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| 01:26 Uhr

Gewerbeflächen und Wald in Dahme-Spreewald gefragt

Gewerbeflächen sowie Wald sind im vergangenen Jahr Verkaufsschlager auf dem Grundstücksmarkt im Dahme-Spreewald-Kreis gewesen. Nach Angaben des Gutachterausschusses sind 25 Gewerbegrundstücke und damit neun mehr als im Vorjahr verkauft worden. Die Preise für Forstflächen sind demnach um ein Drittel gestiegen – die Unterschiede liegen allerdings im Cent-Bereich. Die Preise für Eigenheimgrundstücke blieben dagegen nahezu unverändert. Von Tilo Winkler

„Der Grundstücksmarkt im Landkreis Dahme-Spreewald liefert ein Spiegelbild der derzeitigen Situation des Immobilienmarktes im Großraum Berlin-Brandenburg“ , erklärt Jürgen Kuse, Vorsitzender des Gutachterausschusses und Leiter des LDS-Katasteramtes. Direkte Auswirkungen der internationalen Immobilienkrise seien auf dem lokalen Markt nicht spürbar gewesen.
Bemerkenswert sei die Entwicklung bei den Gewerbeflächen. Im vergangenen Jahr seien im Kreis 25 Gewerbegrundstücke mit einer Gesamtfläche von 38,5 Hektar zu einem Preis von in Summe 13,2 Millionen Euro veräußert worden. Im Jahr zuvor waren laut Statistik des Gutachterausschusses 16 Kaufverträge für 14,5 Hekter mit einem Geldumsatz von 4,9 Millionen Euro geschlossen worden. „Auffällig ist der deutliche Anstieg der Umsätze für gewerblich genutzte Bauflächen im weiteren Umfeld des künftigen Großflughafens Berlin-Brandenburg International“ , so Kuse. „Der Baubeginn hat offensichtlich den Gewerbeflächenmarkt im Umfeld des BBI in Bewegung gebracht. Es herrscht jetzt Rechtssicherheit.“ Diese Entwicklung halte im Jahr 2008 an. Aber auch im „äußeren Entwicklungsraum“ , sprich im Süden des Landkreises, sei Bewegung auf dem Gewerbegrundstücksmarkt. Der Chef-Gutacher verwies dabei beispielsweise auf die Gewerbegebiete in Golßen und Alteno. „Die Konjunktur zieht an“ , erklärt Kuse.
Um bis zu 20 Prozent gestiegen seien die Preise für Acker- und Grünland. In Summe reagierte der landwirtschaftliche Bodenmarkt jedoch „nur verhalten auf die im internationalen Rahmen gestiegene Nachfrage nach Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Rohstoffen“ , erläutert der Vorsitzende des Gutachterausschusses.
Prozentual stark nach oben gegangen sind laut Kuse die Bodenrichtwerte für Wald. Die Steigerung beläuft sich auf etwa 35 Prozent. Allerdings handelt es sich dabei immer um Cent-Beträge. Ein Hektar Wald kostet im LDS zwischen 1200 und 2300 Euro – immer abhängig von Lage und Baumbewuchs.
Der Gutachterausschuss wertete insgesamt 716 Kaufverträge für land- und forstwirtschaftliche Flächen aus (2006: 557). Es wechselten demnach insgesamt 4169 Hektar (5597 Hektar) die Besitzer. Dabei wurden neun Millionen Euro umgesetzt (6,1 Millionen Euro).
Auf dem Gebiet der Eigenheimbauflächen und bebauten Grundstücke sind den Angaben des Ausschusses zufolge kaum Veränderungen zu Vorjahren zu erkennen. Während in Spitzenlagen am Zeuthener See 220 Euro pro Quadratmeter Bauland bezahlt werden, sind auf dem flachen Land im Süden des Kreises Grundstücke schon für fünf Euro pro Quadratmeter zu haben. Schön gelegene Grundstücke in Nähe des Schwielochsees kosten 20 bis 23 Euro pro Quadratmeter. Für voll erschlossene Grundstücke in Lübbener Eigenheimgebieten werden 40 bis 50 Euro pro Quadratmeter bezahlt, in Bebauungsplangebieten in den Ortsteilen liegt der Preis zwischen 32 bis 35 Euro.
„Leichte Steigerungsraten sind immer noch in bevorzugten Wohnlagen der Kreisstadt Lübben und in see- und wassernahen Gemeinden zu verzeichnen“ , sagt Kuse. Es sei jedoch erkennbar, dass der Unterschied zu den meist geringeren Preisen für Grundstücke in gewachsenen Ortsstrukturen abnehme. „Die Erwerber honorieren verstärkt die Anstrengungen in den Gemeinden zur Verbesserung der lokalen Infrastruktur“ , so Kuse.

Zum Thema Bodenrichtwerte
  Dem Gutachterausschuss des Landkreises Dahme-Spreewald lagen zur Auswertung des Jahres 2007 insgesamt 3008 Kaufverträge vor. Der Flächenumsatz betrug demnach 4882 Hektar. 245 Millionen Euro wurden insgesamt bezahlt.
Wer Fragen zu Grundstückspreisen hat, kann sich an die Geschäftsstelle wenden. Sie ist unter der Telefonnummer 03546/20 27 59 erreichbar.