sich dabei um spezielle Schultablets, die für die Nutzung im Unterricht programmiert sind. Die Kinder können spielerisch Rechenaufgaben lösen, den Wortschatz erweitern oder Rechtschreibung üben. „Neben den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen gehört die Technik heutzutage dazu. Das ist eine Generation, die komplett mit Technik aufwächst“, erklärt Lehrer Manuel Pape die veränderten Herausforderungen. Schon in der ersten Klasse seien viele Kinder den Umgang mit Smartphone oder Tablet gewöhnt. Viele Schüler besitzen selbst schon in jungen Jahren eines, berichtet er. „Wir müssen uns dem stellen und das in den Schulalltag integrieren“, sagt er. Wichtig sei dabei, den Kindern den richtigen Umgang mit der Technik zu vermitteln. Aus diesem Grund sollen künftig auch Themen wie Datenschutz, Cybermobbing oder die Gefahren digitaler Medien im Unterricht angesprochen werden.

Wie dies umgesetzt werden kann, wird im Medienentwicklungsplan festgeschrieben. Ein Projektgruppe mit den beiden jungen Lehrern, Schulleiter Dirk Herrmann und seiner Stellvertreterin Nancy Rost lotet dafür die Möglichkeiten für die Grundschule Golßen aus. Ziel sei es, interaktive Tafeln, Tablets und Computer stärker in den Unterricht zu intergrieren.

Doch bislang mangelt es an der erforderlichen Technik. Einen Beamer gibt es bisher für alle Lehrer. In einem Computer-Raum können Schüler außerdem das Schreiben auf Tastatur oder die Benutzung von Suchmaschinen üben. Langfristiges Ziel sei daher die Anschaffung eines Klassensatzes an Tablets. Fördermittel dafür können unter anderem über das Projekt „medienfit“ beantragt werden. „Die Technik ermöglicht uns Lehrern gleichzeitig auf viel mehr Möglichkeiten im Unterricht“, sagt Toni Scharkowski.

Erste Schwerpunkte aus dem Medienentwicklungsplan sollen bereits im kommenden Schuljahr umgesetzt werden. Dann soll das Fach Medienbildung den Stundenplan in jeder Klassenstufe ergänzen. Über regelmäßige Projektwochen wollen die Lehrer einen zusätzlichen Medienbezug schaffen. Auch eine Arbeitsgemeinschaft „Robotik“, bei der Kinder ähnlich dem Lego-Prinzip fahrende Roboter bauen können, wird eingeführt.

Für die Umsetzung dieser Maßnahmen arbeitet die Grundschule Golßen eng mit anderen Einrichtungen zusammen. Sie tauschen Erfahrungswerte anderer Grundschulen aus und haben sich die Ausstattung anderer Einrichtungen angeschaut. Selbst viele Eltern unterstützen die Idee und teilen ihre Erfahrungen mit den mobilen Geräten. So erhalten die Lehrer Einblick in Vor- und Nachteile verschiedener Geräte und können das für die Golßener Grundschule geigneteste Geräte aussuchen.

Über Fortbildungen und Schulungen bilden sich die Lehrer der Projektgruppe zusätzlich weiter. „Mit der Projektgruppe wollen wir als Vorreiter anderen Kollegen die Angst vor der Technik nehmen. So können wir gegenseitig voneinander lernen“, erklärt Manuel Pape das Konzept.