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Gewerbe und Tourismus im Boot

Zum Abschluss des Rundgangs durch die Schaubäckerei reichte René Klinkmüller den Mitgliedern des Luckauer Ausschusses für Gewerbe-, Tourismus- und Stadtmarketing eine Kostprobe aus eigener Produktion.
Zum Abschluss des Rundgangs durch die Schaubäckerei reichte René Klinkmüller den Mitgliedern des Luckauer Ausschusses für Gewerbe-, Tourismus- und Stadtmarketing eine Kostprobe aus eigener Produktion. FOTO: I. Hoberg
Luckau. Was Handwerk und Gewerbe mit Tourismus und Stadtmarketing zu tun haben, davon hat sich der Fachausschuss der Luckauer Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend ein Bild gemacht. Ehe es zur Beratung über aktuell in Arbeit befindliche Beschlussvorlagen ging, trafen sich die Ausschussmitglieder in der Schaumanufaktur der Bäckerei Klinkmüller in der Langen Straße. Ingrid Hoberg

"Hier ist für die Stadt wieder ein Highlight entstanden", stellte Ausschussvorsitzender Lothar Treder-Schmidt (Luckau-Land/Grüne) nach dem Rundgang fest. Mit moderner Technik und qualifizierten Mitarbeitern wird bei Klinkmüller produziert. Die hohe Kunst der Patisserie können kleine Gruppen von angemeldeten Besuchern seit Neuestem in der gläsernen Manufaktur miterleben. Wie René Klinkmüller erklärte, sind die Produkte nicht nur bei Luckauern beliebt. "Ohne eine motivierte Mannschaft wäre die hohe Qualität nicht möglich", sagte er.

Wie unternehmerische Aktivitäten mit der Tourismusentwicklung korrespondieren, war dann während der Beratung im Rathaus ebenfalls Thema. Gastwirt Frank-Wilhelm Binde vom Gasthof zum Hirsch in Fürstlich Drehna legte seine langjährigen Erfahrungen als Gastronom dar. Als Quereinsteiger hat er begonnen, sich qualifiziert und führt seit 1997 das sanierte, historische Haus. Dass die Geschichte des Hauses erkennbar geblieben ist und der Saal bespielt wird, hob Ausschussvorsitzender Treder-Schmidt besonders hervor, und er sprach von einer Erfolgsgeschichte.

Gastwirt Binde verwies darauf, dass er in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen gesammelt hat, die nicht nur von Hochstimmung geprägt waren. So gehe es um die Entwicklung als überregionales Ausflugsziel, zu dem auch die Gäste finden, die den Spreewald besuchen und weitere Highlights suchen. Frank-Wilhelm Binde machte deutlich, wie wichtig es ist, dass sich Gäste willkommen fühlen und persönliche Kontakte aufgebaut werden. Bei der Werbung für Veranstaltungen, die er bisher ohne die Stadt macht, wünschte er sich dennoch mehr Unterstützung. Auch auf die Bedeutung der Präsenz im Internet verwies er. Lothar Treder-Schmidt erklärte, dass der Landkreis Dahme-Spreewald für die Versorgung mit schnellem Internet "Geld in die Hand genommen" hat und auf diesem Gebiet auch im ländlichen Raum Verbesserungen in Sicht sind. Und er empfahl die Zusammenarbeit mit Manuela Hanschick, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Niederlausitzer Land, um den Internetauftritt zu verbessern und beispielsweise in den Kulturplan der Stadt auch die Veranstaltungen im Gasthof zum Hirsch aufzunehmen.

Weitere Probleme sprach Frank-Wilhelm Binde an, beispielsweise das unterbrochene Wegenetz um den Schlabendorfer See, wodurch der Radtourismus eingeschränkt werde. Und die Schwierigkeit, in der Gastronomie fachlich versiertes Personal zu gewinnen und zu halten.

Zum Thema:
Die Satzung zur Sondernutzung von Ortsstraßen und Ortsdurchfahrten und die Gebührensatzung sollen nach mehr als 17 Jahren überarbeitet werden, wie Thomas Schäfer vom Bürgeramt erklärte. Gebühren werden in diesem Zusammenhang "moderat angepasst". Die Vorlage wird vor der Beschlussfassung am 27. April in der Stadtverordnetenversammlung noch einmal im Hauptausschuss am 4. April diskutiert.