(asd) Firmen suchen händeringend Nachwuchs. Und Schulabgänger wollen einen Job. Der soll Spaß machen, möglichst viel Geld bringen. Die Auswahl ist groß. Doch nicht jeder Beruf passt zu jedem Schüler. Die Ausbildungsmesse der Otto-Unverdorben-Oberschule in Dahme gibt Orientierung. Sie fand jetzt zum achten Mal statt. Etwa 40 Unternehmen haben sich beteiligt.

„Ich bin ihnen dankbar, dass sie unsere Messe unterstützen“, sagt der Schulleiter Henri Kuhl. „Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten so einen Einblick in die Berufswelt.“ Emely Franke hat die Chance genutzt. Die Neuntklässlerin kam mit Unternehmen in Kontakt. Sie hat ganz gezielt nach sozialen Berufen geschaut. „Psychologie interessiert mich“, sagt die Oberschülerin. „Der Weg dorthin könnte über das Oberstufenzentrum führen. Ich hatte zumindest interessante Gespräche und fühle mich jetzt gut informiert.“ Ist die Ausbildungsmesse also eine gute Idee? „Auf jeden Fall“, sagt Emely Franke. „Hier ist für jeden etwas dabei.“

Neunt-und Zehntklässler waren eingeladen, mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen. „Sie wurden von uns gut vorbereitet im Unterricht, haben zudem klare Arbeitsaufträge erhalten“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Gudrun Reichert. „Das hat sich ausgezahlt, denn die Jugendlichen waren sehr konsequent und zielstrebig mit Vertretern der Firmen im Gespräch.“

Auch das „Assessment Center Training“ der Barmer hat dazu beigetragen. „Wir haben zuvor ein Personalauswahlverfahren in einem Bewerbungsprozess simuliert“, erklärt Sven Lange, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Luckenwalde. „Zehntklässler und Vertreter von regionalen Unternehmen waren daran beteiligt. Beide Seiten profitieren davon.“ Schornsteinfeger haben das erste Mal für ihr Handwerk während der Ausbildungsmesse geworben. „Wir brauchen Nachwuchs“, sagt der Bezirksschornsteinfeger Andre´ Schuster  in Dahme. „Unser Beruf ist für Mädchen und Jungen geeignet und durch die Überprüfung von Heizungs-und Lüftungstechnik inzwischen auch sehr abwechslungsreich.“ Die Berufliche Schule für Sozialwesen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) ist Stammgast der Messe. „Wir suchen junge Leute für die Bereiche Sozialassistenten und Erzieher“, sagt der Schulleiter Ulrich Thorhauer. „Die Zahl der Quereinsteiger bei uns steigt. Wir haben längst nicht mehr so viele Schulabgänger wie früher, die sich bei uns bewerben.“

Oft wissen Neunt-und Zehntklässler noch gar nicht, was sie beruflich machen wollen. „Ich gebe ihnen Tipps und Orientierung“, sagt Katrin Kerlikofsky, Berufsberaterin der Jugendberufsagentur im Landkreis Teltow-Fläming in der Oberschule in Dahme. „Zahlreiche Jugendliche haben überhaupt keine Vorstellungen oder wollen einen Beruf lernen, der überhaupt nicht zu ihnen passt. Gemeinsam mit ihnen, und wenn möglich auch mit den Eltern, suchen wir eine Ausbildung, die ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht.

Die meisten Schülerinnen und Schüler nehmen die Hilfe dankbar an.“ Sie konnten sich am Stand der Jugendberufsagentur während der Messe mit 3D-Brillen auch virtuell von verschiedenen Berufen begeistern lassen. Henri Kuhl ist zufrieden mit der diesjährigen Auflage: „Unsere Oberschüler und die Unternehmen haben sich kennengelernt, waren zumindest im Gespräch. Ich hoffe, dass am Ende der eine oder andere Ausbildungsplatz herausspringt oder ein Praktikumsplatz vereinbart wird.“