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| 16:34 Uhr

Jubiläum
Gebersdorf feiert 650 Jahre

Dieses liebevolle Ensemble haben die Gebersdorfer für ihre Gäste als willkommensgruß am Dorfeingang aufgebaut.
Dieses liebevolle Ensemble haben die Gebersdorfer für ihre Gäste als willkommensgruß am Dorfeingang aufgebaut. FOTO: Hans-Georg Nerlich
Gebersdorf. Und der ganze 200-Seelen-Ort hilft bei den Vorbereitungen auf die drei tollen Tage mit. Von Carmen Berg

Es ist nicht zu übersehen – an diesem Wochenende wird 650-jähriges Dorfjubiläum gefeiert. Schon am Eingang des 200-Seelen-Ortes haben Einwohner einen Hingucker mit Windmühle und Traktor aus Stroh aufgebaut. Den Pavillion am Dorfanger, wo zum Fest Bier und Brause ausgeschenkt wird, bemalten die Steppkes der Kinder-Tagspflege. Auf ihrem Bild stapft neben einer „650“ ein Storch über eine bunte Blumenwiese. Klein und Groß bringen zum Ausdruck, was sie an ihrem Heimatort mögen.

Die Vorbereitungen auf das Fest laufen seit mehr als einem Jahr. „Wir haben über das Programm diskutiert, gerechnet, manches wieder verworfen und schließlich Aufgaben verteilt“, sagt Gudrun Szymainski vom Festkomitee. Herausgekommen ist ein dreitägiges Angebot, das sich sehen lassen kann. Das Geheimnis: „Alle Familien bringen sich ein“, sagt Gudrun Szymainski.

Eine aufwendige Aufgabe haben die Organisatoren des Festumzuges übernommen. Fast 40 Schaubilder kündigt Ortsvorsteher Hans-Georg Nerlich an. Der Ortschef und sein Stellvertreter Matthias Sprenger wollen in historischen Kostümen die Urkunde der Ersterwähnung vorantragen. Gebersdorferinnen schlüpfen für den Umzug nach Jahren erstmals wieder in die Fläming-Tracht. Herbert Ehberg (63) wird als Bauer zu Fuß mit umgehängter Düngermulde die Landwirtschaft der frühen Zeit darstellen. Andere fahren mit historischen Treckern. „Fast jeder hat noch irgendwelche alte Technik auf dem Hof“, sagt Herbert Ehberg.

Der 63-Jährige ist in Gebersdorf geboren und aufgewachsen. „Zu DDR-Zeiten, als Gebersdorf noch das Lehrlingswohnheim hatte, sei richtig viel los gewesen“, erinnert er sich. „Wir hatten zwei Teiche zum Angeln und eine Badeanstalt.“ Hans-Georg Nerlich ergänzt mit Schmunzeln, geangelt hätten sich einige Gebersdorfer auch ihre Frauen aus dem Lehrlingswohnheim. Geschichten wie diese werden sicherlich die Runde machen, wenn die Dorfleute am Sonnabendabend beim „Tanz bis zum Morgengrauen“ zusammensitzen.

Was Ortsvorsteher Nerlich freut: Nach einer Flaute siedeln sich zunehmend wieder junge Familien auf dem Lande an, darunter Berliner. Gudrun Szymainski sagt: „Wir haben zurzeit keine Häuser, die leer stehen.“ Feste seien auch deshalb wichtig, weil sie die Gemeinschaft zusammenschweißen. „Da machen Leute etwas zusammen, die sonst wenig miteinander zu tun haben“, so die Gebersdorferin.

Am Sonntag vor dem Fest beispielsweise haben etwa 15 Einwohner Ähren geschnitten und eine stattliche Erntekrone geflochten. Sie wird am heutigen Freitag beim Festgottesdienst in der Kirche und später beim Umzug zu bewundern sein. Einige Männer brachten den Pavillion innen auf Vordermann. Herbert Ehberg musste sich mehrmals vor dem Fest um die Mühle des Schaubildes am Ortseingang kümmern. Mal hatte kräftiger Wind das Dach abgehoben, mal einen Flügel abgeknickt.

„Jeder macht, was er kann, und es gab immer noch neue Ideen“, so Gudrun Szymainski. Sie zeigt schmucke Aufsteller für die Tische, die jemand kunstvoll in Holz gebrannt hat. Andere backen Kuchen für die Festtafel oder sammeln Preise ein für eine große Tombola, die zu den Highlights gehören soll.

„Jetzt hoffen wir, dass unser Fest Einheimischen und Gästen viel Freude macht“, lädt Hans-Georg Nerlich ein. Für die Anreise im Pkw stehen Parkplätze auf der Weise nur 20 Meter hinter dem Festgelände bereit.