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Luckauer haushalt 2018
Für Schlossberg-Bau kein Geld

Luckau. Brandschutz und der Kita-Neubau in Duben sind 2018 Luckaus größte Investitionen.

Am Traditionshaus Schlossberg wird im nächsten Jahr nicht gebaut. Der Stadt fehlt das Geld. Das ist eine Kröte, die die Luckauer im Etat für 2018 schlucken müssen, der am Dienstagabend im Haushalts- und Finanzausschuss diskutiert wurde. Heizsystem und Lüftung sind überholungsbedürftig. Die Kosten für eine energetische Sanierung wurden bislang auf rund 1,6 Millionen Euro beziffert. Sie könnten jedoch noch steigen. Im Zuge der Planungen hätten sich weitere Anforderungen aus dem Brandschutz ergeben, erklärte Kämmerer Thomas Rohr vor dem Ausschuss. Zudem seien Investitionen in den Bau mit Gaststätte und Saal, der aktuell von der Tanzschule „Studio 77“ betrieben wird, nur bedingt förderfähig, sagte er. Gefördert werde nur der gemeinnützige Teil der Nutzung, nicht jedoch der privatwirtschaftliche Teil, den die Verwaltung mit 60 Prozent veranschlagt. Der Tanzschul-Betrieb sei durch die veränderte Sachlage nicht gefährdet, das Gebäude könne weiter genutzt werden, so der Kämmerer.

Der Schlossberg ist nicht der einzige Wunsch im Wartestand. Insgesamt fielen Anträge aus den Fachämtern für rund 1,4 Millionen Euro schon im Vorfeld der Debatte dem Rotstift zum Opfer. „Soll eines der Vorhaben wieder auf die Liste rücken, muss an anderer Stelle gekürzt werden“, sagte Thomas Rohr.

Ein Grund für den eng geschnallten Gürtel: Die investiven Schlüsselzuweisungen vom Land an die Stadt haben sich von rund 545 000 Euro im Jahr 2014 auf 278 000 Euro im Jahr 2017 fast halbiert und sollen noch weiter fallen. Konnte Luckau 2014 noch 3,3 Millionen Euro für Investitionen einsetzen, so sind es 2018 1,7 Millionen Euro.

Der Löwenanteil von 42 Prozent geht in den Brandschutz, unter anderem für die Beschaffung neuer Fahrzeuge für Luckau und Kümmritz (399 500 Euro) sowie für den Neubau des Gerätehauses in Gießmannsdorf (310 000 Euro). Perspektivisch werde in den politischen Gremien darüber zu reden sein, wie lange es noch leistbar ist, alle bestehenden Wehren auf den geforderten Standards zu halten, sprach der Kämmerer ein heißes Eisen an.

Ein zweiter Brocken ist die Fertigstellung des Kita-Neubaus in Duben, für die 306 000 Euro vorgesehen sind. Weiteres Geld fließt in die Sanierung der Sanitäranlagen in der Kita Gießmannsdorf (61 000 Euro). Kleinere Summen sind beispielsweise auch für die Ausstattung von Jugendklubs vorgesehen, 2000 Euro will die Stadt in die Erneuerung der Spielplätze in Zöllmersdorf, Karche und Rüdingsdorf stecken.

Noch keine Bagger rücken auf dem Luckauer Marktplatz an. 2018 sollen die Vorbereitungen bis zur Genehmigungsplanung abgeschlossen werden, Baubeginn ist 2019. Neben der Neugestaltung des Marktplatzes wird in der näheren Zukunft die Lösung des akuten Platzproblems im Hort die große Herausforderung sein, hinter der andere Vorhaben zurückstehen müssen, sagte Thomas Rohr. Verschiedene Varianten für die Horterweiterung sind in der Diskussion. Ein Fachbüro soll die beste Lösung finden. 20 000 Euro sind dafür eingeplant.

Heiß diskutiert wurde im Ausschuss über eine vergleichsweise kleine Summe: 15 000 Euro für den Aufbau eines schwimmenden Bootsstegs am Schlabendorfer See, der schon seit Jahren auf einem Privatgrundstück zwischengelagert wurde. Dort könne er noch eine Weile bleiben, stattdessen sollte in anderes gestrichenes Vorhaben realisiert werden, meinten Sven Off (UWG/FDP) und andere Redner. Der Kämmerer hingegen plädierte dafür, den unklaren Zustand zu beenden, zumal auf dem Bergbausee wieder gesegelt werden dürfe.

Der Haushalts- und Finanzausschuss segnete den Etatentwurf einstimmig ab. Das letzte Wort haben die Stadtverordneten im Dezember.