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Es kommt Leben an den Gräbendorfer See

So wie hier auf der Goitzsche bei Leipzig soll es bald auch im Familienresort Möweninsel Spreewald am Gräbendorfer See aussehen. Vetschauer Stadtverordnete und Verwaltungsmitarbeiter hatten sich die schwimmenden Häuser in Leipzig schon mal angesehen.
So wie hier auf der Goitzsche bei Leipzig soll es bald auch im Familienresort Möweninsel Spreewald am Gräbendorfer See aussehen. Vetschauer Stadtverordnete und Verwaltungsmitarbeiter hatten sich die schwimmenden Häuser in Leipzig schon mal angesehen. FOTO: Stadtverwaltung Vetschau
Vetschau. Die Projektentwickler Ulf Sybel und Eckbert Flämig haben im Vetschauer Tourismusausschuss Pläne des Investors Schwimmende Apartments GmbH aus Berlin für das "Familienresort Möweninsel Spreewald" am Gräbendorfer See vorgestellt. Peter Becker /

Schon im Frühjahr nächsten Jahres könnten Urlauber in die ersten 13 Ferienhäuser ziehen, wenn es nach den Plänen der Investoren geht. Insgesamt sind 55 Landhäuser und eine Rezeption geplant, hinzu kommen 16 schwimmende Ferienhäuser. Auf Betonpontons schwimmend, sind sie fest am Steg verankert. "Die Ausstattung der Häuser ist hochwertig, von der Lodge bis zum Appartement, aber eigentlich immer bezahlbar", lässt Ulf Sybel von der planenden Firma die Ausschussmitglieder wissen. "Schon ab 70 Euro pro Tag für ein Landhaus für vier bis sechs Personen", ergänzt er.

Die Planer hatten im Vorfeld einige Hausaufgaben zu lösen, denn der den See umschließende Radweg durchquert die Siedlung und stellt ein gewisses Unruhe- und Sicherheitsrisiko dar. Mit einer Umgehung für Radler und Skater wurde das Problem gelöst, Fußgänger können den öffentlichen Weg durch die Siedlung nutzen. Ulf Sybel: "Es ist auch so gewollt, wir wollen keine Abschottung nach außen, keine Zäune und Grenzen. Lediglich Hecken und Gräben werden eine gewisse Abgrenzung darstellen." Insgesamt verspricht die Siedlung ein in sich ruhendes Feriendomizil: Die Häuseranordnung ist in lockerer Runde um einen Anger angelegt, sie ähnelt so eher einer frühmenschlichen Siedlungsform. Die Türen zeigen auf die Platzmitte, die auch mal ein Kinderspielplatz sein kann. Zwischen den Siedlungen wird es viel Grün und auch Wasser geben, Gräben schaffen eine natürliche Abgrenzung und fördern das Gefühl, auf einer Insel zu sein.

Eine Herausforderung ist die Bewältigung des Tagestourismus, der in Hochsommerzeiten deutlich zunehmen wird. Öffentlich zugängliche Badestellen und ebenfalls öffentliche Parkplätze sind integriert, der gastronomische Bereich ist entsprechend groß ausgelegt. Statt einer werden drei biologische Kläranlagen gebaut. "Das erspart lange und teure Leitungen und fördert den ökologischen Ansatz des Resorts", erklärt Projektmanager Eckbert Flämig. "Sie bekommen die Siedlung praktisch aus einer Hand und aus einem Guss, die Bauvorschriften sind selbstverständlich eingehalten oder gar unterboten worden. Von den erlaubten 40 Prozent Versiegelungsfläche nehmen wir nur etwa 20 Prozent für die Landferienhäuser in Anspruch. In den Schilf- und Uferbereich greifen wir gar nicht oder nur minimal während des Baus ein", ergänzt er noch. Die Siedlung ist ganzjährig nutzbar, die Wärmeversorgung erfolgt über moderne Gasheizungen und effiziente Luftwärmepumpen, in den Häusern gibt es zusätzlich Kamine. In der Ferienanlage gibt es den Tauch- und Wassersportbereich, Wellness mit Saunen, verschiedene Sport- und Spielflächen, Grillplätze und einen öffentlich zugänglichen "Wasserspielplatz" für die Kleinsten und eine Abenteuer-Minigolfanlage. Ulf Sybel: "Wir sind auch Arbeitgeber, mit diesem Projekt werden Arbeitsplätze im zweistelligen Bereich geschaffen.

In der anschließenden Fragerunde brachten Laasower und andere Gäste ihre Sorgen zum Ausdruck. Die Laasower Landschaftsarchitektin Susanne Richter wollte wissen, warum es derzeit so viel Abholzungen gibt. Andere bewegt die Frage nach der ehemaligen Tauschschule oder die Möglichkeit der weiteren Nutzung der Bootstege durch Anwohner.

Die Laasower Ortsvorsteherin Ina Mütze drang darauf, unbedingt die Bürgerschaft zu informieren. Dem wollen die Investoren selbstverständlich nachkommen: Schon am Donnerstag, 16. Februar, werden sie um 18.30 Uhr im Gemeindehaus das Siedlungsprojekt vorstellen.