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| 02:47 Uhr

"Freundetreff" wird eine runde Sache

Beim Rundgang durch den Luckauer Hortneubau konnten die Schaustellen-Besucher wie später die Kinder durch die gewölbte Fensterfront in gegenüberliegende Räume blicken.
Beim Rundgang durch den Luckauer Hortneubau konnten die Schaustellen-Besucher wie später die Kinder durch die gewölbte Fensterfront in gegenüberliegende Räume blicken. FOTO: Keilbach/bkh1
Luckau. Der Rohbau ist fertig, die Arbeiten im Inneren beginnen heute. Genau der richtige Zeitpunkt für einen Rundgang auf der "Schaustelle Hortneubau" neben der Luckauer Grundschule. Das Bauamt der Stadt hatte am Samstag zur Baustellenbesichtigung eingeladen. Birgit Keilbach / bkh1

"Die Räume sind alle schön groß hier", sagt Jannis Ermler. Der Erstklässler benennt damit den wohl augenfälligsten Unterschied zum bisherigen Domizil für die jüngeren Hortkinder in der Grundschule. Mit seiner Mutter Kristin hat er sich am Samstagvormittag das neue Hortgebäude angeschaut. Die Grundschullehrerin freut sich für alle Kinder auf die großzügig gestalteten Gruppen- und Themenräume. Besonders aber darauf, "dass die Kinder von Klasse eins bis vier dann alle hier untergebracht werden. So können sie auch zusammen spielen, sich viel besser entfalten und zwischen den Angeboten wählen", sagt Kristin Ermler.

Was von außen nicht direkt sichtbar ist, entfaltet sich dem Auge im Inneren. Dieses Bauwerk prägen viele Rundungen. Schon zum Frühhort finden sich die Kinder in einem kreisrunden Raum, fachlich als Rotunde bezeichnet, zusammen. Auch die zum Innenhof ausgerichteten Gruppen- und Themenräume schließen dorthin mit einer gerundeten Fensterfront ab. So können die Kinder später auch mal schauen, was auf der gegenüberliegenden Seite gerade stattfindet. Sozusagen die Kleinen zu den Großen herüberblicken und umgekehrt. Denn die Gruppenräume sind auf der einen Seite für die Erst- und Zweitklässler vorgesehen. In die Themenräume auf der anderen Seite ziehen die Dritt- und Viertklässler ein. Im Bastel-, Kreativ-, Musik- und Tanzraum können sie sich dann entfalten. Der Bewegungsraum ist wiederum als Rotunde gestaltet und hat auch schon eine gemauerte Sitzbank. Auf die Bedürfnisse der Jüngeren zugeschnitten ist wiederum eine Galerie über den Gruppenräumen. "Dorthin können sie sich zurückziehen, wenn sie etwas Ruhe haben wollen", erläutert Bauamtsmitarbeiter Lutz Borner. Zudem werden Akustikdecken in den Gruppenräumen den Schallpegel senken. "Damit wollen wir vor allem den Erzieherinnen gute Arbeitsbedingungen bieten", ergänzt er.

Obwohl im Rohbau noch alles grau in grau zu sehen ist, wird das Farbkonzept in Grundzügen schon erkennbar. Zwischendrin haben die Fenster bereits grüne, blaue, orangene, rote oder gelbe Rahmen. Wie farbenfroh der neue Hort künftig wird, das vermitteln den Besuchern an die Wände gepinnte Bauzeichnungen.

Bis Weihnachten soll der Neubau bezugsfertig sein, informiert Bauamtsleiter Michael Krüger. Dann könnten die Jüngeren aus dem Dachgeschoss sowie Klassenräumen in der Grundschule und die Älteren aus dem bisher genutzten Gebäude neben dem Ärztehaus umziehen. Rund 200 Grundschüler besuchten derzeit den Hort. Dennoch sei der Neubau nur für 180 Kinder konzipiert worden. "Dabei haben wir den Rückgang der Kinderzahlen in den kommenden Jahren berücksichtigt. Bis dahin reicht er auch für alle", so Krüger.

Angesichts der im Vergleich zu jetzigen Verhältnissen großzügigen Raumzuschnitte sehen das die Eltern und Großeltern am Samstag auch nicht anders. "Das Haus auf die Bedürfnisse der verschiedenen Altersstufen zuzuschneiden ist toll", sagt Doreen Fritsche. Auch die Farben gefallen der Luckauerin gut. Steffen Kohlstock findet das Galeriegeschoss eine gute Idee, "und die Räume sind alle sehr schön hell", gibt er seinen Eindruck wieder. "Dieser runde Bau ist eine interessante Lösung und wird bestimmt erlebnisreich für die Kinder", sagt Janinne Reibig. Die Studentin der Sonderpädagogik interessierte vor allem die barrierefreie Gestaltung. "Es wird alles ebenerdig ohne Schwellen. Das ist gut für die Kinder."

Zum Thema:
Insgesamt 2,2 Millionen Euro werden in den Hortneubau an der Luckauer Grundschule investiert. 1,2 Millionen Euro erhielt Luckau dafür aus dem EU-Fördertopf für die ländliche Entwicklung. 720 000 Euro für unverschuldet in Not geratene Kommunen schießt das Land Brandenburg zu. Nach dem voraussichtlichen Einzug zu Weihnachten sollen dann im kommenden Jahr die Außenarbeiten auf dem Hortgelände erfolgen.