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Fröhlicher Abschied von der Winterzeit

Mit fröhlichen Liedern, Schunkeln und ein paar Tänzen haben die Spinntefrauen die Zeit der Winterbräuche ausklingen lassen.
Mit fröhlichen Liedern, Schunkeln und ein paar Tänzen haben die Spinntefrauen die Zeit der Winterbräuche ausklingen lassen. FOTO: Keilbach/bkh1
Langengrassau. "Und dann die Hände zum Himmel, und lasst uns fröhlich sein", erklingt es am Freitagabend im Kossätenhaus auf dem Höllberghof aus 15 Kehlen.

Während draußen die Natur dem Frühling entgegen strebt, feiern die Spinntefrauen einen fröhlichen Abschied vom Winter. Von November bis März pflegen sie die Tradition der Spinnte. Diese gehörte bis Anfang des 19. Jahrhunderts in den Dörfern der Umgebung ganz normal zum Leben und dauerte von der Kirmes bis zur Fastnacht.

Beim Spinnteball wird nicht gestrickt, gestickt oder gehäkelt, sondern gefeiert und getanzt. Dafür haben sich die Frauen heute besonders schick angezogen, zwei von ihnen tragen ein Jagdkostüm, zwei haben sich als Knecht und Magd kostümiert, wieder andere sind in schöne Kleider geschlüpft. Jede der 15 Frauen hat mit Selbstgemachtem zum Gelingen des Festes beigetragen. Verschiedenste Leckereien stehen auf dem Tisch, belegte Brote, Kuchen, eine Schale mit Mohnpielen machen die Runde. Mit Sekt stoßen sie auf diesen Tag an. Heinz Kascher aus Wüstermarke sorgt mit seinem Akkordeon für Stimmung. "Lustig ist das Zigeunerleben", stimmt er an, die Frauen singen mit und fangen an zu schunkeln.

Die Gemeinschaft der Spinntefrauen besteht seit nun schon mehr als 20 Jahren. Annemarie Trölenberg häkelt, strickt und stickt seit 1995 mit. "Allen ist die Gemeinschaft und das Zusammensein wichtig", sagt die Dubenerin. Außerhalb der Spinnte fahre sie an jedem Montag außerdem zu den "Wollmäusen", die sich an jedem Montagvormittag treffen. Einige Spinntefrauen zählten dazu, aber auch Frauen aus weiter entfernten Dörfern.

Mit dem Frühlingserwachen beginnt am Ostersonntag wieder die Saison im Freien. "Die Besucher können mit der Familie dann die erwachende Natur erleben und genießen", sagt Museumsleiterin Martina Werner. Hase Lucki werde mit den Jüngsten auf Ostereiersuche gehen und in der Scheune sei ein Puppentheater zu erleben, kündigt sie an.