Nach dem Konkurs der Gröditscher Brennerei vor zwei Jahren hatte sich die Sellendorfer Firma für den Standort interessiert. Doch aus der Kombination mit der Biogasanlage wurde nichts. Die Gröditscher stimmten dem Vorhaben nicht zu, weil die Anlage mit Gülle und Geflügelkot betrieben werden sollte. Befürchtet wurde, dass das Leben der Menschen im Ort leide. Die Ablehnung „habe ich mir nur ungern gefallen lassen“ , sagt Klaus Neumann, Geschäftsführer der Brennerei Sellendorf. „Ich hätte gerne dort die Traditionsmarken weiter produziert.“ Den Standort in Gröditsch nur mit Spirituosenproduktion zu bewirtschaften, rechne sich nicht. Deswegen hat die Sellendorfer Brennerei die Markenrechte und die Produktion der Bit ter- und Edelfruchtliköre aus Gröditsch erworben und produziert jetzt im heimischen Betrieb. „Der Spreewald hat seine Marken zurück“ , sagt Neumann. Die Liköre gibt es wieder zu kaufen.
Doch von der Idee, die Gröditscher Marken vor Ort herzustellen, will sich Klaus Neumann nicht verabschieden. Er habe beim neuen Eigentümer des Grundstücks gefragt, ob er die alten Räumlichkeiten zum Brennen nutzen kann. „Ich will mein Versprechen erfüllen, die Liköre weiter in Gröditsch zu produzieren“ , so Neumann. Für die Wiedereinführung der Marken hat die Brennerei Fördergelder aus dem LeaderPlus-Topf beantragt. Doch entschieden ist darüber noch nicht. Mit dem Geld sollte die Wiedereinführung aller Marken so schnell wie möglich passieren. „Schließlich war das keine betriebswirtschaftliche Überlegung unsererseits“ , so Neumann. „Wir wollten die Marken für den Spreewald erhalten.“ Deswegen die Idee, Mittel aus dem Leader-PlusProgramm zu beantragen. (dzr/dh)