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| 02:44 Uhr

Funde aus der Bronzezeit bis aus dem 20. Jahrhundert

Ein Highlight bei archäologischen Arbeiten in Baruth an der Kirche St. Sebastian ist die Aufdeckung eines acht mal acht Meter großen mittelalterlichen Turmfundamentes südlich des heutigen Doppelturms gewesen.
Ein Highlight bei archäologischen Arbeiten in Baruth an der Kirche St. Sebastian ist die Aufdeckung eines acht mal acht Meter großen mittelalterlichen Turmfundamentes südlich des heutigen Doppelturms gewesen. FOTO: Landkreis TF
Luckenwalde. Der diesjährige Archäologentag Teltow-Fläming findet am 14. Februar ab 10 Uhr im Kreishaus in Luckenwalde statt. red/dh

Der Landkreis gibt einen Vorgeschmack auf die Themen.

So werden Carsten Mischka und Richard Wetzel über Forschungen der Christian-Albrechts-Universität Kiel zu Siedlungsplätzen der Jungsteinzeit am Rand der Nuthe südlich von Jüterbog berichten. Erste dörfliche Siedlungen gab es dort schon ab 5000 v. Chr..

Bestattungsplätze bei Petkus

Gleich zwei Vorträge widmen sich Funden aus der Bronzezeit. In Mahlow konnten Archäologen Siedlungsgruben dokumentieren, die zahlreiche Keramikfunde enthielten. Im Wald zwischen Petkus und Wahlsdorf wurden Bestattungen der späten Bronzezeit entdeckt. Dabei handelt es sich um Tongefäße, die mit menschlicher Knochenasche gefüllt waren.

Einblicke in die mittelalterliche Geschichte von Baruth verspricht der Vortrag von Ulrich Wiegmann. Bei der Neugestaltung des Walther-Rathenau-Platzes vor der Kirche St. Sebastian wurden Fundamente der Vorkriegsbebauung aufgedeckt. Und es fanden sich mittelalterliche Keramikreste, hölzerne Bohlenwege und Hinweise auf handwerkliche Aktivitäten. Für die Neue Abtei von Kloster Zinna plant man die Neugestaltung der Ausstellung. Dazu prüfte man, ob sich die Fußbodenhöhen ändern lassen, um die Raumübergänge besser zu gestalten. In den Suchlöchern ließen sich Baubefunde wie Türgewände und historische Fußböden dokumentieren. Im Aushub machte man Funde aus der Renaissancezeit: Kachelfragmente, bemalte Putzreste und zerfressene Akten aus einem Mäusenest.

Moschee in Wünsdorf

In das frühe 20. Jahrhundert führt der Vortrag von Torsten Dressler. Derzeit wird in Wünsdorf ein Aufnahmelager für Asylbewerber hergerichtet. Die Erdeingriffe für Leitungen und den Straßenbau tangieren das sogenannte Halbmondlager - ein Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkrieges. Neben Barackenbauten wurde in dem Lager auch eine hölzerne Moschee errichtet, damit die Muslime damals ihre Religion ausüben konnten. Mehrere Funde wie buntes Fensterglas und Eisenkrampen stammen sehr wahrscheinlich von diesem Bau.

Der Eintritt zu dem Archäologentag ist kostenlos; Einlass ist ab 9.15 Uhr. Es wird Literatur zur Archäologie angeboten, auch antiquarische.