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| 02:44 Uhr

Golßen lehnt Funkmast erneut ab

Golßen. Die Deutsche Bahn Netz AG will einen Funkmast in Golßen (Unterspreewald) errichten. Er soll die jetzige Funkstation auf dem Stellwerk ersetzen, das im Zuge des Ausbaus der Bahntrasse Wünsdorf-Elsterwerda weggerissen wird. Die Stadtverordneten lehnten das Vorhaben während ihrer Sitzung kürzlich ab. Andreas Staindl/asd1

Die Stadtverordneten bleiben dabei: Kein Funkmast dort, wo sich Menschen aufhalten.

Schon den ersten Standort im Bahnhofsbereich hatte der Hauptausschuss der Stadt im Mai dieses Jahres abgelehnt (die RUNDSCHAU berichtete). Doch auch der neue Platz 150 Meter weiter nördlich in Richtung Baruth und damit im größeren Abstand zur Wohnbebauung findet keine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung.

In der Nähe des jetzt von der Deutschen Bahn favorisierten Standorts gibt es zwei Wohngebäude. Außerdem ist Gewerbe angesiedelt, wie Katja Maraszek vom Bauamt der Kommune erklärt.

"Dort leben und arbeiten auch Menschen", sagt Gerd Pietrzok (SPD). Sein Argument gegen den Standort: "Es gibt den Verdacht, dass Menschen in unmittelbarer Nähe von Funkmasten häufiger an Krebs erkranken."

Golßens Bürgermeister Hartmut Laubisch (SPD) dagegen hält das für "nicht bewiesen. Die Deutsche Bahn hat diese Funkmasten schon in zahlreichen Orten und nahe von Wohnbebauung errichtet. Mir ist bisher kein Fall bekannt, dass dort jemand an Krebs erkrankt ist", sagte er.

Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahn hat schon die Standortbescheinigung im Sinne elektromagnetischer Umweltverträglichkeit für Personen erteilt, wie Katja Maraszek informiert. Gerd Pietrzok lässt sich davon nicht beeindrucken. "Nicht die Behörde, sondern die Golßener Bürger haben mich an den Rathaustisch gewählt", stellt er klar. "Ich finde es leichtfertig, wenn wir über die Gefahr einer möglichen Gesundheitsgefährdung hinwegsehen würden. Wenn wir uns nicht wehren, wird es auch keine Reaktion der Deutschen Bahn geben."

Acht Stadtverordnete haben das Vorhaben schließlich abgelehnt, drei waren dafür und zwei haben sich enthalten. Es kann passieren, dass das Votum der Kommune durch Behörden ersetzt wird wie Katja Maraszek sagt.

Wenn das so ist, hält es Ronny Schulz (SPD) "für sinnlos, dass wir überhaupt darüber diskutieren. Wir werden quasi entmündigt, wenn nicht wir für unsere Bürger entscheiden dürfen."

Mit dem neuen Funkmast will die Deutsche Bahn Netz AG die Lücke der bahninternen Funkversorgung durch den Rückbau des vorhandenen Stellwerks schließen. Zudem soll die Bestandsleistung der Funkabdeckung im Streckenbereich Golßen verbessert werden. Der Betonmast soll 40 Meter hoch sein und zwei Funkantennen aufnehmen. Am Fuß des Mastes ist eine Basisstation geplant. Die Hauptstrahlrichtung des Funkmastes beschränkt sich laut Verwaltung auf die Längsrichtung der Bahntrasse und liegt oberhalb der Wohnbebauung. Die Stadtverordneten stimmten dennoch nicht zu.