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| 15:28 Uhr

Dahme
Ferngesteuerte Trafostation für Dahme

Projektleiter Felix Potratz und sein Kollege Kevin Andreas (v.r.) bei der Schutzrelais-Prüfung in der  fernschaltbaren Trafostation.
Projektleiter Felix Potratz und sein Kollege Kevin Andreas (v.r.) bei der Schutzrelais-Prüfung in der fernschaltbaren Trafostation. FOTO: Carmen Berg / LR
Dahme. Neue Anlage meldet Störungen im Stromnetz direkt an zentrale Leitstelle des Netzbetreibers in Sachsen.

Eine fernschaltbare Trafostation nimmt der enviaM-Netzbetreiber Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom (Mitnetz)  demnächst auf einer Fläche an der Luckauer Chaussee in Dahme in Betrieb.  Das Besondere daran: Die Station ist auch von der zentralen Netzleitstelle des Unternehmens in Taucha bei Leipzig aus zuschaltbar. Damit verbessert sich laut Mitnetz-Sprecherin Evelyn Zaruba die Versorgungssicherheit für rund 3500 Kunden in Dahme und Umgebung.

Es ist noch gut in Erinnerung: Nach zwei schweren Herbststürmen waren unlängst in hiesiger Region eine Reihe Haushalte stundenlang ohne elektrischen Strom. Derartige Störungen sollen künftig nicht mehr für so viele Stromabnehmer spürbar sein, erklärt Felix Potratz, Projektbetreuer für Sekundärtechnik bei Mitnetz.  „Teilweise haben wir noch Freileitungen, die erst nach und nach verkabelt werden und bei Unwettern besonders anfällig sind“, sagt er. Wenn Störungen auftreten, werden diese mit der neuen Technologie in Taucha erkannt. Dort kann sofort reagiert und ohne Mitarbeiter vor Ort auf funktionierende Leitungen umgeschaltet werden, Die Haushalte seien schneller wieder am Netz, so der Fachmann.

Die neue fernschaltbare Trafostation ersetzt die alte Station aus dem Jahr 1993. In den vergangenen Wochen wurde dort die gesamte Schutztechnik ausgewechselt, und es wurden neue digitale Schutzrelais eingebaut. Aktuell laufen letzte Verkabelungsarbeiten. In der kommenden Woche werden die Überprüfungen der Verbindung zur Schaltzentrale abgeschlossen. Dann geht Felix Potzratz zufolge noch in diesem Monat die Fernsteuerung ans Netz. Wie der Projektbetreuer sagt, wird die Datenübertragung über Glasfasertechnik realisiert. Das Glasfaserkabel war zuvor im Zuge der Erneuerung des Umspannwerkes in Uckro bis Dahme verlegt worden.

Besonders häufig von Störungen betroffen war in jüngerer Vergangenheit laut Mitnetz im Landkreis Teltow-Fläming das Gebiet um den Dahmer Ortsteil Gebersdorf. Im Landkreis Dahme-Spreewald kam es in Glienig und Sellendorf besonders oft zu Stromausfällen.

Mitnetz investierte nach eigenen Angaben rund 140 000 Euro in die neue fernschaltbare Trafostation in Dahme.  Sie ist eine von 15 fernschaltbaren Stationen in der Netzregion Brandenburg, davon liegen drei im Landkreis Dahme-Spreewald und jeweils eine in Oberspreewald-Lausitz und Teltow-Fläming.  Bis Ende 2018 soll die Zahl in Südbrandenburg bis auf 23 steigen. Das Unternehmen investiert 3,6 Millionen Euro, so Sprecherin Evelyn Zaruba. Für den reibungslosen Netzbetrieb in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming sind die Mitarbeiter an den Servicestandorten Ruhland und Lübben zuständig. Das Strometz in den Landkreisen hat eine Länge von 1700 Kilometern.