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Friedensbewegung
Golßen setzt sich gegen Atomwaffen ein

Ein Foto aus dem US-Militärarchiv, aufgenommen am 6. August in Hiroshima, zeigt die fürchterliche Zerstörungskraft einer Atombombe.
Ein Foto aus dem US-Militärarchiv, aufgenommen am 6. August in Hiroshima, zeigt die fürchterliche Zerstörungskraft einer Atombombe. FOTO: Hiroshima Peace Memorial Museum
Golßen. Stadt ist der Initiative „Mayors for Peace“ beigetreten. Weltweite Aktionen sollen Verbreitung von Atomwaffen verhindern. Von Andreas Staindl

Die Stadt Golßen (Unterspreewald) engagiert sich aktiv gegen Atomwaffen. Sie ist der Initiative „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) beigetreten. Die Stadtverordneten stimmten der Beitrittserklärung während ihrer Sitzung kürzlich einstimmig zu. Reinhard Knöfel (Die Linke) hatte den entsprechenden Antrag gestellt. „Die Stadt Golßen sollte Flagge zeigen und der Initiative beitreten“, warb er um Zustimmung.

Ziel von „Mayors of Peace“ ist es ihm zufolge, „Atomwaffen weltweit abzuschaffen“. Golßen Bürgermeister Hartmut Laubisch (SPD) sagt, dass er „schon länger mit dem Gedanken schwanger geht“, der Initiative beizutreten. Hundert Euro pro Jahr koste die Mitgliedschaft. Zudem schaffe sich Golßen eine entsprechende Flagge der Initiative an. Diese werde während des jährlichen Flaggentags gehisst. Mehr als 230 Mitgliedstädte beteiligten sich während der sechsten Auflage im Juli dieses Jahres in Deutschland. Golßen wäre im nächsten Jahr dabei. Gerd Pietrzok (SPD) hält „Mayors for Peace“ für eine „anständige Sache. Ich wüsste keinen Grund, der dagegen spricht.“

Die Initiative ist eine internationale Organisation von Städten, die sich der atomaren Abrüstung verschrieben haben. Sie wurde auf Initiative des ehemaligen Bürgermeisters von Hiroshima, Takeshi Araki, im Jahre 1982 gegründet. Rund 7400 Städte in 162 Ländern machen mit. Mit ihrer Mitgliedschaft unterstützen sie die Aufnahme von Verhandlungen zur Abschaffung von Atomwaffen bis zum Jahr 2020. Die „Bürgermeister für den Frieden“ rufen ihre Mitgliedsstädte stellvertretend auf, sich mit der Kampagne „Vision 2020“ in die internationalen Verhandlungen über Atomwaffen einzumischen. Ziel sei eine verbindliche Vereinbarung eines Zeitplans zur Abschaffung aller Atomwaffen und die Durchsetzung des Beschlusses einer Nuklearwaffenkonvention zu erreichen. Etwa 500 Städte in Deutschland sind der Initiative bisher beigetreten. Aus Brandenburg sind etwa Potsdam, Cottbus, Oranienburg und Brandenburg dabei. Golßen ist die erste Kommune aus dem Landkreis Dahme-Spreewald.