ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:44 Uhr

Interkommunale Kooperationen vertiefen
Golßen und Baruth vernetzen sich

 Wie in Golßener soll auch das Baruther Schloss saniert werden. Solche Herausforderungen wollen die Kommunen kreisübergreifend angehen.
Wie in Golßener soll auch das Baruther Schloss saniert werden. Solche Herausforderungen wollen die Kommunen kreisübergreifend angehen. FOTO: LR / Carmen Berg
Golßen. Weg für interkommunale Kooperation ist geebnet. Städte wollen gemeinsames Insek entwickeln. Ziel ist es, ähnliche Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Von Andreas Staindl

Nur etwa zwölf Kilometer trennen Golßen (Unterspreewald/Dahme-Spreewald) von Baruth (Teltow-Fläming). Doch beide Städte haben bisher wenig miteinander zu tun. Das soll sich ändern. Die Stadtverordneten in Golßen haben einer interkommunalen Zusammenarbeit während ihrer Sitzung kürzlich einstimmig zugestimmt.

In Baruth wurde dieser Beschluss bereits vor einigen Wochen gefasst, wie Golßens Bürgermeister Hartmut Laubisch (SPD) sagt. Damit gaben beide Kommunalvertretungen grünes Licht für die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zur Erarbeitung eines gemeinsamen integrierten Stadtentwicklungskonzepts (INSEK). Durch das Konzept soll die Vernetzung beider Städte vorangetrieben werden.

Gerd Pietrzok (SPD) begrüßt die Idee. „Ich finde die Kooperation sehr gut“, sagt der Stadtverordnete, „denn beide Kommunen haben ähnliche Herausforderungen zu meistern wie etwa den Ausbau eines Radwegenetzes, die Schlosssanierung und- nachnutzung, den Umgang mit Windkraftanlagen und anderes.“ Er erhofft sich durch die Zusammenarbeit eine „längst überfällige einheitliche Struktur von Golßen und Baruth“. Auch sein Mitstreiter am Golßener Rathaustisch, Michael Bock (CDU), sieht das Vorhaben positiv: „Baruth ist für uns ein Partner auf Augenhöhe. Zudem geht es um viel Geld. Dafür sollten wir auch über Kreisgrenzen hinweg kooperieren.“

Beide Kommunen sind unterschiedlichen Landkreisen und Regionalentwicklungseinheiten zugeordnet, haben jedoch strukturelle Gemeinsamkeiten und ähnliche Herausforderungen zu meistern. Hartmut Laubisch erwartet, dass die Kooperationsvereinbarung „die Zusammenarbeit beider Städte auf eine ganz neue Stufe stellt“. Derzeit entwickeln sich beide Städte trotz der örtlichen Nähe unterschiedlich, etwa in den Bereichen Nahverkehr, Bildung, ärztliche Versorgung und Infrastruktur. Im INSEK-Prozess sollen gemeinsame Projekteideen entwickelt werden, die landkreisübergreifend und interkommunal vorstellbar sind.

Ein Vorteil könnte sein, die begrenzten personellen und finanziellen Kapazitäten der beiden kleineren Verwaltungen zu bündeln. Denkbar seien gemeinsame Ausschreibungen und abgestimmte Auswahl von Planungsbüros. Der Bedarf beider Städte soll im integrierten Stadtentwicklungskonzept ermittelt werden. Perspektivisch ist die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und überörtliche Zusammenarbeit“ (KLS) geplant. Dieses Programm zielt auf Kleinstädte ab, die eine Ankerfunktion im ländlichen Raum besitzen und damit für die Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge für die Stadt und das Umland verantwortlich sind.

Die Rahmenbedingungen beider Städte ähneln sich. Golßen hat etwa 2500 Einwohner in acht Ortsteilen, Baruth 4100 Einwohner in zwölf Ortsteilen. Beide Kommunen sind ländlich geprägt, verfügen zudem über starke Industriebetriebe. „Eine Zusammenarbeit liegt mir sehr am Herzen“, sagt Hartmut Laubisch. „Ich freue mich darauf, dass unsere Beziehung zu Baruth von ganz neuer Qualität sein wird.“

 Wie in Golßener soll auch das Baruther Schloss saniert werden. Solche Herausforderungen wollen die Kommunen kreisübergreifend angehen.
Wie in Golßener soll auch das Baruther Schloss saniert werden. Solche Herausforderungen wollen die Kommunen kreisübergreifend angehen. FOTO: LR / Carmen Berg