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Es gibt eine klare Grenze

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's künftig ungeniert, sagt ein Sprichwort, das für Zützen, wenn die Bürger nicht aufpassen, bittere Wahrheit werden könnte. Es ist verständlich, wenn ein kleiner Ort, der 100 Flüchtlinge aufnehmen soll, Fragen hat.

Die sollen offen ausgesprochen werden dürfen, und die Bürger haben ein Recht auf Antworten. Es ist den Zützenern dabei durchaus zu glauben, dass es ihnen um die Zahl der Zuzügler und die Skepsis geht, wie so viele Menschen vernünftig integriert werden können. Auch sollte in hitziger Debatte nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden. Wo jedoch Emotionen in Hetze umschlagen und gar Drohungen laut werden, ist eine Grenze überschritten. Wer an dieser Stelle nicht klar die Reißleine zieht, schadet seinem Dorf. Das scheint den Zützenern immer bewusster zu werden, und das ist gut so. Dabei geht es nicht nur darum, womöglich eine Szene anzulocken, die man nicht haben will. Einmal in die rechte Ecke gedrängt, wird es auch schwierig, sich mit seinen Anliegen Gehör zu verschaffen.

carmen.berg@lr-online.de