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| 13:14 Uhr

Aus den Kirchen
Gesucht: Freiwillige für St. Nikolai

Pfarrer Martin Meyer, Hans-Jürgen Kayser und Bürgermeister Gerald Lehmann (v.l.) hoffen auf Verstärkung für das Projekt der offenen Kirche.
Pfarrer Martin Meyer, Hans-Jürgen Kayser und Bürgermeister Gerald Lehmann (v.l.) hoffen auf Verstärkung für das Projekt der offenen Kirche. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. Gemeinde und Stadt wollen Kirchenöffnung wieder an sieben Tagen in der Woche sichern. Von Carmen Berg

Rund 8000 Menschen haben im Vorjahr die Nikolaikirche besichtigt. Das Gotteshaus mit mehr als 1000 Plätzen zählt Experten zufolge zu den fünf wichtigsten Kirchenbauten des Mittelalters in Berlin und Brandenburg und ist zugleich die größte gotische Stadtkirche der Niederlausitz. Seit der Landesgartenschau 2000 steht die Kirche Touristen offen, momentan aber nur sonnabends und sonntags von 13 bis 16 Uhr. Um das Angebot auch werktags zu machen, wie Mitte der 2000er Jahre schon einmal, brauchen die ehrenamtlichen Kirchenöffner dringend freiwillige Verstärkung. Stadt und Gemeinde sind gemeinsam auf der Suche.

„Den Menschen unsere Kirche zu zeigen, ist eine schöne Aufgabe“, sagt Hans-Jürgen Kayser, Mitinitiator des Projektes und „gute Seele“ der Gemeinde. Der Luckauer, Jahrgang 1950, ist in St. Nikolai getauft, konfirmiert und dem Gemeindeleben eng verbunden. Geht es um die Schätze im Gotteshaus, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Die klanggewaltige Donat-Orgel, die reich verzierten Holzemporen mit der Doppelwendeltreppe, die Sandsteinkanzel – „es gibt so viel Sehenswertes“, sagt er.

Ein Empfinden, das Besucher teilen. „Gewaltig und beeindruckend“, so schwärmt Familie Adam aus Hildesheim im Gästebuch. Es finden sich dort Einträge aus aller Welt, von Finnland bis in die USA. Für Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) ist die Nikolaikirche nicht nur das Herz der evangelischen Gemeinde, sondern prägendes Zentrum für die ganze Stadt.

Einige Jahre halfen den Ehrenamtlern Arbeitskräfte in geförderten Maßnahmen, doch diese Möglichkeiten gebe es kaum noch, sagt Pfarrer Martin Meyer. Bürgermeister Lehmann will bei der Lösungssuche unterstützen. Denkbar sei eine Partnerschaft beim Bundesfreiwilligendienst, sagt er.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Vorerst soll die Kirchenöffnung an Werktagen mit Ehrenamtlichen neu angeschoben werden. Pfarrer und Bürgermeister hoffen auf Menschen, die Lust auf diese Aufgabe haben. Einsteiger bekommen eine Einführung in alles Wichtige, sagt Pfarrer Meyer. Sie würden Ansprechpartner für die Gäste sein und den Büchertisch betreuen. „Wer mehr tun möchte, kann sich gern für Kirchenführungen schulen lassen“, das sei jedoch nicht Bedingung, so der Pfarrer. Auch müssten Kirchenöffner nicht zwingend der Kirche angehören, sie sollten jedoch das nötige Feingefühl für Belange des Glaubens mit sich bringen, sagt er.

Ziel sei es, täglich mindestens drei Stunden für interessierte Touristen da zu sein. Rüstige Jung-Rentner kann sich Hans-Jürgen Kayser dafür gut vorstellen. Seine Erfahrung: „Man gibt als Gästebetreuer nicht nur Wissen weiter, sondern lernt selbst viel dazu.“ Der Luckauer erzählt von bewegenden Begegnungen im Ehrenamt. So hatte er schon mehrmals Gäste, die im Sommer 1945 auf der Flucht für mehrere Monate in der Kirche lebten. Das habe er nicht gewusst. „Sie hatten sich in den Logen notdürftig eingerichtet unter Umständen, die heute kaum vorstellbar sind“, sagt er.

Wer Kirchenöffner werden möchte, kann sich im Gemeindebüro, Schulstraße 2, Telefon 03544 2339, E-Mail: kirche-luckaupfarramt@t-online.de oder im Rathaus, Sekretariat des Bürgermeisters, Telefon 03544 594100 melden und näher informieren.