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Fachtagung in Heideblick zum mobilen Bürgerservice

Heideblick. Der mobile Bürgerservice ist gestern Thema eines Erfahrungsaustausches Brandenburger Kommunalvertreter in der Gemeindeverwaltung von Heideblick in Langengrassau gewesen. Seit dem Jahr 2009 bieten mehre kommunale Verwaltungen ihre Dienstleistungen des Bürgerservices nicht nur im Rathaus, sondern auch mit Hilfe mobiler Technik in Ortsteilen und Einrichtungen an. Carmen Berg

Sie werden bei der Einrichtung und beim Betrieb vom Innenmisterium sowie vom Kommunalen Anwendungszentrum, dem Brandenburgischen IT-Dienstleister, unterstützt. Mit Brück, Heideblick, Liebenwalde, Nauen, Potsdam, Senftenberg, Velten und Wittstock-Dosse betreiben bislang acht Städte und Gemeinden ein rollendes Bürgerbüro. Zwei werden demnächst hinzukommen, kündigt Ortwin Böckmann, Leiter des Kommunalen Anwendungszentrums in Potsdam, an.

Heideblick hat im Oktober ein mobiles Bürgerbüro an der Pilzheide im Ortsteil Walddrehna eröffnet. Einmal im Monat packt Verwaltungsmitarbeiterin Sarah Jakobza ihren "Koffer" aus, der mit Laptop, Drucker, Scanner, Sensor für den biometrischen Fingerabdruck sowie mit einem Lesegerät für EC-Karten ausgestattet ist. So müssen Bürger nicht mehr an den Hauptsitz nach Langengrassau, um beispielsweise den Wohnsitz an- und abzumelden oder Pässe und Ausweise zu beantragen. "Ich nehme aber auch Hinweise für andere Bereiche der Verwaltung entgegen und leite sie weiter", sagt die Mitarbeiterin der Heideblicker Meldebehörde. Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos) sieht das Projekt als Teil eines Gesamtkonzepts, mit dem Heideblick Bürgernähe auch in der Zukunft unter womöglich größeren Gemeindestrukturen sichern will. Dazu gehören auch die komplexen Online-Informationen zu den Sitzungen der Gemeindevertretung sowie das Internet-Beschwerdeportal Maerker.de, so der Bürgermeister. Gemeinsam mit dem Kommunalen Anwendungszentrum hatte die Gemeinde ihre Angebote auf der Cebit in Hannover vorgestellt. Dort sei auch die Idee des Erfahrungsaustausches entstanden, sagt Sarah Jakobza. Die Formen der mobilen Bürgerdienste seien unterschiedlich, angefangen von einem Fahrzeug bis hin zu Sprechstunden in einzelnen Ortsteilen oder auch Einrichtungen. Heideblick denkt darüber nach, den Bürgerservice auf weitere Ortsteile auszudehnen oder gemeinsam mit Nachbarn einen Service-Bus auf den Weg zu bringen. "Wie diese kleine Gemeinde sich engagiert, ist einfach toll", sagt Ortwin Böckmann.