Das zumindest deutete Gudrun Padack vom Bauamt der Gemeinde Heideblick dem Bauausschuss und auch in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung an. Dort sah sie sich mit dem Hilferuf der Wirtsleute Rohr konfrontiert. Deren im Wald gelegene Gaststätte ist ein beliebtes Ausflugsziel. Anfang der 90er Jahre wurde die Straße dorthin ausgebaut. Die Anlieger wurden an den Kosten beteiligt.
„1998 zeigten sich die ersten großen Schäden. Das damalige Amt Heideblick wurde informiert. Doch bewegt hat sich nicht. Es hieß immer, es sei kein Geld da“ , erzählt Ingrid Rohr. „Die Schäden sind uns seit Jahren bekannt. Es gab mehrere Versuche, eine Lösung zu finden, doch erfolglos. Die Straße wurde damals mit Fördermitteln gebaut. Eine erneute Förderung, etwa über das Programm Integrierte Ländliche Entwicklung, kommt also nicht mehr in Frage“ , erklärte Gudrun Padack. Wie sie sagt, dürfen Anliegerbeiträge für die selbe Straße frühestens in 20 bis 25 Jahren wieder erhoben werden. Das bedeutet, dass sich die Wirtsleute noch bis etwa 2015 gedulden müssten. Erst dann sei wieder eine grundhafte Sanierung mit Bürgerbeteiligung möglich, so Padack.
Bis dahin könne es nur eine Unterhaltung der Straße geben. „Mehr als Flickschusterei können wir die nächsten Jahre nicht anbieten“ , befürchtet die kommissarische Leiterin des Bauamts. „Die Gemeinde muss nach finanziellen Möglichkeiten suchen, die Straße vorher auszubauen.“ , sagte sie. Eine Lösung habe sie jedoch nicht parat.
Andreas Schiemenz, der Vorsitzende des Bauausschusses, lehnte schon bei der Beratung in diesem Gremium Ausbesserungsarbeiten ab. Seiner Ansicht nach wäre das Geld dafür rausgeschmissen. Der schlechte Zustand der Straße erfordere einen grundhaften Ausbau.
Familie Rohr fühlt sich außerdem touristisch vernachlässigt. Die Beschilderung etwa sei nicht ausreichend. Auch eine ausgebaute Anbindung in Richtung Fläming-Skate und in den benachbarten Elbe-Elster-Kreis gebe es nicht - nur Waldwege. „Viele unserer Gäste denken, hier ist die Welt zu Ende. Es gibt in der Gemeinde Heideblick nicht nur die Waldbühne und den Höllberghof. Auch wir schaffen Arbeitsplätze und das seit 15 Jahren“ , erinnerte Ingrid Rohr und sagte: „Wir fühlen uns benachteiligt.“