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| 13:15 Uhr

Kunst und Natur
Die Meisterin der Glasgestaltung und ihre neuen Fabelwesen

 Künstlerin Beate Bolender (r.) erklärt den Besuchern während der Ausstellungseröffnung am Samstag in Kasel-Golzig, wie sie das kaputte Glastor aus Luckau reparieren will.
Künstlerin Beate Bolender (r.) erklärt den Besuchern während der Ausstellungseröffnung am Samstag in Kasel-Golzig, wie sie das kaputte Glastor aus Luckau reparieren will. FOTO: Andreas Staindl
Kasel-Golzig. Die Glaskünstlerin Beate Bolender hat am Wochenende in ihr Atelier in Kasel-Golzig eingeladen. Dort inspirierte sie die Besucher mit ihren neuesten Arbeiten und mit ganz irdischen Aufgaben. Von Andreas Staindl

Osterspaziergänge im Atelier von Beate Bolender in Kasel-Golzig (Unterspreewald) sind immer spannend. Spannend, weil die Künstlerin gern experimentiert. Glas ist ihr bevorzugtes Material.

Und das setzt sie seit vielen Jahren auch auf überraschende Weisen ein. Beate Bolender kombiniert Glas mit Bildern. „Ich bin rein zufällig auf diese Möglichkeit gestoßen.“ Für den Betrachter öffnen sich inspirierende Dimensionen. Die neue Ausstellung der Künstlerin macht das deutlich. Sie heißt wie ihre zahlreichen Vorgänger „Osterspaziergang“ und wurde am Samstagnachmittag eröffnet.

„Dreidimensionale Kunstwerke  bereiten mir viel Freude“, sagt die Künstlerin. „Glas ist ein  wunderbares Material, denn man sieht alles, was dahinter ist.“ Beate Bolender hat schon immer gern Glas gestaltet, dem Material eine künstlerische Note gegeben. Jetzt hat sie Dinge entdeckt, die auch für sie neu sind und die sie reizen.

Die Meisterin der Glasgestaltung hat Figuren aus besagtem Material gefertigt und diese in verschiedenen Ebenen zueinander auf einer Miniaturbühne platziert. Für sie ist es ein Kabinett mit Fabelwesen. Die Künstlerin hatte während ihrer Arbeit ein politisches Kabinett im Hinterkopf, wie sie erklärt: „Meine Werke erzählen immer eine Geschichte.“

Diese zu entdecken, vielleicht für sich selbst ganz neu zu interpretieren, das ist das Spannende an Beate Bolenders Exponaten. Jetzt im Frühjahr spielt Ostern eine große Rolle. „Kleiner Osterspaziergang“ heißt denn auch eines ihrer Werke in Glas, in das sie verschiedene Figuren und Gegenstände integriert hat.

Die Künstlerin fertigt nicht nur reine Kunstwerke, sondern auch Dinge, die man benutzen kann, etwa als Schale, Dose, Vase, Schmuck oder Eierbecher. Von der Stange produziert ist keines ihrer Exponate, das würde nicht zu ihr passen.

Beate Bolender liebt das Gestalten von Glas, das Spiel mit dem Licht, und neuerdings ebenso die Kombination mit Malerei.

Eines ihrer Bilder ist aus früheren Werken zusammengesetzt. Ein interessantes Experiment, das neugierig macht. Die Ideen gehen der Künstlerin nicht aus. Sie lässt sich gern vom Leben inspirieren und auf Neues ein.

Doch manchmal steht sie auch vor ganz bodenständigen Aufgaben. Beate Bolender kümmert sich zurzeit um ein kaputtes Tor aus künstlerisch gestalteten Glasplatten. Die Künstlerin hatte es selbst angefertigt. Das ist jetzt fast 20 Jahre her. Das Tor in Nachbarschaft des Capitols in Luckau wurde so schwer beschädigt, dass zahlreiche Glaselemente ausgetauscht und ersetzt werden müssen.

Wie sie das macht, und welche Herausforderung diese Aufgabe bereithält, das hat die Künstlerin den Gästen am Samstag erklärt. Und sie hat Lust gemacht auf einen Streifzug durch ihr Atelier. Neben Kunstwerken sind dort kleine Ostergeschenke und -schmuck zu entdecken.

Besucher finden weitere Infos unter www.glassignal.de im Internet.