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Luckenwalde
Flämingschmiede erfolgreich als Pilotprojekt abgeschlossen

Dank der Flämingschmiede: Christophe und Manja Boyer werden in diesem Jahr ihre Schlafwagen winterfest machen.
Dank der Flämingschmiede: Christophe und Manja Boyer werden in diesem Jahr ihre Schlafwagen winterfest machen. FOTO: Jedrzej Marzecki
Luckenwalde. Touristische Angebote für den Fläming erhalten Förderung. Touristiker ziehen positives Fazit.

Die Flämingschmiede, ein bisher in Deutschland einmaliges Pilotprojekt im Bereich Tourismus auf der Crowdfunding-Plattform Startnext, ist abgeschlossen. Seit 13. Januar ist die Finanzierungsphase beendet. Vier von insgesamt 14 Projekten haben seit dem Start vor acht Wochen ihr Finanzierungsziel erreicht oder sogar deutlich übererfüllt. „Damit können sich Gäste der Reiseregion Fläming auf vier neue touristische Angebote freuen, die in den nächsten Monaten realisiert werden“, erklärt Catharina Weisser vom Tourismusverband Fläming.

Durch die Flämingschmiede vollfinanziert sind die beheizbaren Schlafwagen von Christophe Boyer am Bahnhof Rehagen, der Kranich-Express, das umweltfreundliche Elektroshuttle für die Stadt Trebbin und den Naturpark Nuthe-Nieplitz, das Künstleratelier ArtFiness von Gabriele Hiller sowie neue Upcycling-Zimmer in Volker Links Haus Fläming. Hiller (1. Platz) und Boyer (2. Platz) hatten bis Mitte Dezember die meisten Unterstützer aktiviert und erhielten dafür ein Preisgeld von 3000 beziehungsweise 2000 Euro des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg. Der 3. Preisträger, die Fischakademie des Forellenhofs Rottstock, erreichte das Finanzierungsziel nicht, will jedoch bald trotzdem sein Projekt auf den Weg bringen.

Kurz vor Abschluss der FlämingSchmiede stand für alle 14 teilnehmenden Projekte eine Summe von über 60 400 Euro von fast 1000 Unterstützern bereit. Nach dem im Crowdfunding üblichen „Alles-oder-Nichts“-Prinzip werde das Geld allerdings nur an diejenigen Projekte ausgezahlt, die ihr Finanzierungsziel erreicht haben, das sind zusammengenommen rund 41 100 Euro, so Catharina Weisser.

Sehr froh über den Erfolg ist Beate Rantzsch vom Stadtmarketing Trebbin, Projektstarterin für das Naturparkshuttle Kranich-Express: „Unsere Tourismus-Unternehmen haben immer wieder eine verbesserte Anbindung gefordert. Die Stadt allein konnte das Problem bisher nicht lösen. Dank der Flämingschmiede konnten wir nun die Leasing-Raten für einen Elektrobus für eineinhalb Jahre sicherstellen und darüber hinaus den Landkreis für unsere Idee gewinnen, der uns weitere Unterstützung zugesagt hat. Der Kranich-Express soll ab April oder Mai 2018 fahren und bringt uns einen großen Schritt voran in Richtung klimafreundliche Mobilität.“

Volker Link vom Haus Fläming, der im Endspurt noch sein Finanzierungsziel erreichen konnte, sieht das Crowdfunding-Projekt auch über die Finanzierung hinaus als Bereicherung: „Alle Teilnehmer haben erlebt, wie viel Kraft es kostet, Unterstützer für das Projekt zu werben. Auch wenn am Ende nicht alle ihr Ziel erreicht haben: In jedem Fall hat die Flämingschmiede dabei geholfen, die eigenen Ideen zu konkretisieren, weiterzuentwickeln und jede Menge dazuzulernen.“

Aufgrund des erfolgreichen Abschlusses der Crowdfunding-Aktion hat sich das Haus Fläming mit den Upcycling-Zimmern ein tolles Goodie ausgedacht: Sie spenden eine begrenzte Anzahl an Gutscheinen, die als Dankeschön Teil des Crowdfundings waren, an gemeinnützige Organisationen oder Vereine. Aktuell sind sie noch auf der Suche nach Empfängern, Interessenten können sich unter info@haus-flaeming.de bei Volker Link und seinem Team melden.

Markus Streichardt, bei Startnext verantwortlich für Kooperationen, ordnet das Pilotprojekt als erfolgreich ein: „Der Tourismus ist ein neues Feld in der Crowdfunding-Landschaft. Mit der Flämingschmiede haben sich die Reiseregion Fläming und die jeweiligen Starter viel Sichtbarkeit auf Startnext verschafft. Auch wenn nicht jedes Projekt erfolgreich finanziert wurde, kann sich die Flämingschmiede mit vergleichbaren Wettbewerben in Hamburg oder Kassel messen. Und die Projektstarter verdienen allein für ihren Mut, es gewagt zu haben, Anerkennung.“