Von Benjamin Wepprich

„Dahme Helau“ wechselseitig mit einem Tusch tönt es immer wieder am Samstagabend aus der Sportwelt in Dahme. Eingeladen hatte die Interessengemeinschaft „Fasching“ der Stadt.

Einen ganzen Tag haben die rund 50 Personen der IG Fasching gebraucht, um die Sportwelt in einen ansehnlichen Veranstaltungssaal zu verwandeln, und es hat sich gelohnt. „Wir sind bestimmt das 10. Mal in der Sportwelt. Nach der Wende haben wir versucht, den Fasching in Dahme wieder zu beleben, und da fast jede Faschingsgesellschaft ein Prinzenpaar hat, haben wir nach einem Alleinstellungsmerkmal für Dahme gesucht“, erklärt Gerhard Nowaczyk von der Interessengemeinschaft. Herausgekommen sind zwei historische Gestalten: Nachtwächter Hermann Schmidt und Monika Petras.

Nachdem die Dahmer Spielleute den geselligen Reigen eröffneten, dynamische Einlagen der Tanzschule Hoffman für Abwechslung sorgte, macht sich nach jeder Menge Schunkelrunden Nachtwächter Schmidt bereit für seine Büttenrede. Reichlich Ironie gepaart mit jeder Menge Sarkasmus lassen den Lokalpatriotismus erblühen. So manche örtliche Gegebenheit und politische Situation wird aufs Korn genommen und sorgt für Gelächter.

Rings um die großzügige Tanzfläche sind mit Luftballons und Luftschlangen geschmückte Tische und Tafeln, reichlich mit Getränken und kleinen Snacks eingedeckt. Allerlei Kostüme zeigen auch, dass Dahme durchaus bunt ist. Mancher nutzt die Gelegenheit für sein scheinbares Coming-Out – Männer in Frauenrollen und Frauen in Männerrollen – zumindest für diesen Abend. Fakt ist, dass die holde Damenwelt durchaus kreativer war, was die Kostümauswahl und Gestaltung betrifft als die Männerwelt, und dass es durchaus sehr hübsch-hässliche Hawaii-Hemden gibt.

Wiederum andere geben sich durchaus viel Mühe und Erfüllten alle erwartbaren Klischees: Piraten, Vampire, Hausmeister, Engel in schwarz mit riesigen Flügeln oder in weiß mit Heiligenschein. Indianer oder eben ein schnödes Hawaii-Hemd mit Sonnenhut.

„Wir sind hier, um Spaß zu haben und eigentlich sind wir diejenigen die mittanzen, aber die vielen gezeigten Tänze haben uns auch gut gefallen“, sagen Selina Ritsche und Laura Schönleitner aus Jüterborg. Sie sind als Engel und Cowgirl verkleindet. Selina war bereits im letzten Jahr dabei und ihr hat es so gut gefallen, dass sie ihre Freunde davon überzeugte an diesem Abend in der Sportwelt mit dabei zu sein.

Begleitet wird die Veranstaltung durch ein amüsantes Moderatorenpärchen, das im steten Wechsel mit Tanzvorführungen, Moderation und der Möglichkeit, selbst das Tanzbein zu schwingen, agiert.

„Wir sind jedes Jahr mit dabei, im letzten Jahr haben wir eine Tanzchoreografie entwickelt und sind als ,Partypeople On Stage’ nun auch Teil des Programms. Da wir alle aus Dahme kommen, gehört das auch irgendwie mit dazu“ erzählt der sichtlich gut gelaunte Marcus Ullrich mit seinen zehn Freunden. Ihr Highlight des Abends ist Mandy Jede, eine der Moderatorinnen.

Ein abwechslungsreiches Programm, welches auch das junge Publikum anspricht, bietet die Gelegenheit, sich selbst auszuruhen und mit voller Kraft wieder selbst auf der Tanzfläche durchzustarten und eine heiße Sohle aufs Parkett zu legen.

„Heute Abend sind wir hier, um eine tolle Zeit und kulturelles Programm zu erleben. Die Atmosphäre und die Vielseitigkeit des Programms, sowie alle, die dazu beigetragen haben, dass es hier ein schönes Ereignis wird. Es hat uns so gut gefallen, dass wir im nächsten Jahr sicherlich wiederkommen werden“ lobt Florian Herrmann aus Dahme.

„Wir sind alles eine ziemlich lose Verbindung und setzen uns vor Fasching kurz zusammen, aber es funktioniert alles ausgezeichnet. Großartig, dass die Tanzschule Hoffmann sich beteiligt hat und im nächsten Jahr hoffentlich wieder mit dabei sind“, freut sich Gerhard Nowacyk über den gelungen Abend