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| 17:57 Uhr

Ernteverlust nach Spätfrost
Frost schrumpft Aronia-Ernte

  Foto: Robert Michael/dpa
Foto: Robert Michael/dpa FOTO: dpa / Robert Michael
Biohof Schöneiche verzeichnet bei Aronia Ausfälle von rund 75 Prozent. Von Anja Brautschek

Die Saison der Aronia-Früchte hätte dieses Jahr so gut ausgehen können. Im Frühjahr standen die Sträucher des Biohofes Schöneiche in voller Blüte. Die weißen, dichten Blüten waren schon von Weitem auf den Feldern zu erkennen. Doch dann kam die Katastrophe: Spätfröste Anfang Mai mit bis zu minus sechs Grad haben einen Großteil der Blüten vernichtet. Die Ernte fällt deshalb mager aus.

„Wir rechnen mit Ernteausfällen von rund 75 Prozent“, erklärt Christoph Frehn, Geschäftsführer des Biohofes. Der Ertrag an den Pflanzen ist in diesem Jahr je nach Lage sehr unterschiedlich. In den Senken tragen die Sträucher nur vereinzelt Früchte, während einige Meter weiter mitunter dunkle Dolden die Pflanzen zieren. Dabei haben die Beeren insgesamt eine gute Qualität. Der Zuckergehalt liegt bei etwa 24 Brix – mindestens 17 Brix werden laut Christoph Frehn zur Ernte benötigt. Die Früchte sind demnach schön reif und süß.

  Die Ernte der Aronia ist derzeit in vollem Gange. Ein Großteil der Flächen des Biohofes Schöneiche ist aber bereits abgeerntet. Doch der Ertrag ist mager.
Die Ernte der Aronia ist derzeit in vollem Gange. Ein Großteil der Flächen des Biohofes Schöneiche ist aber bereits abgeerntet. Doch der Ertrag ist mager. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau

Mit der anhaltenden Trockenheit der vergangenen Wochen und Monate hat der Landwirt hingegen weniger zu kämpfen. Alle Kulturen des Biohofes – dazu gehören auch Sanddorn, Hagebutten und Johannisbeeren – werden mittels Tropfschlauch bewässert. Die Anlagen werden von Tiefbrunnen gespeist,
sodass trotz Trockenheit eine ausreichende Feuchtigkeitszufuhr gewährleistet werden kann.

Auf circa 135 Hektar gedeihen in der Gemeinde Steinreich die Vitaminbomben. Damit ist er der Demeter-zertifizierte Biohof der größte Produzent in Brandenburg. Die geernteten Früchte werden fast ausschließlich an das sächsische Unternehmen „Aronia Original“ geliefert und dort vor allem zu Saft, aber auch Pulver oder Aufstrichen verarbeitet.

Dennoch sind die Ausfälle dieses Jahres für den Betrieb nicht kompensierbar. „Wir können nur hoffen, dass nächstes Jahr ein besseres Jahr wird“, sagt Christoph Frehn. Er fordert für Krisenzeiten wie diese, Rücklagen bilden zu können. Denn Wetterextrema nehmen zu. „Wir merken die Klimaveränderungen.“ Eine Gefahrenversicherung müssen Landwirte bislang selbst tragen. Das sei kaum zu bezahlen.

Hinzu kommt, dass auch der Markt für Aronia-Früchte derzeit laut Frehn „übervoll“ ist. Viele Früchte werden aus dem Ausland, insbesondere Osteuropa, zugekauft. Damit steigt der Preisdruck für heimische Bauern. „Auch der Verbraucher steht dabei in der Verantwortung“, sagt Christoph Frehn. Denn regional ist nicht gleich regional.

Für den Geschäftsführer reicht der biologische Anbau seiner Kulturen weiter als gesetzliche Vorgaben. „Landwirtschaft ist für mich gleichzeitig auch Naturschutz“, sagt er. Pflanzenschutzmaßnahmen werden deshalb nur nachts realisiert, um nützliche Insekten nicht zu beschädigen. Im kommenden Jahr will er  selbst Bienen anschaffen. Wildbienen sollen nicht nur beim Bestäuben der Blüten helfen, sondern auch der heimischen Natur nützen.