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Naturschutz
Exkursion nach Sellendorf zu den Wachholderheiden

Bei Sellendorfbefindet sich das bedeutsamste Vorkommen von Wachholderheiden in Brandenburg.
Bei Sellendorfbefindet sich das bedeutsamste Vorkommen von Wachholderheiden in Brandenburg. FOTO: Naturschutzfonds Brandenburg
Sellendorf. Wolfsbeauftragter gibt Tipps zum Herdenschutz.

Zur Exkursion in das Natura 2000-Gebiet Wachholderheiden bei Sellendorf lädt die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg für Mittwoch, 21. März, ab 16.30 Uhr Interessierte ein. Ergebnisse der Managementplanung und der Wolfsberatung werden vorgestellt. Treffpunkt ist an der L 711 von Sellendorf kommend in Richtung Schenkendorf auf der linken Seite.

Das Gebiet besteht aus zwei Teilflächen, einer großen bei Schönerlinde und einer kleinen bei Schenkendorf. Bei beiden Flächen handelt es sich Stiftungsangaben zufolge um das bedeutsamste Vorkommen von Wachholderheiden in Brandenburg.

Wacholderheiden wachsen auf trockenen, nährstoffarmen Böden, die in der Vergangenheit selten eine andere Nutzung als die Beweidung zugelassen haben.

Der Verbiss durch Schafe, Ziegen und Rinder hielt alle wohlschmeckenden Pflanzen kurz. Stachelige Pflanzen wie Wacholder, Silberdistel oder der giftige Schwalbenwurz wurden von den Schafen verschont und konnten gedeihen. Neben dem Vorkommen zahlreicher Pflanzen zeichnen sich Wacholderheiden durch Insektenreichtum aus. Auch seltene Vögel siedeln sich an.

In den vergangenen zwei Jahren hat die Stiftung die Erstellung eines Schutz- und Bewirtschaftungsplans für das Gebiet koordiniert. Dabei wurden Flora und Fauna unter die Lupe genommen. Unter anderem wurde das Vorkommen von Fledermäusen untersucht. Über die Ergebnisse wird berichtet.

Die Wacholderheiden werden heute mit Schafen gepflegt. Sie weiden innerhalb einer festen Umzäunung. Da das Gebiet von Wölfen frequentiert wird, wurde die Errichtung einer wolfssicheren Umzäunung in den Managementplan aufgenommen. Der Wolfsbeauftragte des Umweltministeriums Brandenburg, Steffen Hinze, wird bei der Tour Fragen zum Wolf beantworten und zu Präventionsmaßnahmen beraten.

Natura 2000 stellt das größte Schutzgebietsnetz der Welt dar. Es dient dem Erhalt der biologischen Vielfalt in der Europäischen Union. In Brandenburg gibt es der Stiftung zufolge über 600 Natura 2000-Gebiete, die sich über etwa ein Viertel der Landesfläche erstrecken. 89 Gebiete finden sich im Landkreis Dahme-Spreewald.

Weitere Infos im Internet unter: www.natura2000-brandenburg.de