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Gießmannsdorfer Trasse auf Eis

Radeln auf der B 96 bei Gießmannsdorf bleibt gefährlich.
Radeln auf der B 96 bei Gießmannsdorf bleibt gefährlich. FOTO: dfh
Luckau. Der Radweg an der B 96 zwischen dem südlichen Ortseingang von Wierigsdorf und dem südlichen Ortseingang von Gießmannsdorf wird 2018 nicht gebaut. Die Wogen bei den Gießmannsdorfern schlagen hoch, als Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) ihnen dieser Tage die Botschaft des Landesbetriebes für Straßenwesen verkündet. Carmen Berg

Viele geben für den erneuten Aufschub den Wierigsdorfern die Schuld. Sie hatten kurzfristig und zeitgleich eine Unterschriftensammlung mit Sicherheits-Einwänden gegen die geplante Trassenführung in ihrem Dorf an den Landesbetrieb und die Stadt Luckau verschickt. Ob das die Baupläne zum Einsturz brachte, ist offen.

Wie Steffen Kleiner, Dezernatsleiter Planung Süd, auf RUNDSCHAU-Nachfrage erklärt, hatte der Landesbetrieb bereits vor Wochen neutrale Gutachter mit einem Audit zur Verkehrssicherheit beauftragt. Die Ergebnisse liegen seit einigen Tagen vor. Demnach deckten die Experten noch Sicherheits-Schwachstellen in der Planung auf und wiesen darauf hin, wie wichtig ein übergreifendes Konzept für die Trasse sei, sowohl auf freier Strecke als auch in Wierigsdorf, Gießmannsdorf und mittelfristig in Rüdingsdorf. Es soll nun schnellstmöglich auf den Tisch gelegt werden. Der Dezernatsleiter nennt einen Zeitrahmen bis Jahresende.

Um den Radweg geht es seit zehn Jahren. Von Luckau bis zur Ortsumfahrung sowie von dort bis zum Ortseingang von Wierigsdorf ist er fertig. Die Weiterführung bis Gießmannsdorf schien für 2018 sicher.

Eine junge Frau ist aufgebracht. "Die Wierigsdorfer haben gut reden. Sie haben die sichere Anbindung an Luckau. Wir haben aber auch Kinder, die mit dem Rad in die Schule oder ins Freibad wollen." Ortsbeiratsmitglied Uwe Vogt sagt, das Gießmannsdorfer Wohngebiet Essfeld entwickle sich gut, so dass künftig mehr junge Familien die Verbindung nutzen werden. Ein anderer meint, es sei verständlich, dass die Wierigsdorfer ihre Wünsche hätten. "Aber die Art und Weise, so hintenrum, ist nicht o.k."

Laut Planung sollte die Trasse in Wierigsdorf als kombinierter Rad- und Gehweg auf der östlichen Seite verlaufen. Zwei Jahre habe es gedauert, mit den Eigentümern der Flächen Übereinkunft zu erzielen, sagt Gerald Lehmann. Die Wierigsdorfer wollen nun aber stattdessen beidseitig Radfahrstreifen, die durch Markierungen von der Fahrbahn abgegrenzt sind. Das sei auch für die Stadt eine neue Situation, so der Bürgermeister. Die Wierigsdorfer Meinung, ihr Vorschlag sei sicherer und kostengünstiger, teilt der Bürgermeister nicht: "Auf reinen Radstreifen dürfen Fußgänger nicht laufen." Für die Radwege sei der Landesbetrieb in der Pflicht, die Stadt müsste daneben separate Gehwege bauen. An den Kosten würden die Anlieger jeweils beteiligt. Hinzu komme der nötige Grunderwerb auf der westlichen Seite, rechnet Gerald Lehmann vor.

Er plädiert jedoch dafür, sich nicht in auseinander zu dividieren. "Ich möchte, dass wir das Ziel nicht aus den Augen verlieren", sagt er.