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| 12:21 Uhr

Zum Glück kein Ernstfall
Feuerwehreinsatz an der Schönwalder Schule

.Die Retter tragen bei der Übung die vermisste Person aus dem brennenden Gebäude. Kita-Kinder und Grundschüler schauen aufmerksam zu.
.Die Retter tragen bei der Übung die vermisste Person aus dem brennenden Gebäude. Kita-Kinder und Grundschüler schauen aufmerksam zu. FOTO: Andreas Staindl
Schönwalde. Abschlussübung war Teil der traditionellen Brandschutzwoche vor den Herbstferien für Schul- und Kitakinder. Von Andreas Staindl

Die Feuerwehr ist am Freitagvormittag auf dem Schulgelände in Schönwalde (Unterspreewald) angerückt. Dicker Qualm zog aus dem Fenster eines der Umkleideräume in der oberen Etage der Turnhalle. Der Treppenaufgang war komplett verqualmt. Es brennt offenbar. Vermutet wird, dass ein Schüler und der Hausmeister noch im Gebäude sind.

Solchen Situationen müssen sich Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr oft stellen. Doch diesmal war es nur ein Szenario. Die Feuerwehrübung am letzten Tag vor den Herbstferien ist Tradition in Schönwalde. Sie ist einer der Höhepunkte der Brandschutzwoche. „Wir wollen den Mädchen und Jungen etwas Spannendes bieten“, sagt Schönwaldes Ortswehrführer Mike Pöschk. „Die Brandschutzwoche soll zudem helfen, Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen.“

Die gesamte Woche vor den Ferien hatten Feuerwehrleute gemeinsam mit Kita-Kindern sowie Schülerinnen und Schülern der Grundschule spannende Aktionen und Projekte durchgeführt. Kita-Kinder etwa waren zu Besuch im Gerätehaus. Auch dort gab es eine kleine Übung. „Wir haben gezeigt, wie wir eine Katze von einem Baum retten“, erzählt die Hauptlöschmeisterin Ellen Pöschk. „Die Kinder waren beeindruckt.“

Auch die Grundschüler haben das Feuerwehrhaus besucht. Schulleiterin Ines Lehmann ist „froh über die Möglichkeit, die Arbeit der Feuerwehr vor Ort kennenzulernen. Brandschutz ist ohnehin Bestandteil des Sachkundeunterrichts. Schön, dass unsere Schülerinnen und Schüler das theoretisch Gehörte auch in der Praxis sehen.“

Das sieht Roland Gefreiter (parteilos) genauso. „Ich bin sehr dankbar für diese Zusammenarbeit, die es inzwischen seit etwa 20 Jahren gibt“, sagt Schönwalds Bürgermeister. Er hat gemeinsam mit den Kindern die Übung am Freitag mitverfolgt. Bastian Richter hatte den Brand gemeldet. Der Schüler rief die Leitstelle an. Wenig später fuhr das erste Löschfahrzeug auf den Schulhof. Einige der Einsatzkräfte hatten schon Atemschutzmasken aufgesetzt und Druckluftflaschen auf dem Rücken. Die Flaschen sichern ihnen Atemluft. Ohne Spezialausrüstung könnten die Feuerwehrleute nicht in ein brennendes und verqualmtes Objekt gehen.

Wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist, wurde selbst während einer Übung deutlich. Der Qualm ist so dicht, dass man die Hand vor Augen nicht sieht. Die Einsatzkräfte müssen sich sehr vorsichtig, manchmal sogar auf allen Vieren, fortbewegen. Und dennoch ist Eile geboten. Eine der vermissten Personen konnte schnell über das geöffnete Fenster und eine Anstellleiter gerettet werden. Manfred Vanselow - Ehrenmitglied und Feuerwehrmann im Ruhestand - hatte sich als zu Rettender zur Verfügung gestellt. Doch noch immer wird ein Schüler vermisst. Ein zweiter Rettungstrupp ist inzwischen in das Gebäude gegangen, ein dritter wartet vor der Tür. Die Einsatzkräfte finden den vermissten Schüler - eine Puppe - schließlich auf der Toilette in der oberen Etage. Sie bringen auch ihn sicher ins Freie.

Die Kinder verfolgten die Rettungsaktion sehr aufmerksam. Der Brandmeister Andreas Kunath erklärte ihnen den Ablauf und auch, welche Ausstattung die Feuerwehrleute für den Einsatz benötigen. Einige der Mädchen und Jungen wissen schon gut bescheid. Sie sind Mitglied der Jugendfeuerwehr in Schönwalde oder der Kinderfeuerwehr in Freiwalde, wie Mike Pöschk erzählt. Beide Ortsfeuerwehren fahren seit Jahren die Übung vor den Herbstferien gemeinsam, so auch am Freitag. Ein Lampionumzug am Abend war Abschluss der Brandschutzwoche in Schönwalde.