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| 17:43 Uhr

Gefeiert
Fest im Zeichen der Spreewaldgurke

20. Spreewälder Gurkentag FOTO: Birgit Keilbach
Golßen. 20. Spreewälder Gurkentag präsentierte regionale Wirtschaft und Kultur in Golßen.

In eine große Erlebnis- und Schlemmermeile hat sich die Golßener Innenstadt am vergangenen Wochenende verwandelt. Dort stand zum 20. Spreewälder Gurkentag alles im Zeichen des knackigen grünen Gemüses sowie weiterer regionaler Spezialitäten und Traditionen.

Einmal im Jahr wird die Spreewaldgurke als geschützte Angabe geografischer Herkunft auf diese Weise in den Mittelpunkt gerückt. „Wollen Sie eine originale Spreewaldgurke haben, achten Sie auf das rote Logo der Dachmarke Spreewald und das Euro-Zeichen“, machte Gregor Knösels, Geschäftsführer der gleichnamigen Gemüseerzeugungsbetriebes in Kasel-Golzig, aufmerksam.

Über die Gurke hinaus biete der Gurkentag ein großes Schaufenster der Region, das eine Vielfalt weiterer Produkte zeige. Der Gurkentag werde gemeinsam von  den Spreewälder Anbau- und Verarbeitungsbetrieben, den  Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald und Spree-Neiße sowie dem Brandenburger Marketingverband pro Agro getragen. Er zeige, dass die Region ihr Potenzial auszuschöpfen wisse, sagte Brandenburgs Landwirtschafts-Staatssekretärin Dr. Carolin Schilde.

Aufgrund der Dürre in diesem Jahr kämen jedoch viele Landwirte in Nöte. Mehr als die Hälfte der Betriebe im Land leide unter der  extremen Witterung. Daher habe das Land bereits finanzielle Hilfe zugesagt. Ein weiterer Punkt werde sein, gegenüber dem Bund einzufordern, dass Landwirte künftig „in guten Jahren Rücklagen bilden können“, so Carolin Schilde weiter. Darüber hinaus werde es Gespräche mit dem Lebensmitteleinzelhandel geben, um für die Erzeuger bessere Erlöse zu erreichen. „Es kann nicht sein, dass Milch, Fleisch, Brot und Käse für einen Spottpreis angeboten werden. Unsere Produkte sind etwas wert“, erklärte die Staatssekretärin und erhielt dafür kräftigen Beifall aus dem Publikum, das anschließend beim Marktbummel die einheimischen Produkte kaufen konnte.

Aus dem ersten Fass frisch eingelegter Salzgurken der Saison verteilte das 19. Spreewälder Gurkenkönigspaar, Angelique I. und Christoph I. Kostproben. Die Fassöffnung war die letzte Amtshandlung des scheidenden Spreewälder Gurkenkönigspaares. Ein neues wurde auf dem 20. Gurkentag nicht gekrönt. „Es fanden sich leider keine Kandidaten, die ein Jahr lang die Spreewaldregion bei verschiedenen Anlässen repräsentieren könnten“, erklärte Andreas Traube vom Spreewaldverein. Allerdings machte er Hoffnung auf ein Königspaar zum 21. Gurkentag im kommenden Jahr: „Dafür haben sich schon Interessenten gemeldet.“

Eine Veränderung wird es im kommenden Jahr geben. Marina Ringel moderierte die zwei Festtage zum letzten Mal auf der Marktbühne. „Sie hat uns viele Jahre lang unterhaltsam begleitet, vielen Dank dafür“, sagte Golßens Bürgermeister Hartmut Laubisch.

Die Gäste des Gurkentags konnten sich beim Bummel über den Markt, die Berliner Straße bis zur Betriebsstätte des Spreewaldhofs Golßen von der Qualität und Produktvielfalt der heimischen Erzeuger überzeugen. Knoblauch-, Senf-, Gewürz- und saure Gurken gab es an den Ständen der Verarbeitungsbetriebe aus Golßen, Lübben und Lübbenau zum Naschen und Mitnehmen. Frisches Spreewaldgemüse vom Burger Gemüsebaubetrieb Duschka, der Agrargenossenschaft Dürrenhofe sowie reichlich knackige Einlegegurken vom Gurkenhof Frehn aus Schöneiche waren ebenso gefragt.

 Einen großen Beutel voller Dill hatte Karl-Heinz Finkel aus der Gemeinde Seddiner See im Arm. „Wir nehmen sonst jedes Jahr auch Gurken mit, diesmal haben wir selbst genug im Garten und machen daraus Salz- und Gewürzgurken“, sagte er. Dirk und Selma Dobiey aus Herne (NRW) waren an ihrem ersten Spreewald-Urlaubstag gezielt zum Gurkentag gekommen. „Es ist ganz toll hier, die Vielfalt ist enorm und Senfgurken kannte ich bisher nur aus dem Glas“, sagte Dirk Dobiey. Wie aus den großen gelben Gurken die würzigen Senfgurken entstehen, schauten sie sich am Stand der Spiel- und Trachtengruppe der Domowina aus Briesensee an. Auf der Bummelmeile war auch zu sehen, wie Leinöl gepresst wird, aus Flachs ein Faden entsteht und Zwiebelzöpfe geflochten werden. Verschiedenste Köstlichkeiten aus Gurken zauberten Köche im mobilen Kochstudio von pro Agro.

20. Spreewälder Gurkentag FOTO: Birgit Keilbach