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Streit um Windkraft
Gegenwind für höhere Windtürme

Im Windgebiet Duben-West I stehen 19 Windkraftanlagen, die in die Jahre gekommen sind und in einem so genannten Repowering durch neue, modernere ersetzt werden sollen.
Im Windgebiet Duben-West I stehen 19 Windkraftanlagen, die in die Jahre gekommen sind und in einem so genannten Repowering durch neue, modernere ersetzt werden sollen. FOTO: Friso Gentsch / dpa
Luckau-Duben. Luckauer sehen geplantes Repowering alter Anlagen auf der Dubener Platte kritisch. Von Carmen Berg

Im Windgebiet Duben-West I stehen 19 Windkraftanlagen, die in die Jahre gekommen sind und in einem so genannten Repowering durch neue, modernere ersetzt werden sollen. Über das Vorhaben, das auf Luckauer Gemarkung Kaden-Duben berührt, hat die Umweltgerechte Kraftanlagen (UKA)-Projektentwicklung aus Cottbus unlängst vor dem Luckauer Hauptausschuss informiert und ist im Gremium auf Gegenwind gestoßen.

 Insgesamt sollen in dem Windeignungsgebiet auf den Gemarkungen Niewitz, Schiebsdorf und Kaden-Duben von den verschiedenen Windmüllern in zwei Ausbaustufen 19 Anlagen zurückgebaut und maximal 17 Anlagen neu errichtet werden. Zwei davon sind UKA zufolge bei Kaden geplant. Für die erste Ausbaustufe soll im Jahr 2018 der Antrag gestellt werden.

 Der Knackpunkt: Die neuen Anlagen, laut UKA-Vertreter Ragnar Schulz die modernsten Vestas-Türme, werden mit einer Nabenhöhe von 166 Metern und einer Gesamthöhe von 241 Metern deutlich weiter in den Himmel ragen als die bislang bestehenden. Der aktuelle Bebauungsplan sieht eine Höhenbeschränkung von 130 Metern vor und müsste deshalb geändert werden. Das geht nicht ohne Zustimmung der Stadt.

Besser noch sei es aus Sicht von UKA, die Stadt würde ihren B-Plan aufheben. Im Gegenzug würden die Betreiber eine Informationspflicht über ihre Vorhaben vertraglich festschreiben, boten sie an. „Bevor wir über technische Details reden, sollten wir es uns gut überlegen, das Planungsrecht aus der Hand zu geben. So ein Bebauungsplan hält länger als eine Windmühle“, gab Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) zu bedenken.

Ausschussmitglied Olaf Schulze (CDU) sah zudem den Abstand zur Wohnbebauung kritisch. Die 1000-Meter-Grenze zum äußersten Punkt der Ortslage am Sportplatz werde in Kaden eingehalten, sagte UKA-Vertreterin Josephine Krönert. Olaf Schulze (CDU) entgegnete, den Ausführungen zufolge stünde eine der Anlagen direkt auf der Grenze des Windeignungsgebietes. Das heißt: Die Flügel ragen darüber hinaus, was nicht statthaft sei.

Die Projektentwickler sahen das anders. Sie warben außerdem unter anderem damit, dass gegen die lästige rotblinkende Befeuerung der Anlagen bei Nacht ein neuartiger Radarschutz zum Einsatz kommen soll. Demnach würde das Blinken erst dann ausgelöst, wenn sich tatsächlich ein Flugzeug nähert. Die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung wollen sich die Windmüller rund 1,5 Millionen Euro kosten lassen. Weiterhin führten sie ins Feld, dass sich die Mühlen für die Stadt auch finanziell lohnen. Jährlich würden beispielsweise von jeder Anlage rund 7000 Euro für Vereine und gemeinnützige Stiftungen fließen.

Harry Müller (UWG/FDP) nannte die Summen, mit denen gelockt werde, „lächerlich angesichts der Verdienstmargen des Öko-Kapitalismus“. Auf der Dubener Platte sei das erträgliche Maß an Beeinträchtigungen längst überschritten. „Es ist schon fast dreist, weitere und noch höhere Anlagen zu begehren“, sagte er.