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| 15:11 Uhr

Endlich
Golßen entstaubt die Internetseite

Erster Schritt zu moderner Gastlichkeit. Bürgermeinung zum Tourismus ist gefragt.

Beachtliche 20 000 Übernachtungen verzeichnet die Stadt nach eigenen Angaben pro Jahr. Auf ihrer Internetseite wirbt sie mit einer „feinen touristischen Infrastruktur“, ganzjährig geöffneten Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Doch landet ein Besucher, der über einen der bekannten Radwege nach Golßen kommt, auf dem Markt und sucht per Smartphone ein Quartier, läuft er ins Leere. Dafür kann er, vom Herbstwind geschüttelt, unter dem Button „Tourismus und Kultur“ beispielsweise lesen, dass das Freibad 20 Grad warmes Wasser hat und ab 13 Uhr geöffnet ist. Manche Infos liegen noch weit länger über dem Verfallsdatum als diese aus dem letzten Sommer. Kleine Kostproben: Die nächsten Sprechtage der Rentenversicherung sind für den 2. August und den 1. November 2017 angekündigt. Und die Stadtverordnetenversammlung im November 2018 fällt aus.

Mit dem verstaubten Image aufzuräumen, hatten sich Parteien und politische Vereinigungen im Kommunalwahlkampf querbeet auf die Fahne geschrieben. Ein Vorhaben, das nun in Angriff genommen wird. Die Stadt will sich touristisch moderner aufstellen. Die Überarbeitung der Homepage sei ein erster Schritt dazu, so Bürgermeisterin Daniela Maurer (SPD). „Denn was dort zu lesen ist, erfüllt nicht den heutigen Standard einer guten Internetseite.“

Profis sollen helfen, das zu ändern. Nach erfolgter Ausschreibung hat sich der Hauptausschuss unlängst unter vier Angeboten für die Vergabe an die Firma Jegasoft aus Lübben ausgesprochen. „Unbedingt hinein gehören Pensionen, aber auch die aktuellen Veranstaltungen“, so Lars Kolan (UBL) zu Anforderungen an die überarbeitete Webseite. Er regte an, sich bei den touristischen Angeboten nicht allein auf die Stadt zu beschränken und nennt Highlights in der Nähe wie die Go-Kart-Bahn in Waldow oder das Museumsdorf Glashütte.

Wichtiger Punkt für Annett Schmidt (SPD) ist es, wer die Pflege der Seite übernehmen wird. Wie Daniela Maurer erklärte, erfolge die Betreuung durch die Firma. Es gebe aber Möglichkeiten, Tagaktuelles selbst einzustellen – auch von jemandem, der nicht programmieren kann. Das könnte jemand aus der Amtsverwaltung oder aus der Stadt sein. Für die Internetpräsenz ihres eigenen Unternehmens habe sie die Lübbener als Partner gewonnen und gute Erfahrungen gemacht, sagte sie auf Nachfrage von Michael Bock (CDU). „Man bekommt eine gute Anleitung.“

Am drängendsten sei es, die Homepage datenschutzkonform zu machen, so die Bürgermeisterin. Parallel dazu soll die Überarbeitung der Inhalte anlaufen. Sie regte an, dass ein Gremium mit je einem Vertreter der Fraktionen die Neugestaltung begleitet. Christoph Berndt (AfD) schlug vor, die Aufgabe dem Kulturausschuss zu übertragen, in dem alle Fraktionen vertreten sind. Dem schloss sich der Hauptausschuss an.

Was sich künftig unter der Adresse www.golssen.de im Netz wiederfindet, können schlussendlich auch die Bürger mitbestimmen. Daniela Maurer lädt die Golßener ein zum Dialog über die Entwicklung der Stadt und insbesondere des Tourismus. Obwohl das Amt Unterspreewald, zu dem Golßen gehört, Seiten im Netz hat, brauche die Stadt etwas Eigenes, ist die Bürgermeisterin überzeugt. „Denn ein Ortsfremder kommt kaum auf die Idee, wenn er etwas in Golßen sucht, den Unterspreewald zu googeln.“

Liebe Leser, schreiben Sie uns unter spreewald@lr-online.de, was Ihrer Meinung nach auf die Internetseite von Golßen gehört.