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Gehrener Waldbad wieder schick

In Eigeninitiative haben die Gehrener ihr Naturschwimmbad wieder zu einem Paradies für kleine und große Badegäste gemacht. Im flachen Wasser können sich die Knirpse ein bisschen fühlen wie an der Ostsee und nach Herzenslust im feinen Sand buddeln.
In Eigeninitiative haben die Gehrener ihr Naturschwimmbad wieder zu einem Paradies für kleine und große Badegäste gemacht. Im flachen Wasser können sich die Knirpse ein bisschen fühlen wie an der Ostsee und nach Herzenslust im feinen Sand buddeln. FOTO: Birgit Keilbach
Gehren. Derzeit zeigt sich die Witterung nicht gerade sommerlich, doch es gab auch schon Badewetter. Dann war die Liegewiese am idyllisch gelegenen Waldbad schon gut bevölkert. Denn seit diesem Sommer ist hier wieder ungetrübtes Badevergnügen möglich. Birgit Keilbach

Für die Jüngsten aus dem Dorf ist ein großer Flachwasserbereich entstanden, mittendrin ein großer Berg aus feinem Sand. Dort können sie nach Herzenslust buddeln, Burgen bauen, sich im Wasser tummeln. "Ich hopse am liebsten vom Steg ins Wasser", erzählt der vierjährige Lennart Felix. Das gefällt auch dem gleichaltrigen Oscar Jäde. Der dreijährige Finn Neumann buddelt gerade ein großes Loch im Sand. "Wir finden es ganz toll, dass hier wieder so schöner weißer Sand ist und die Kinder im Nichtschwimmerbereich herumlaufen können, ohne gleich ins Tiefe zu kommen", beschreibt Mutter Sandy Neumann, worüber sich vor allem die Eltern der Knirpse freuen. Viele von ihnen haben selbst als Kind die Sommerferien im nahe gelegenen Bad verbracht. "Das Schwimmbad gehört einfach zu Gehren", sagt Sandy Neumann.

In den vergangenen Jahren büßte es jedoch zunehmend an Attraktivität ein. Besonderes Problem war der sich immer weiter ausbreitende Sumpfschachtelhalm im Flachwasserbereich an der Liegewiese. Jahrelang wurde nach einer Lösung gesucht, wie dem Unkraut beizukommen ist. Immer weniger Badegäste kamen. Algen breiteten sich aus. Das Bad stand auf der Kippe. Die Verwaltung der Gemeinde Heideblick schlug die Umwandlung zu einem Teich vor.

Damit konnten und wollten sich die Einwohner jedoch nicht anfreunden. Im September vergangenen Jahres stimmten sie einem Konzept zur Umgestaltung des Bades zu. Steffen Klauck vom ortsansässigen Garten- und Landschaftsbaubetrieb hatte ihn erarbeitet und vorgestellt. Klar war auch, dass die Gehrener dies nur aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln schaffen können. Ab Januar wurde bei der Gemeinde ein Spendenkonto eingerichtet. "Es haben ganz viele Gehrener gespendet, aber auch aus den umliegenden Dörfern erhielten wir Spenden für das Material", sagt Ortsvorsteherin Kerstin Richter. Darüber hinaus seien viele Sachspenden gekommen. Im März begannen die Arbeiten. Zunächst wurde der Wasserzulauf aus dem Quellgebiet in den Gehrener Bergen saniert. Denn der ständige Wasserzufluss muss gewährleistet sein. Einen großen Anteil an der Umgestaltung hat laut Kerstin Richter Landschaftsgärtner Steffen Klauck, der seine Maschinen unentgeltlich zur Verfügung stellte. Denn viele Arbeiten mussten mit Technik erledigt werden. Der 3,50 Meter tiefe Bodenaushub im Schwimmerbecken und das Ablagern sowie Planieren der Bodenmassen in einem Teil des Wasserbeckens zum Beispiel. Auch das Abdecken des Nichtschwimmerbereiches mit Folie, die entsprechende Befestigung, damit kein Schachtelhalm mehr durchkommt. "Es haben viele Gehrener Familien mitgeholfen, die Feuerwehr, die fitten Senioren haben mit angefasst, die Frauen für die Verpflegung gesorgt", zählt Kerstin Richter auf. Rund 40 Leute seien sie gewesen, als es galt, den Steg aufzubauen und den Rollrasen auszulegen, ergänzt Dirk Felix. Auch aus den Nachbarorten seien Helfer gekommen. Diese kommen jetzt auch wieder gern nach Gehren zum Baden. "Ich bin mit meiner Tochter hier, wenn immer es möglich ist", sagt Matthias Balzer aus Waltersdorf. Für die Kinder sei es ideal und Tochter Hanna treffe hier auch ihre Freunde aus dem Hort.

Aus der Historie
Das Gehrener Waldbad ist vor über 50 Jahren in ehrenamtlicher Arbeit von Gehrener Einwohnern, vielen Schulkindern aus den umliegenden Orten und mit Unterstützung des Kreisbaubetriebes und weiteren Firmen errichtet worden. Feierlich eingeweiht wurde es am 13. Juli 1958. Fünf Ferienlager siedelten sich in der Folge in und um Gehren an und nutzten das Bad bis 1990. Für die Gehrener ist es seit Bestehen ein beliebter Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Familien.

Am Sonntag, 30. Juli, beginnt um 14 Uhr ein Badfest zur Wiedereröffnung.