Von Gudrun Driesen

Da sich vor dem Kuhstall der Winter angemeldet hatte, strickte man drinnen Socken, Schals und Bekleidungsstücke aus farbenfroher Wolle. Selbstverständlich wurden auch wieder die letzten Neuigkeiten des Jahres ausgetauscht.

Diesmal drehten sich drei Spinnräder um die Wette und die besondere Färbemethode der bearbeiteten Schafwolle wurde emsig diskutiert. Mit Walnussschalen lässt sich eine braune Tönung erreichen, die eine nachträgliche Farbgebung des Garnes überflüssig werden lässt. Diese Idee wurde von den Spinnerinnen mit Interesse aufgenommen. "Es ist doch toll, wie Erfahrungen ausgetauscht und Fertigkeiten weitergegeben werden.

Über die Schultern geschaut So können sich auch die jüngeren Frauen trauen, am Spinnteabend teilzunehmen", sagte Marianne Balzer vom Veranstaltungsteam.

An diesem Abend erlebten die Besucherinnen noch eine besondere Überraschung. Das rbb Fernsehen hatte seine Übertragungswagen hinter dem Dreiseitenhof geparkt und berichteten in einer Liveschaltung bei "Brandenburg aktuell" für knapp zwei Minuten vom lustigen Treiben und der Traditionspflege auf dem Höllberghof. "Nun sind wir auch in ganz Brandenburg bekannt", schmunzelt Marianne Balzer, die dem Moderator Hellmuth Henneberg gern alle Fragen beantwortete. Die Spinnteteilnehmerinnen nahmen es relativ gelassen und hatten zu Hause dann etwas Nettes zu erzählen.

LR-Skat-Pokal für Herbert Finke Ein Stück weiter in der Höllbergschänke kloppten indessen unbeeindruckt vom Geschehen im Dreiseitenhof die Freunde des Skats unverdrossen ihre Karten auf den Tisch. "Es ist das erste Skatturnier, das wir hier oben durchführen und hoffen auf eine gute Nachfrage, damit weitere Veranstaltungen in diesem Rahmen bei uns in der Schänke stattfinden können", sagt die Wirtin Corina Kiel. Unterstützung hat sie schon am ersten Abend von Manfred Prinz aus Finsterwalde. Er ist leidenschaftlicher Skatspieler und als Schiedsrichter bei strittigen Fragen gleich zur Stelle.

Interessierte brauchten vor zu hartem Reglement keine Angst zu haben, es wurde gepflegter Hausskat gespielt. Und das konnte jeder. Nach 48 Spielen war Halbzeit und nach einer Neuauslosung der Spielgegner ging es in die zweite Runde.

Die Siegerehrung konnte dann kurz vor Mitternacht vorgenommen werden. Dank zahlreicher großzügiger Sponsoren, die attraktive Preise zur Verfügung stellten, für die das Team der Höllbergschänke dankbar war, ging keiner leer aus. Der Drittplatzierte Horst Melcher aus Schlabendorf suchte sich die Torte der Firma Becker aus Burg aus. Gläser der Brauerei Landskrohn erhielt der Zweitplatzierte Hartmut Vogel aus Zöllmersdorf und das Schmuckstück des Abends, den von der RUNDSCHAU gesponserten Skatpokal, stellt nun Herbert Finke aus Weißack in die gute Stube. Dazu gab es noch einen Gutschein für ein Essen in der Höllbergschänke.