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Ausstellung
Ein Kranich mit Schwanenflügeln

Prof. Siegfried Ast (M.) erläuterte während der Vernissage, welche Bezüge zu seiner Zeit in Ihlow die Betrachter in der Ausstellung finden können.
Prof. Siegfried Ast (M.) erläuterte während der Vernissage, welche Bezüge zu seiner Zeit in Ihlow die Betrachter in der Ausstellung finden können. FOTO: Birgit Keilbach
Dahme. Galerie „Kunstpause“ in Dahme zeigt Arbeiten von Siegfried Jo Ast

 Sie hat einen exklusiven Platz und zieht die Augen des Betrachters sofort auf sich – die lebensgroße Skulptur eines Kranichs in der neuen Ausstellung der Galerie „Kunstpause“ in der Dahmer Hauptstraße. Siegfried Jo Ast, der von 2013 bis 2015 in Ihlow lebte und künstlerisch arbeitete, zeigt hier seit Samstag einen Querschnitt seines Schaffens. Zum Kranich habe er eine besondere Beziehung, erläuterte der Künstler während der gut besuchten Vernissage. „Er ist mein Krafttier.“

Drei Jahre lang habe er an der Skulptur gearbeitet, „immer auf der Suche nach den passenden Holzstücken.“ Als der Termin für die Ausstellung näher rückte, habe er sich dafür entschieden, statt Hölzern zwei gefundene Schwanenflügel zu verwenden.

Während seiner Zeit in Ihlow habe er die Dreidimensionalität für sich entdeckt. „Ihlow war eine Initialzündung für mich, vor allem die Ruine des Weidemelkstandes“, blickte der 75-Jährige zurück. Schutt lag herum und habe ihn zu Skulpturen angeregt. Der so entstandene „Ihlower Laufvogel“ ist im Schaufenster der Galerie zu sehen. Die enge Künstlerfreundschaft mit Kerstin Heinze, Hartmut Fischer und Torsten Biet entstand damals und so kam dann auch die Idee zur Ausstellung in Dahme zustande.

Auf ungewöhnliche Weise nimmt Siegried Jo Ast Anregungen aus der Natur auf. Drahtskulpturen sind zum Beispiel Nachbildungen von Spuren, die Regenwürmer im Sand hinterlassen haben. Gruppiert mit einem gefundenen Stierkopf gibt er einer Geschichte aus der griechischen Mythologie damit Ausdruck.

Die Ausstellung umfasst neben 15 Skulpturen zudem 45 Bilder und Collagen, gefertigt mit verschiedensten Materialien und Techniken. Zwei Bilder spiegeln die Anfänge wider. „Ich habe sie mit 13 Jahren gemalt, so akkurat habe ich dann nie wieder gezeichnet. Heute ist vieles Intuition.“

Während seines Berufslebens als Bauingenieur konnte er seine zeichnerischen Fähigkeiten ständig anwenden und weiter vervollkommnen. Das kann der Betrachter in der Dahmer Galerie bis zum 28. April nachvollziehen.