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| 02:45 Uhr

Gehrener nehmen neuen Anlauf für Erhalt ihres Schwimmbades

Gehren. Die Einwohner des Heideblicker Ortsteils Gehren wollen ihr Naturbad erhalten. Auf dessen Grund breitet sich jedoch immer stärker der Sumpfschachtelhalm aus. Ein neues Konzept, wie den Pflanzen beizukommen ist, fand auf einer Einwohnerversammlung breite Zustimmung. B. Keilbach/bkh1

42 Einwohner waren in den Lindenkrug gekommen, um sich darüber zu informieren, wie das Naturbad erhalten bleiben kann. Fest steht, dass es die Gehrener nur aus eigener Kraft schaffen können. Die Gemeinde favorisiert die Umwandlung in einen Naturteich. Das hatte Bürgermeister Frank Deutschmann schon vor Jahresfrist den Einwohnern deutlich gemacht.

Steffen Klauck vom ortsansässigen Garten- und Landschaftsbaubetrieb stellte nun den Einwohnern den Entwurf für die Umgestaltung des Bades vor. Dieser sieht einen auf zwölf Meter Breite begrenzten Flachwasserbereich vor, dessen Untergrund mit Folie gegen den Schachtelhalm geschützt wird. Darüber soll Kies aufgeschüttet werden. "An der Seite wird die Folie hinter Palisaden aus Robinienholz hochgezogen und befestigt", erläuterte Steffen Klauck.

Bodenaushub für Böschung

Kleiner als bisher, aber dafür bis zu 3,50 Meter tief soll der Schwimmerteil des Bades werden. Der Bodenaushub werde für die neu zu schaffende Böschung mit Schilfgürtel im bereits stark bewachsenen Teil des Bades verwendet und auf die angrenzende Wiesenfläche ausgebracht.

Dass es funktionieren kann, habe er bereits in diesem Jahr festgestellt, sagte Steffen Klauck. Auf einer acht mal acht Meter großen Fläche habe er den Lehmboden ausgeschoben und Kies aufgebracht. "Und das ist vor allem von jungen Familien gut angenommen worden", sagte der Landschaftsbauer.

"Einen begrenzten Bereich vom Schachtelhalm frei zu halten ist leichter als die gesamte Fläche", erläuterte er. Und wenn der Schwimmerteil bis in 3,50 Meter Tiefe reiche, dann fehle dem Schachtelhalm das Licht zum Wachsen, ergänzte er.

Der starke Algenbewuchs in diesem Jahr sei auf die mangelnde Bewegung im Wasser zurückzuführen. "Deshalb müssten dann auch mehr Leute baden gehen", argumentierte Fritz Braune.

"Es wäre ein Kleinod für die Gemeinde, wenn es uns gelingt, das Bad zu erhalten. Aber jeder muss sich im Klaren sein, dass wir da auch viel Arbeit reinstecken müssen", sagte Thomas Seide. "Zuvor sollte abgeklärt werden, ob noch irgendwelche Genehmigungen einzuholen sind", wies Marco Stenschke hin.

Finanzierung selbst stemmen

Auch die Finanzierung müssen die Gehrener selbst stemmen. "Es geht nur über eine Spendenaktion. Wir können das Zempergeld dafür verwenden, und wenn jeder Haushalt etwas dazugibt, könnten wir das auf ein Extra-Konto bei der Gemeinde einzahlen", erläuterte Ortsvorsteherin Kerstin Richter. Weil das Geld im laufenden Jahr verbraucht werden müsse, sei als Start für die Finanzierungsaktion der Januar 2017 angedacht. Im Dezember sollen alle Gehrener Haushalte noch eine Information dazu erhalten. Von dem Geld werde das Material gekauft. Die Arbeiten müssten in Eigenleistung erbracht werden. Je nach Witterung könnten diese im März oder April 2017 beginnen. "Jeder muss auch daran denken, dass viele Hände gebraucht werden und es sollten alle zum Arbeitseinsatz erscheinen, die heute dafür gestimmt haben", mahnte Manfred Roigk an, dem "Ja" als Wort die Tat folgen zu lassen.