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| 16:22 Uhr

Duben
Gefängnismitarbeiter schmettern, pritschen und blocken

Gefängnismitarbeiter von vier Justizvollzugsanstalten haben den Landesmeistertitel im Volleyball am Samstag in Duben ausgespielt. Die Gastgeber verteidigten ihren Vorjahreserfolg.  Foto: Andreas Staindl/asd1     ..
Gefängnismitarbeiter von vier Justizvollzugsanstalten haben den Landesmeistertitel im Volleyball am Samstag in Duben ausgespielt. Die Gastgeber verteidigten ihren Vorjahreserfolg. Foto: Andreas Staindl/asd1 .. FOTO: Andreas Staindl
Duben. Die Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Luckau-Duben gewinnen zum vierten Mal die Volleyballmeisterschaft im Land.

Gefängnismitarbeiter in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Luckau-Duben sind die besten Volleyballer von Haftanstalten im Land Brandenburg. Sie gewannen die Landesmeisterschaft vor Wriezen, Cottbus und Wulkow (Neuruppin) am Samstag in Duben. Die Gastgeber verteidigten damit ihren Titel aus dem vergangenen Jahr. Es war ihr insgesamt vierter Landesmeistertitel.

Schon die Premiere 2008 hatten die Volleyballer aus Luckau-Duben gewonnen. Diese fand damals auch an einem 14. April statt. Die elfte Auflage wurde jetzt auf den Tag genau zehn Jahre später ausgetragen.

Die Haftanstalt vor den Toren von Luckau war zum vierten Mal Ausrichter der Meisterschaft. „Wir sind gern Gastgeber“, sagt Lars Koch. „Es ist schön und auch wichtig, sich am Rande der Spiele mit Mitarbeitern anderer Haftanstalten auszutauschen. Das trägt zu einem guten Klima insgesamt bei und erleichtert schließlich unsere Arbeit.“

Der Sportkoordinator in Luckau-Duben konnte drei Mannschaften aus anderen JVA im Land Brandenburg begrüßen. „Turniere wie diese sind wichtig, damit wir Mitarbeiter uns noch besser kennenlernen“, sagt Alexander Schiemenz von der JVA in Cottbus. „Volleyball ist Teamsport, und Zusammenarbeit ist auch in unserem Berufsalltag gefragt.“

Aber freiwillig und in der Freizeit ins Gefängnis? „Klar“, sagt Nico Dziuba von der JVA in Wulkow, „Sport schweißt zusammen, Mannschaftssport ohnehin. Zudem spielt eine gute geistige und physische Fitness eine große Rolle für unseren Dienst.“

Die Arbeit im Gefängnis stellt schon besondere Anforderungen an die Mitarbeiter. „Sport hilft mir abzuschalten, auch mal an etwas anderes zu denken“, sagt Nico Dziuba. Marisol Templiner war eine von wenigen Frauen, die das Turnier am Samstag mitgespielt haben. „Ich spiele eigentlich kein Volleyball“, erzählt sie. „Doch die Landesmeisterschaft hilft mir, meinen Kollegen noch besser, vor allem mal von einer ganz anderen Seite, kennenzulernen. Das ist ein Vorteil für meine künftige Arbeit.“

Die junge Frau befindet sich in der Ausbildung zur Justizvollzugsbeamtin. Am Samstag war sie erfolgreich. Sie gewann mit der Mannschaft der Gastgeber den Landesmeistertitel. Die JVA Luckau-Duben war eines der wenigen gemischten Teams der Meisterschaft. Mit Sabrina Adolph von der JVA in Wulkow stand eine weitere Frau auf dem Feld. Was sie an dem Volleyballturnier reizt? „Es macht großen Spaß, gemeinsam sportlich aktiv zu sein“, sagt die Auszubildende. „Und die Pausen nutze ich etwa, um mich mit den erfahrenen Kollegen über berufliche Dinge auszutauschen. So gesehen ist die Landesmeisterschaft schon eine wichtige Veranstaltung für mich.“

Für die Mitarbeiter in Luckau-Duben spielt Sport ohnehin eine große Rolle. „Wir führen auch Turniere im Tischtennis, Badminton und Fußball bei uns durch“, erzählt Lars Koch. „Oft binden wir Gefangene mit ein. Das funktioniert super, kommt auch gut an und sorgt für eine respektvolle Atmosphäre zwischen Mitarbeitern und Gefangenen in unserer Anstalt. Sportliche Aktivitäten helfen, Stresssituationen erst gar nicht entstehen zu lassen.“

Auch das Turnier am Samstag war von Fairness geprägt. Ehrgeizig waren die einzelnen Mannschaften allerdings schon. „Das Niveau ist diesmal besonders hoch“, sagt Lars Koch. „Es steigt von Jahr zu Jahr.“ Die Gastgeber haben dennoch ihren Titel verteidigt. „Wir sind eine eingespielte Truppe, spielen alle auch in unserer Freizeit Volleyball“, erklärt der Sportkoordinator. „Zudem stimmt die Chemie in unserer Mannschaft. Das überträgt sich positiv auf unserer Alltag im Gefängnis.“

Einen Nebeneffekt hatte das Turnier am Samstag auch noch. Bei einem Zwischenfall mit Gefangenen wären reichlich zusätzliche Justizvollzugsbeamte vor Ort gewesen, um schnell eingreifen zu können. Sie mussten allerdings nur auf dem Spielfeld aktiv werden, dort den Ball schmettern, pritschen und blocken. Der Mannschaft der JVA Luckau-Duben gelang das am besten. Dass die Titelverteidigung kein Zufall war sieht man daran, dass die Gastgeber auch amtierender Norddeutscher Meister im Volleyball sind.