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| 02:46 Uhr

Gießmannsdorfs Kita kann hoffen

Mit größter Vorsicht müssen die Jungen und Mädchen die zwölf Stufen zur Garderobe überwinden. Auch für die Eltern und Erzieherinnen ist der steile Weg zum Kellerbereich nicht einfach. Das soll sich aber im kommenden Jahr ändern.
Mit größter Vorsicht müssen die Jungen und Mädchen die zwölf Stufen zur Garderobe überwinden. Auch für die Eltern und Erzieherinnen ist der steile Weg zum Kellerbereich nicht einfach. Das soll sich aber im kommenden Jahr ändern. FOTO: Foto-Zahn/fza1
Luckau. Die Kitas in den Luckauer Ortsteilen Gießmannsdorf und Kaden haben dringenden Sanierungsbedarf. Die Stadtverwaltung sucht Lösungen trotz knapper Kassen. Carmen Berg

"Der Platz ist ausreichend, allerdings verteilen sich die Räume über drei Etagen", benennt Luckaus Bauamtsleiter Michael Krüger vor dem Sozialausschuss das Problem der Kita Gießmannsdorf. Ausgelegt für 30 Kinder, werden dort laut Kita-Leiterin Sylvia-Kathrin Karche aktuell 24 Mädchen und Jungen betreut. Die Gruppenräume liegen im Erdgeschoss, zum Mittagsschlaf müssen die Steppkes unters Dach. Die Garderoben wurden, um für den Brandfall Fluchtwege frei zu halten, vom Flur in den Keller verlagert. "Die Treppe ist gefährlich, besonders im Winter mit glatten Schuhsohlen", sagt Heiko Terno, Vater zweier Kita-Kinder. "Die Situation ist nicht glücklich", bestätigt Bauamtsleiter Krüger. Nötig hätte das Haus zudem eine Dachinstandsetzung und energetische Sanierung. Das Komplettpaket würde 500 000 Euro kosten. "Das Geld ist nicht da", sagt Michael Krüger. Mit dem Freizug einer benachbarten Wohnung aber scheint Abhilfe in Sicht.

Der Verwaltung zufolge wird ein Projekt vorbereitet, wonach sich künftig der gesamte Kita-Betrieb auf einer Etage abspielen soll. Drei große Räume der Wohnung würden im Erdgeschoss für die Kinderbetreuung zur Verfügung stehen. Im Bad seien Toiletten für die ganz Kleinen denkbar. Die Küche und die bemängelten Garderoben könnten vom Keller ins Erdgeschoss ziehen. Zugleich würde das Dachgeschoss für eine neue Nutzung frei, sagt der Bauamtsleiter. Bei der ebenerdigen Lösung müssten Rettungswege neu eingerichtet werden, beispielsweise durch Ausgänge in den Garten. Doch das sei machbar, so Michael Krüger. Die Kosten für diese Variante beziffert er auf 80 000 Euro.

Planung wird vorangetrieben

"Die wichtigsten Probleme im Brand- und Unfallschutz würden damit gelöst", fügt Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) an. "Wünsche aus dem Dorf, künftig im Dachgeschoss eine Wohnung zu etablieren, müssten jedoch zurückstehen", so der Bürgermeister auf Nachfragen aus dem Sozialausschuss. Laut Bauamtsleiter sollen im nächsten Jahr die Planungen für das Vorhaben vorangetrieben und finanzielle Mittel beantragt werden. Heiko Terno drängt darauf, die Garderoben schon jetzt in die ehemalige Wohnung zu verlagern. "Vor einer räumlichen Veränderung müssen die Brandschutzauflagen für die Rettungswege erfüllt sein", entgegnet der Bauamtsleiter.

Neben Gießmannsdorf hat die Verwaltung die Nöte der Kita in Kaden im Blick. Derzeit besuchen mit einer befristeten Ausnahmegenehmigung 29 Kinder die Kita, die nur 23 Plätze hat. Brennpunkt sind hier die Schlafräume für zwölf Krippenkinder unterm Dach, wo es im Sommer drückend heiß und im Winter kalt ist. Dem Bauamtsleiter zufolge ist ein Um- oder Anbau im Gespräch. In den Haushalt 2014 sollen Mittel eingestellt werden, um ein Konzept vorzubereiten. Die Kosten würden weit höher als in Gießmannsdorf, davon geht die Verwaltung aus. Wolfgang Luchmann (SPD) schlägt einen Variantenvergleich von Neubau und Sanierung für die Kita Kaden vor.

25 Kinder als Minimum

Luckau habe viel Geld in die Hand genommen, um Kindereinrichtungen auf modernen Standard zu bringen, ruft Bürgermeister Lehmann ins Gedächtnis. Er nennt die sanierten Kitas in der Kernstadt, den laufenden Hortneubau sowie die Arbeiten an den Kitas in Cahnsdorf und Görlsdorf, die sich dem Abschluss näheren. Wo investiert werde, müsse auf absehbare Zeit eine "vertretbare Auslastung" gesichert sein. 25 Kinder sieht der Bürgermeister als Minimum. "Alles darunter ist kritisch". Deshalb solle versucht werden, über eine Lenkung der Elternwünsche die Zukunft kleiner Häuser zu sichern.

Zum Thema:
Die Belegungszahlen in den Kindereinrichtungen der Stadt Luckau und die Kita-Bedarfsplanung 2014 bis 2016 sollen der Tagesordnung zufolge Thema im Hauptausschuss am heutigen Dienstag, 3. Dezember, sein. Das Gremium trifft sich um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Luckauer Rathauses. Weitere Tagesordnungspunkte befassen sich mit Windkraftvorhaben auf der Dubener Platte und den Wahlkreisen für die Kommunalwahl 2014.