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Firmen treffen ihre künftigen Auszubildenden

Die Spreewaldkonserve Golßen GmbH nutzte erstmals die Gelegenheit zum direkten Kontakt mit künftigen Schulabgängern in Dahme. Guido Waldschock und Silke Hensel (v.r.) informierten über die Ausbildung in kaufmännischen und technischen Berufen.
Die Spreewaldkonserve Golßen GmbH nutzte erstmals die Gelegenheit zum direkten Kontakt mit künftigen Schulabgängern in Dahme. Guido Waldschock und Silke Hensel (v.r.) informierten über die Ausbildung in kaufmännischen und technischen Berufen. FOTO: bkh1
Dahme. Berufe mit Zukunft gibt es viele in der Region. Doch welcher ist der Richtige für mich? Dieser Frage gingen die Neunt- und Zehntklässler der Dahmer Oberschule nach. Antworten fanden sie auf der Ausbildungsmesse, die bereits zum fünften Mal stattfand. B. Keilbach/bkh1

In eine kleine Messehalle hat sich die Turnhalle der Oberschule "Otto Unverdorben" in der Flämingstadt dafür verwandelt. 34 Unternehmen aus Dahme und der Region hatten ihre informativen Stände aufgebaut. "Das sind zehn mehr als im vergangenen Jahr. Auch aus den angrenzenden Landkreisen Elbe-Elster und Dahme-Spreewald sind viele gekommen", freute sich Schulleiter Henri Kuhl. Die Resonanz sei in diesem Jahr sehr gut gewesen. Von den 71 eingeladenen Betrieben hätten sich drei Viertel zurückgemeldet. "Wir liegen im südlichsten Zipfel des Landkreises Teltow-Fläming und wollen hier die Schüler, Eltern und Betriebe zusammenbringen und eine möglichst breite Palette der Ausbildungsberufe in der Nähe aufzeigen", erläutert der Schulleiter. Zudem sei die Verkehrsanbindung zu den meistens Samstags stattfindenden Berufsinfo-Veranstaltungen in den größeren Städten wie Wildau, Luckenwalde oder Cottbus gerade dann schlecht. Mit dem Landkreis habe die Schule den Termin abgestimmt, "damit es keine Überschneidungen gibt."

Speziell an die Neunt- und Zehntklässler richte sich dieses Angebot. Für Letztere sei es wichtig, die Bewerbungsfristen der Betriebe zu kennen und hier noch einmal im persönlichen Gespräch Details zur Ausbildung zu erfragen. "So lässt sich viel mehr in Erfahrung bringen als bei der Suche übers Internet", ist Henri Kuhl überzeugt.

Das Spektrum der Ausbildungsmöglichkeiten reicht in der Halle von technisch-gewerblichen Berufen im Metallbau, Kfz-Technik, Displayherstellung, Lebensmitteltechnik über Landwirtschaftsberufe, medizinisch-soziale Ausbildung im Krankenhaus, der Pflege und pädagogischen Einrichtungen bis zu Verwaltungsberufen und weiterführender Schulausbildung an Oberstufenzentren (OSZ) in den Landkreisen Elbe-Elster und Dahme-Spreewald. Auch die Bundeswehr präsentiert sich in Dahme. Sie bildet auch in zivilen Berufen aus. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, als Soldat oder als Sanitäter oder in der IT-Technik", fasste Benjamin Rupprecht seine Erkenntnisse zusammen. Auch beim Dahmer Displayhersteller Schoepe hatte sich der Neuntklässler schon informiert. Eine konkrete Vorstellung über seine berufliche Zukunft hat er noch nicht. "Für mich ist es heute wichtig, hier einen Überblick zu bekommen", sagte Benjamin Rupprecht. Sein Klassenkamerad Philipp Schulze will Landwirt werden. "Ich mache demnächst ein Praktikum in dem Betrieb, wo mein Vater arbeitet", hat der Neuntklässler schon klare Ziele. Für eine attraktivere und umfassendere Ausbildung der Land- und Tierwirte haben sich 33 Agrarbetriebe in vier Landkreisen zu einem Ausbildungsnetzwerk zusammengeschlossen, informiert Heike Lehmann vom Bauernverband Südbrandenburg. Auch die Bauerngenossenschaft Dahme beteiligt sich. "Viele Betriebe sind spezialisiert. Nicht jeder Betrieb hat zum Beispiel einen Karussell-Melkstand oder Kartoffelanbau", erläutert der Vorsitzende Eberhard Bruhn.

Selina Hausigk strebt eine Ausbildung zur Sozialassistentin an und hat sich darüber am Stand des OSZ Elbe-Elster informiert. Ihrer Mutter Beate gefällt der persönliche Kontakt zu den Betrieben auf der Messe, "denn im persönlichen Gespräch bekommen sie einen ganz anderen Eindruck." Luise Bruhn hat am Stand des DRK-Krankenhauses in Luckenwalde viel über ihren Traumberuf erfahren. "Krankenschwester, am liebsten Kinderkrankenschwester will ich werden. Dafür ist auch Mathe wichtig", erzählt sie. Für Natalie Berger steht schon fest, dass sie Berufsfeuerwehrfrau werden will. "Ich bin in der freiwilligen Feuerwehr Dahme und habe schon ein Praktikum bei der Werksfeuerwehr in Ludwigsfelde gemacht. Da bekommt man viele Eindrücke", sagt sie.

Die Spreewaldkonserve Golßen GmbH nutzte erstmals die Gelegenheit zum direkten Kontakt mit Schülern. "Für uns ist es ein neuer Weg, wir wollen hier Erfahrungen sammeln und mit anderen Ausstellern ins Gespräch kommen", sagt Silke Hensel. Dass die Präsentationen so ansprechend gestaltet sind und die Messe eine so große Resonanz habe, hätten sie nicht erwartet, ergänzt Guido Waldschock.