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| 17:25 Uhr

Aufreger
Fällaktion im Luckauer Park

Im Stadtpark werden derzeit zahlreiche Bäume und Sträuchergerodet. Das sorgt bei Luckauern für Unmut.
Im Stadtpark werden derzeit zahlreiche Bäume und Sträuchergerodet. Das sorgt bei Luckauern für Unmut. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. Laga-GmbH: „Sanierung des Baumbestandes ist nötig.“ Bürger beklagen dagegen „Kahlschlag“. Von Carmen Berg

 Der Laga-Park wird merklich ausgedünnt. Eine stattliche Zahl an Bäumen und Sträuchern wurde in diesen Wochen gerodet oder zurückgeschnitten. Die Aktion erregt die Gemüter in der Stadt. Luckauer sprechen am Reporter-Telefon von „Kahlschlag“. Michael Lobedan und andere Leser wollen die Gründe dafür wissen. Mit den Büschen und Sträuchern würden Rückzugsorte für Vögel und Nutzinsekten verschwinden, gibt Michael Lobedan zu bedenken. Das Idyllische, das einen Park ausmache, gehe verloren.  Auch hat er Zweifel, dass sich die stark gestutzten Apfelbäume auf der Streuobstwiese  je wieder erholen.

Beauftragt hat die Arbeiten die Landesgartenschau-Gesellschaft (Laga-GmbH), die als Trägerin der Parkanlagen für die Pflege verantwortlich ist. Geschäftsführer Jörg Kirstein verweist auf ein Fachgutachten, an dem sich die Maßnahmen  orientieren. Es bescheinigt dem Baumbestand insgesamt „einen guten bis befriedigenden Zustand“, verweist aber auch darauf, dass „die üblichen Pflegemaßnahmen auf einem geringen Niveau durchgeführt“ wurden. Etwa zehn Prozent der Bäume weisen den Experten zufolge „erhebliche Mängel auf, die die Verkehrssicherheit ... gefährden“.

Jörg Kirstein  verteidigt  Rodungen und Verschnitte. Sie seien notwendig für die Sicherheit der Nutzer und für die Sanierung des Bestandes. Bei einem Rundgang zeigt der Laga-Chef Bäume, die sich steil zum Licht nach oben recken oder auf eine Seite neigen, weil sie zu eng stehen. Die Apfelbäume, die viele Jahre nicht beschnitten wurden, hätten armstarke Wassertriebe ausgebildet. „Nach der Grundsanierung werden sie neu aufgebaut“, sagt Jörg Kirstein und verspricht: „Sie gehen nicht kaputt“. Die Kosten für den Obstbaumschnitt beziffert er auf knapp 4900 Euro. Zur Höhe der Gesamtinvestition seien noch keine abschließenden Angaben möglich. Neben Fachfirmen kämen eigene Kräfte zum Einsatz, um die Kosten zu senken, sagt der Geschäftsführer.

Ordnung schaffen will er zugleich beim starken Wildwuchs an Unterholz und Gebüsch. So sei die Hängebrücke am Spielplatz zum Teil überwuchert.  Auf eine der Bänke am Spielplatz hätte sich schon niemand mehr setzen können. Viele Stellen sollen nach Entfernung des Unterwuchses außerdem leichter gemäht werden können, sagt er. An einigen Bäumen, die dem Gutachten zufolge nicht mehr sicher und derzeit noch mit Bändern markiert sind, kündigt er vor der Vegetationsperiode weitere Arbeiten an.

Mit der Sanierung des Bestandes  werde der Stadtpark schöner und gepflegter. Attraktionen wie die Bockwindmühle würden auf den ersten Blick sichtbar, sagt Jörg Kirstein. Am Spielplatz soll nach der Bereinigung eine Neubepflanzung erfolgen. Zudem werden an den Hauptwegen neben neu angelegten Beeten große Blumenkübel für bunte Farbtupfer sorgen. Etwa 20 bis 30 Kübel werden aufgestellt, erklärt Jörg Kirstein.

Michael Lobedan sagt: „Dass ein Pflegeschnitt nötig ist, leuchtet ein. Aber muss er wirklich so rabiat sein?“. Aus seiner Sicht wäre es „in jedem Fall gut gewesen, die Luckauer vorab über das Vorhaben und die Gründe zu informieren“.