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| 02:44 Uhr

Gestrichene Wünsche für Schulen und Feuerwehr

Dahme. Der Haushalt des Amts Dahme 2017 ist in der Diskussion. Trotz eines Fehlbetrages soll die Amtsumlage gesenkt werden, um die Kommunen zu entlasten. Im Gegenzug soll bei Wünschen der Rotstift angesetzt werden. asd1

Kämmerin Bärbel Schmidt hat während der jüngsten Amtsausschusssitzung vorgeschlagen, die Amtsumlage von 31 auf 29 Prozent zu senken. Dadurch ließe sich das Minus in den Haushalten der drei amtsangehörigen Gemeinden reduzieren. Die Stadt Dahme hätte 164 000 Euro mehr zur Verfügung, die Gemeinde Ihlow 19 000 Euro und Dahmetal 13 000 Euro. Im Gegenzug sollen Wünsche der Grund- und der Oberschule sowie der freiwilligen Feuerwehr gestrichen werden.

Bei den beiden Schulen soll an Unterhaltungsmaßnahmen gespart werden, nur halb soviel Geld wie beantragt soll bereitstehen. Die Grundschule hatte sich Maßnahmen in Höhe von 30 000 Euro und die Oberschule Unterhaltungsmaßnahmen in Höhe von 80 000 Euro gewünscht. Die Kürzungen sind für Lydia Lehmann "ein Schlag ins Gesicht. Die Streichungen sind nicht nachvollziehbar", sagt die stellvertretende Grundschulleiterin. Auch Henri Kuhl ist vom "Streichkonzert" nicht begeistert. "Ich kann nicht immer nur auf Schäden reagieren, sondern muss Räume in der Schule auch mal komplett erneuern", sagt der Leiter der Oberschule. "Wir haben schon jetzt so viele Probleme. Die Räume in unserem Keller sind fast gar nicht mehr nutzbar. Wir müssen dringend etwas tun." Er kritisiert, dass für die Feuerwehr deutlich mehr Geld als für die Schulen zur Verfügung gestellt wird: "Der Amtsausschuss muss Prioritäten setzen", so Kuhl.

Dafür braucht das Gremium eine Prioritätenliste wie der Ausschussvorsitzende Thomas Willweber (Freie Wähler) sagt: "Dann können wir schauen, was realisierbar ist." Alle Wünsche der Schulen werden sich nicht erfüllen lassen, so Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos). Notwendige Investitionen würden durch immer neue gesetzliche Auflagen ausgebremst. "Dagegen sind wir machtlos", so der Verwaltungschef. Auch er fordert von den Schulen eine Prioritätenliste. Was schließlich tatsächlich in diesem Jahr in die beiden Bildungseinrichtungen investiert werden kann, ist für ihn "Kaffeesatzleserei".

Karsten Schmidt wehrt sich gegen Streichungen im Bereich der Feuerwehr. Der Amtswehrführer bat darum, Geld für den Gerätewagen Logistik und den Mannschaftstransportwagen (MTW) im Haushalt zu belassen: "Beide Fahrzeuge sind etwa 20 Jahre alt und für die Einsatzfähigkeit der Wehren sehr wichtig. Die Reparaturen kosten auch Geld."

André Weigt (Dahmer Umland) würde die Amtsumlage deshalb bei 31 Prozent belassen: "Es gibt Investitionsbedarf, der gedeckt werden muss." Manfred Hartfelder (CDU) ist für eine Senkung auf 29 Prozent, "auch wenn dann weniger Geld für die Schulen und die Feuerwehr zur Verfügung steht". Werner Schröder (parteilos) sieht das ähnlich, warnt aber davor, Schulen und Feuerwehr zu vernachlässigen. Er verwies zudem auf 2018: "Wenn die Gemeinde Niederer Fläming zu unserem Amt kommt, müssen wir ohnehin alles neu betrachten."

Auch Thomas Willweber hofft auf das nächste Jahr. Er beruft sich dabei auf eine positive Prognose der Kämmerin und wirbt für die Senkung der Amtsumlage auf 29 Prozent. Die Mitglieder des Amtsausschusses folgten diesem Vorschlag mehrheitlich. Im März soll der Amtshaushalt beschlossen werden. Zuvor will sich das Gremium vom Investitionsbedarf in beiden Schulen überzeugen.