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Frischer Schnitt für die Wuschelköpfe

Fachmännisch stutzt Ulf Bollack mit der Motorkettensäge die alte Weide. Die abgesägten Äste werden zu einer Hecke verarbeitet.
Fachmännisch stutzt Ulf Bollack mit der Motorkettensäge die alte Weide. Die abgesägten Äste werden zu einer Hecke verarbeitet. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Pitschen-Pickel. (bkh1) Mit Sägen und Astscheren sind zehn ehrenamtliche Naturschützer am Samstagvormittag den Bäumen mit ihren knorrigen Köpfen an der Fahrradstraße von Pitschen-Pickel nach Falkenberg zu Leibe gerückt. Der Pflege dieser alten Kulturform der Weiden widmen sich Mitglieder des Biologischen Arbeitskreises "Alwin Arndt" in Luckau jährlich an einem anderen Standort.

Die Kopfweiden mit ihrer schon von Weitem gut erkennbaren, typischen Form prägen nicht nur das Landschaftsbild. Besonderen Wert haben sie auch für die Artenvielfalt. Mit ihren Totholzanteilen, Höhlen und zahlreichen Nischen bieten sie den verschiedensten Tierarten einen idealen Lebensraum. "Über 100 Insektenarten können in einer Kopfweide leben", sagt Fred Niepraschk, Vorsitzender des Arbeitskreises und Insektenkundler. Darüber hinaus fänden viele Vögel hier gut geschützte Nistplätze.

Neben den stattlichen Exemplaren stehen in der Reihe auch zwei noch jüngere Bäume. Diese hat Ulf Bollack, Naturwächter im Naturpark Niederlausitzer Landrücken, auf Brusthöhe zurückgeschnitten. "Das Verhältnis von Stammdurchmesser und Höhe muss passen", sagt der Fachmann. Zudem werde es bei einer Höhe von mehr als zwei Metern schwierig, die Weidenköpfe zu schneiden.

Die abgeschnittenen Äste werden zwischen den Bäumen zu Benjeshecken aufgeschichtet. Diese befördern gleichfalls die Artenvielfalt, bieten insbesondere Kleinsäugern und Vögeln geschützten Lebensraum.

Einen weiteren Arbeitseinsatz führen die ehrenamtlichen Naturschützer am 2. Juni zum Weltumwelttag durch. Vom 16. bis 18. Juni findet zum Tag der Artenvielfalt eine Exkursion in die Rochauer Heide mit Übernachtung in Zelten statt. Wer sich für die Kulturgeschichte der Tulpe interessiert, kann sich den 10. März vormerken. Ab 19.30 Uhr veranschaulicht der Botaniker Hubert Illig Wissenswertes zur beliebten Frühlingsblume in der Luckauer Kulturkirche.