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| 18:15 Uhr

Bilanz nach Rekordsommer
Feuerprobe für neues Fahrzeug

 Auf der Dubener Platte standen im Juli rund 55 Hektar Ackerland in Flammen. Flächenmäßig war das im vergangenen Jahr der größte Brand im Zuständigkeitsbereich der Luckauer Feuerwehr.
Auf der Dubener Platte standen im Juli rund 55 Hektar Ackerland in Flammen. Flächenmäßig war das im vergangenen Jahr der größte Brand im Zuständigkeitsbereich der Luckauer Feuerwehr. FOTO: Frank Ratajczak
Luckau. Luckauer Wehren sind 2018 zwar weniger, dafür zu längeren Einsätzen ausgerückt. Für Dubener Kameraden war es mit neuem Einsatzfahrzeug ein Rekordjahr. Von Anja Brautschek

Es mag erst einmal erstaunlich klingen: Die Luckauer Feuerwehr ist im vergangenen Jahr trotz anhaltender Waldbrandgefahr im Rekordsommer weniger ausgerückt als zuvor. 170 Einsätze waren es 2018, 2017 wurden die Feuerwehr-Kräfte 193-mal alarmiert. Vor allem die großen Stürme vor zwei Jahren haben die Kräfte besonders gefordert. Dennoch war das vergangene Jahr nicht minder anstrengend. Im Gegenteil.

„Es ist auffällig, dass die Einsätze wesentlich länger gedauert haben und mehr Wehren alarmiert wurden“, erklärt Stadtbrandmeister Gerd Walter. 3735 Stunden und 53 Minuten (2017: 3260 Stunden und 53 Minuten) waren die Kameraden insgesamt zu Bränden, Unfällen und technischen Hilfeleistungen unterwegs.

Vor allem der Rekordsommer 2018 wird vielen lange in Erinnerung bleiben. Eine Hitzewelle, die auch die Feuerwehr vielerorts häufig gefordert hat. Die Brandschutzeinheit der Luckauer Wehr war unter anderem auch unterstützend in der Lieberoser Heide sowie beim Großbrand bei Fichtenwalde und Treuenbrietzen aktiv.

In dem heimischen Zuständigkeitsbereich galt es vor allem, Flächenbrände zu löschen. Eines der größten Einsätze war dabei der Flächenbrand auf der Dubener Platte. Anfang Juli standen dort innerhalb kürzester Zeit etwa 55 Hektar Ackerland in Flammen. Durch einen Funkenschlag bei der Ernte fing die Fläche Feuer. „So einen großen Flächenbrand haben wir hier bislang nicht gehabt“, sagt Gerd Walter. Die anhaltende Hitze, gepaart mit Wind, ließ kleinste Funken sofort auflodern. 61 Brände gab es insgesamt in und um Luckau. Darunter war auch ein größerer Ackerbrand bei Willmersdorf-Stöbritz. Rund 30 Hektar standen in Flammen. Kompliziert war der Einsatz laut dem Stadtbrandmeister deshalb, weil auch ein Umspannwerk in der Nähe mit betroffen gewesen sei. „Die Solidarität untereinander war insgesamt sehr angenehm. Die Landwirte haben uns bei den Einsätzen unterstützt, und wir haben uns auch untereinander geholfen. Da kann ich nur Danke sagen“, so Gerd Walter.

Neben den Bränden war die Luckauer Feuerwehr bei 84 Einsätzen zur technischen Hilfeleistung gefragt. Vor allem auf der Autobahn, aber auch auf den Bundesstraßen 87 und 96 war die Hilfe ungewöhnlich oft gefragt. Noch gut in Erinnerung ist den Kameraden dabei der Unfall mit einem Bus im September, bei dem es 24 Verletzte und einen Toten gab.

Insgesamt 300-mal wurden die Ortswehren alarmiert. Auffällig dabei: Besonders häufig geht die Sirene am Donnerstag los. „Vor allem in der Arbeitszeit zwischen 6 und 17 Uhr werden meist mehrere Feuerwehren alarmiert, um die Einsätze abzusichern“, erklärt der Stadtbrandmeister. Neben der Luckauer Wehr waren besonders auch die Dubener Kameraden gefragt. Insgesamt 46-mal mussten sie ausrücken. „Das war ein Rekordjahr für Duben und eine Bewährungsprobe für das neue Einsatzfahrzeug“, so Gerd Walter. Erst Anfang des vergangenen Jahres hat die Ortswehr ein neues Löschgruppenfahrzeug zur Verfügung gestellt bekommen. Aufgrund der besonderen Herausforderungen durch die Autobahn-Nähe wurde das Fahrzeug mit besonderer Ausrüstung ausgestattet. Die Technik ist allen Anforderungen gerecht geworden.

Auch in diesem Jahr soll weiter in den Brandschutz investiert werden, sagt der Stadtbrandmeister. Fertig gestellt werden soll das Fahrzeug für die Kümmritzer Wehr. Dies sollte ursprünglich bereits im vergangenen Jahr übergeben werden. Auch ein neuer Rüstwagen wird erwartet. Dieses Fahrzeug kommt in erster Linie bei der technischen Hilfeleistung zum Einsatz und ist daher mit Spezialwerkzeug ausgestattet. Angefordert wurde es im vergangenen Jahr unter anderem auch bei schweren Unfällen in anderen Gemeinden. Mit einem Alter von 20 Jahren entspreche das jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen moderner Autos. „Es ist gut zu wissen, dass auch grenzübergreifend der Zusammenhalt klappt. Aber ich hoffe dennoch, dass dieses Jahr ruhiger wird, damit die Kameraden Zeit zum Verschnaufen haben.“