Geführt wird das närrische Volk von Prinz Burghard I. und seiner Lieblichkeit Prinzessin Manuela I. Im bürgerlichen Leben heißen beide Klawitter und wohnen in Schäcksdorf bei Drahnsdorf. Hartmut Laubisch übergab ihnen den Schlüssel zur Macht auf Zeit. Für den Bürgermeister war es ein Jubiläum. Zum 30. Mal gab er am Samstag die Regierungsgewalt in der Kleinstadt ab.

Prinzenpaar freut sich auf die Saison
Mit dem neuen Prinzenpaar hat er würdige Vertreter. „Wir fühlen uns wohl in der Rolle und freuen uns auf die närrische Saison“ , sagt Prinz Burghard, der bei einem Großhandel in Cahnsdorf beschäftigt ist und sich in Drahnsdorf beim Fußball engagiert. Prinzessin Manuela verdient ihr Geld bei einer Bank in Dahme. Lange gezögert, das närrische Volk durch die Saison zu führen, haben sie nicht. „Die Entscheidung war schnell getroffen, nur musste dann alles geheim bleiben“ , erzählt der Golßener Prinz. Als Eminenzen verzichten er und seine Prinzessin diesmal sogar auf ihren traditionellen Winterurlaub. Im Januar und Februar fordert sie schließlich der Karneval. Schon der Auftakt am Samstag war ein abendfüllendes Programm. Mehr als 90 Minuten brannte der GCC ein karnevalistisches Feuerwerk ab. „Kuschi“ war einer der ersten Protagonisten. Nur wurde er in den Saal getragen. „Kuschi“ ist ein Wildschwein. Oder besser, war ein Wildschwein. Jetzt ersetzt die Spende eines Steuerberaters das alte GCC- Maskottchen.

Teeniegarde wirbelte übers Parkett
Die Tänzerinnen waren putzmunter. Die Teeniegarde wirbelte als erste über das Parkett. Garde-Offizier Franziska Helmke erstatte anschließend dem Präsidenten Meldung. Später nahm Günter Hönicke auch von Katrin Neumann für die große Garde die Meldung entgegen. Dazwischen beigeisterte Tanzmariechen Maria Wessel auf der Bühne. Im Doppelpack und gewohnt klasse, mit ganz viel Feuer im Blut, setzte das Tanzpärchen Juliane Ziegler und Caroline Beissert noch einen drauf.
Der GCC braucht sich um seinen Nachwuchs nicht zu sorgen. Aber offensichtlich um die Politik. Lars Kolan und der Präsident zogen über die Landespolitik her und „bastelten“ sich ihr eigenes Kabinett, beraten von Göttervater Zeus alias Gernot Klein. Simone Scholz blieb davon unbeeindruckt. Als Emanze verteilte sie in der Bütt kräftig Seitenhiebe an die Männer. Carsten Wolf und Ronald Krüger zahlten es ihr anschließend wieder heim. Verbal angeheizt, brachte das griechische Frauen-Sextett den Saal weiter auf Touren, unterstützt vom Männerballett. Die Kondition stimmte, die gefordete Zugabe war problemlos möglich.
Gemächlicher ließen es da die beiden tschechischen Putzfrauen angehen. Katrin Neumann und Carola Guckel schlüpften in die Rolle der tratschenden Weiber und versuchten sich in ärztlichen Diagnosen, natürlich augenzwinkernd. Der „Kampf der Geschlechter“ war eröffnet. Katrin Harbarth lieferte sich mit Präsident Günter Hönicke ein nicht ganz ernst gemeintes Wortgefecht. Danach verzauberten die GCC-Grazien das Parkett zum tanzenden Call-Center.
Vielleicht hatten die Mönche ja dort den Kontakt nach Golßen hergestellt. Wolfgang Wrobel forderte von seinen Brüdern schwierige Proben. Sie mussten der Verführung durch Karola Kaiser wiederstehen. Das Publikum kam richtig auf Touren. Als Gabi Bauer, als Apolonia, griechische Künstler auf der Bühne präsentierte, gab es kein Halten mehr.

Tolle Stimmung im Saal
Als Nana Muskuri ihre „Weiße Rosen aus Athen“ besang, stand der Saal Kopf. Diethard Krahn war in die Rolle der Sängerin geschlüpft. Auch Dschungel-Held Costa Cordales hatte der GCC verpflichtet. Nach einem heißen Auftakt gab das Prinzenpaar mit dem Eröffnungstanz das Parkett für alle frei. Die 31. Saison des GCC ist eröffnet.