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| 17:06 Uhr

Landleben
Fürstlich Drehna macht das Rennen

Die drei Sieger des  Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ heißen Fürstlich Drehna, Byhleguhre-Byhlen und Töpchin. Im Saal der Straupitzer Gaststätte „Zur Byttna“ fand die feierliche Auszeichnungsveranstaltung statt.
Die drei Sieger des Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ heißen Fürstlich Drehna, Byhleguhre-Byhlen und Töpchin. Im Saal der Straupitzer Gaststätte „Zur Byttna“ fand die feierliche Auszeichnungsveranstaltung statt. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Straupitz. Byhleguhre-Byhlen wird zweiter Sieger beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Auf den dritten Platz kommt Töpchin bei Mittenwalde.

Dranbleiben lohnt sich oft. Das weiß jetzt auch die Fürstlich Drehnaer Dorfgemeinschaft rund um Ortsvorsteherin Annegret Haupt. Mit einer kleinen Schar hat sie am Mittwoch den ersten Preis im Wettbewerb um „Unser Dorf hat Zukunft“ entgegen genommen. Der Luckauer Ortsteil darf den Landkreis Dahme-Spreewald somit auf Landesebene in der nächsten Stufe des Wettbewerbs vertreten.

Mit Gastgeber Straupitz zur Auszeichnungsveranstaltung verband Fürstlich Drehna, dass sich auch dieser Ort mehrfach dem Wettbewerb stellte, ehe er den ersten Platz erreichte. Byhleguhre-Byhlen wiederum dürfte das Hoffnung machen. Der Oberspreewald-Ort wurde „zweiter Sieger“ im Wettbewerb und von mehreren Seiten ermutigt, es nochmals zu versuchen. Dritter wurde Töpchin, ein Ortsteil von Mittenwalde. Dabei trennten den deutlich größeren Ort nur 2,2 Punkte von 100 maximal möglichen vom zweitplatzierten Byhleguhre. Am Ende, so formulierte es der Straupitzer Bürgermeister André Urspruch, gelte dies: „Wenn die Zusammenarbeit in der Gemeinde funktioniert, sind alle Gewinner.“

Genau darum geht es bei dem Wettbewerb, der dieses Jahr zum neunten Mal im Landkreis, zum zehnten Mal auf Landes- und zum 26. Mal auf Bundesebene stattfand: Um die Erhaltung von lebendigen Dörfern, wie es von der Jury  hieß. Dieser gehören Vertreter des Landkreises und des Spreewaldvereins sowie mehrerer anderer Gremien an. „Der Wettbewerb würdigt die Dorfentwicklung und die Bewahrung des historischen Erbes genauso wie das Miteinander in der Gemeinschaft“, heißt es in den Leitlinien. Fünf Kriterien sind dabei besonders wichtig: wirtschaftliche Initiativen und Entwicklungskonzepte, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und -entwicklung, Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft sowie der Gesamteindruck. Zu letzterem zählen die Aktivitäten der Gemeinschaft und der unverwechselbare Charakter des Ortes.

Als vorgestellt wurde, was genau die Jury schon allein an Töpchin beeindruckt hatte, war klar: Die Bewerberzahl mag klein gewesen sein, doch die Messlatte hing hoch. Eine Inklusionsschule mit „herausragender technischer Ausstattung“, wie es hieß, kann wahrlich nicht jeder anbieten. Das gut ausgebaute Wanderwegenetz und hohe Maß an ehrenamtlicher Tätigkeit beeindruckte die Jury ebenfalls. Die eigene Internetseite mit Vereinsverzeichnis und touristischen Angeboten, das Info‑blatt „Töpchiner Ziegelbrenner“, das historische Pflaster und seine Wiederverwendung, künstlerische Arbeiten, die Erhaltung historischer Bausubstanz am Beispiel des Vetterhauses, die Hollenbach-Orgel als Alleinstellungsmerkmal, wie Ortsvorsteher Jan Priemar sagte, all diese Eindrücke erzeugten am Ende beachtliche 77,9 Punkte.

Mit 80,1 war Byhleguhre-Byhlen ein wenig besser. Die Lage in der Spreewald-Landschaft dürfte ebenso mitgespielt haben wie der Kids-Klub und die Vernetzung von Jugend und Senioren, die Kneipp-Kita mit ihrem herzerwärmendem Empfang und die Pflege der sorbisch-wendischen Traditionen. Wirtschaft und Gemeinschaft wurden mit der Holzhackschnitzel-Heizung für zehn Häuser, erfunden und umgesetzt vom ortsansässigen Heizungsunternehmer, ohnehin eines.

Fürstlich Drehna aber ließ beide Dörfer mit 90,3 Punkten dann doch deutlich hinter sich. Die historische Bausubstanz, der viele Sport, der vom Dorf mitgetragene Motocross mit seiner Adac-Masters-Großveranstaltung und die Vernetzung mit Luckau überzeugten. 3000 Euro gehen in die Dorfkasse, 2000 gibt es für Byhleguhre-Byhlen und 1000 für Töpchin. Die Freude über den Sieg konnte André Urspruch mit seiner augenzwinkernden Warnung nicht trüben: Wenn die Ebene des Wettbewerbs steigt, werden die Preisgelder geringer, die Kosten aber höher. Für die beiden „zweiten Sieger“ mag das Trost und Warnung zugleich sein.

Bürgermeister André Urspruch gab kurzweilig und pointiert die Erfahrungen des Kreissiegers Straupitz im Dorfwettbewerb weiter.
Bürgermeister André Urspruch gab kurzweilig und pointiert die Erfahrungen des Kreissiegers Straupitz im Dorfwettbewerb weiter. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Anna-Lena und Hannah (r.) sowie Maxim und Marlon vom Kids-Club in Byhleguhre hatten die Jury bei ihrem Rundgang beeindruckt.
Anna-Lena und Hannah (r.) sowie Maxim und Marlon vom Kids-Club in Byhleguhre hatten die Jury bei ihrem Rundgang beeindruckt. FOTO: Ingvil Schirling / Medienhaus Lausitzer Rundschau