ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:10 Uhr

Feuerwehren sollen stärker kooperieren

Sellendorf.. Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren im Amt Golßener Land hängt im Ernstfall am seidenen Faden. „Bis 16 Uhr wird's eng, danach sind alle Fahrzeuge besetzt“ , informierte Amtsbrandmeister Günter Wenzlaff unlängst den Amtsausschuss. Andreas Staindl

Während der normalen Arbeitszeit unter der Woche bekomme die Golßener Wehr „mit Ach und Krach zwei Fahrzeuge voll. Die anderen Wehren rücken oft mit halber Besatzung aus. Kasel-Golzig und Zützen unterstützen sich bei der Besetzung der Fahrzeuge gegenseitig“ , erklärt Wenzlaff.
Eine solche Kooperation würde sich Ursula Schadow auch zwischen Golßen und Altgolßen wünschen. „Im Ernstfall müssen die Altgolßener Feuerwehrleute mit raus. Es gibt keinen Grund, der dagegen spricht. Wenn Hilfe benötigt wird, ist jeder Kamerad wichtig“ , meint die Amtsdirektorin. „Die Altgolßener dürfen nicht nur für die Wettkämpfe trainieren, sondern müssen auch in den aktiven Brandschutz einbezogen werden.“
Günter Wenzlaff bestätigt: „Bei Wettkämpfen zählen die Altgolßener seit Jahren zu den Besten, auch im Kreis. Doch eine richtige Ausbildung fehlt den meisten von ihnen. Im Ernstfall kann man sie höchstens als Beifahrer mitnehmen.“
Doch auch das wird offensichtlich nicht gemacht. „Noch zu oft dominiert das Denken: mein Feuer, dein Feuer“ , kritisiert Wenzlaff und meint: „Wenn nötig, muss der Golßener Wehrleiter auch Unterstützung aus den Nachbarorten anfordern.“ Hartmut Laubisch bestärkt ihn. „Die Golßener Wehr darf sich nicht zu schade sein, Hilfe anderer Feuerwehren anzufordern“ , so der Vorsitzende des Amtsausschusses.
Ganz leicht wird das wohl nicht. „Die älteren Kameraden aus Altgolßen sperren sich gegen eine Kooperation und wollen nicht nach Golßen. Werden sie gezwungen, drohen sie mit Austritt“ , weiß der Amtsbrandmeister. Jüngere Feuerwehrleute hingegen locke schon das Interesse an Technik nach Golßen.
Das neue Feuerwehr-Gerätehaus im Golßener Gewerbegebiet und das Domizil der Altgolßener Wehr trennen etwa zwei Kilometer. Ein Feuerwehrfahrzeug besitzt der Gemeindeteil nicht, lediglich einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA), für den im Ernstfall ein Zuggerät nötig wäre. Eine Jugendwehr hat Altgolßen. Um den Brandschutz auch künftig zu sichern, sollen die einzelnen Wehren im Amt Golßener Land stärker kooperieren - bei der Ausbildung und bei Einsätzen.