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| 02:40 Uhr

Geldautomat in Luckau gesprengt

Die Wucht der Sprengung hat die Selbstbedienungszone der Bank komplett zerstört.
Die Wucht der Sprengung hat die Selbstbedienungszone der Bank komplett zerstört. FOTO: Carmen Berg
Luckau. Auf dem Parkplatz des Einkaufskomplexes an der Luckauer Karl-Marx-Straße bleiben Passanten ungläubig vor dem rot-weißen Absperrband stehen. Die Filiale der Commerzbank bietet ein Bild der Verwüstung. Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag den Geldautomaten gesprengt. Carmen Berg

Die Eingangstür ist herausgedrückt, große Splitter liegen im Umkreis von zehn Metern verstreut. Der komplette Selbstbedienungsbereich ist zerstört. Metallverkleidungen liegen herum. Teile der Decke sowie der Beleuchtung hängen herunter. "Ich wollte Geld holen, was wird nun?", fragt eine ältere Dame bestürzt Polizisten, die die Bank weiträumig abriegeln. Die Beamten müssen die Seniorin vertrösten. Die Filiale ist geschlossen, in der Bank ermittelt die Polizei und sichert Spuren.

Gegen 0.45 Uhr in der Nacht haben Zeugen einen lauten Knall gehört. Als die Polizei kurz darauf eintrifft, findet sie ein Bild vor, das inzwischen in der Region nur allzu vertraut ist: Der Geldautomat wurde durch ein Gasgemisch gesprengt. Allein in Brandenburg gab es in den vergangenen Monaten 24 solcher Fälle, die Hälfte davon passierte in der Lausitz.

Wie ein Polizeisprecher sagt, entkamen die Täter in Luckau offenbar ohne Beute mit einem dunklen Pkw und hatten wenig später am Bahnhof einen Unfall. Zu Fuß setzten die beiden Fahrzeuginsassen ihre Flucht fort. Trotz intensiver Fahndung, bei der auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam, konnten sie nicht gefasst werden, wie die Polizei weiter mitteilt. Luckauer, die aus dem Nachtschlaf gerissen wurden, sprechen von einer "wilden Verfolgungsjagd". Die im Oktober gegründete Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Auf die Luckauer Commerzbank-Filiale ist es bereits der zweite Anschlag innerhalb von zwei Jahren. "Der Schaden ist erheblich", so Bank-Sprecherin Heike Ziegenbalg gestern gegenüber der RUNDSCHAU. Die komplette Selbstbedienungszone samt aller Geräte sei zerstört. Betroffen sei auch der Übergang ins Innere der Bank.

Mindestens noch am heutigen Freitag, womöglich auch länger, bleibt das Geldinstitut deshalb komplett geschlossen. So müssen Statiker beispielsweise erst prüfen, ob die Bauhülle noch sicher ist. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, unseren Kunden gewohnte Dienstleistungen bald wieder anzubieten", sagt Heike Ziegenbalg. Vorübergehend sind die Berater am Filial-Standort in Lübben, Hauptstraße 13, erreichbar. Dort können Kunden auch Geld abheben. Nähere Auskünfte erhalten Kunden unter der Rufnummer 03544 555350, informiert Heike Ziegenbalg.

Luckauer, die am Donnerstag zum Einkaufen in die benachbarten Märkte und Geschäfte kommen, reagieren empört auf die gewaltsame nächtliche Aktion. "Eine Katastrophe ist so was", bringt Bärbel Heisler eine Meinung auf den Punkt, wie sie an diesem Vormittag häufig zu hören ist. Reinhilde Dammüller schaut auf die Reste der Tür und das Chaos, das dahinter sichtbar wird. "Es ist unfassbar, dass so etwas bei uns schon wieder passiert, und es ist ein ungutes Gefühl", sagt sie und steht nicht allein mit ihrem Wunsch: "Die Polizei müsste in Luckau wieder rund um die Uhr stationiert sein."