Risse in den Wänden, ein undichtes Dach, in die Jahre gekommene Haustechnik – das Feuerwehrgerätehaus in Goßmar (Gemeinde Heideblick) benötigt dringend eine Frischekur. Darüber sind sich Dorfbewohner und Gemeindevertretung einig. Unklar war bislang, wie die Lösung aussehen sollte. Dazu haben sich nun der Verein Pro Goßmar, der Ortsbeirat und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr verständigt. Das Ergebnis: Sie sprechen sich für einen Neubau aus.

„Wir sehen darin ein zukunftsfähiges Projekt“, erklärt Michael Zieke (Wählergruppe Pro Heideblick) kürzlich während der Sitzung der Gemeindevertretung. Die Feuerwehr in Goßmar ist gut gefragt. Allein in einer Woche wurden die Kameraden zu zwei Einsätzen gerufen.

Entwicklung zur Stützpunktwehr Goßmar

Er betont: „Mit einem Neubau könnte sich Goßmar zu einer Stützpunktwehr entwickeln.“ Vier Agrarbetriebe sind in dem kleinen Dorf ansässig. Demzufolge ist Goßmar von großen Acker- und Wiesenflächen umgeben – ein Risiko für Flächenbrände, wenn der Sommer erneut trocken und heiß wird. Zudem würde die Goßmarer Wehr aufgrund der Lage häufig auch zu Einsätzen an der Bundesstraße 96 gerufen. Denkbar wäre laut Zieke zudem, mit Goßmarer Unternehmen eine vergleichbare Vereinbarung wie in Langengrassau abzuschließen, um die Tageseinsatzbereitschaft besser abzusichern.

Dort hat die Gemeinde Heideblick im vergangenen Jahr eine Kooperationsvereinbarung mit den Technischen Werkstätten Langengrassau (TWL) abgeschlossen. Laut Vereinbarung ist auf deren Gelände Ein Feuerwehrfahrzeug sowie entsprechende Einsatzkleidung deponiert. Im Ernstfall können Mitarbeiter der TWL, die zugleich auch ehrenamtliche Feuerwehrleute sind, so tagsüber schnell ausrücken. Rund 20 sind das in dem Langengrassauer Unternehmen.

Seitens der Gemeinde gebe es im Gegenzug einen Zuschuss für junge Leute, wenn sie den Lkw-Führerschein erwerben wollen. Das Konzept hat sich in den vergangenen Monaten bewährt. So mancher Einsatz konnte dadurch besser abgesichert werden. Ein Konzept, dass künftig auch für Goßmar denkbar wäre, sofern sich Unternehmen dazu bereit erklären, sagt Michael Zieke. Entsprechende Gespräche müssten noch geführt werden. Zur Goßmarer Feuerwehr gehören derzeit 31 Kameraden, darunter neun Frauen.

Vorteile bei Planung und Wartung in Goßmar

„Aus diesem Grund steht einem Neubau in Rücksprache mit den betreffenden Institutionen nichts entgegen“, schlussfolgert er. Mit einem Neubau wären die geforderten Auflagen der Feuerwehrunfallkasse leichter erfüllbar. Es geben zugleich geringere Wartungsarbeiten, im Gegenzug jedoch besteht die Hoffnung auf größere Förderung. Für einen Neubau würden die Goßmarer laut Zieke nun auch eine längere Realisierungszeit als bei einer Sanierung in Kauf nehmen. „Wenn es einen Plan für die nächsten Jahre gibt“, zeigt er gleichzeitig aber auch Grenzen auf.

Altes Gebäude in Goßmar ist marode

Das war bislang anders. Die Goßmarer haben sich eher für eine schnelle Lösung ausgesprochen. Denn Handlungsbedarf besteht in jedem Fall. Das vorhandene Gebäude wurde 1962 erbaut, ein Anbau wurde 1985 realisiert. Das Gebäude ist im schlechten Z

ustand. Bislang gab es notwendige Sanierungsmaßnahmen. So wurden laut Zieke zwischen 2003 und 2004 die Sanitäranlagen und Isolierung instand gesetzt und Wände mit einem neuen Farbanstrich versehen. Rund 20 000 Euro würde zu dieser Zeit in das Feuerwehrgerätehaus investiert, etwa die Hälfte haben die Goßmarer übernommen.

Seitdem sei nur noch wenig passiert. Das Dach ist gerissen und undicht, die Dachrinne marode. Feuchtigkeit hat sich so über Jahre in die Wände gezogen. Der Putz fällt ab. Auch der alte Schlauchturm sei nicht mehr verwendbar. Darin sollen sogar bereits die Vögel nisten.

Hoher Kostenfaktor für die Gemeinde Heideblick

Ob die Goßmarer Feuerwehr wirklich einen Neubau bekommen wird, wird sich in nächster Zeit zeigen. Eine endgültige Entscheidung dazu gab es bislang noch nicht. Denn mit einem Neubau würde auf die Gemeinde Heideblick erneut ein großer Kostentreiber zukommen.

Fest steht: Ein Neubau mit integriertem Dorfgemeinschaftsraum, wie er derzeit in Wehnsdorf errichtet wird, soll es in Goßmar nicht geben. Die Einwohner haben in der Vergangenheit viel Zeit und Geld in das Freizeitzentrum investiert und sind stolz auf das Geschaffene.

In der kommenden Sitzung soll das Thema erneut diskutiert werden. Die Verwaltung hat zudem den Auftrag bekommen. eine Bestandsaufnahme aller Feuerwehrgerätehäuser der Gemeinde sowie deren baulicher Zustand aufzunehmen.